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Bommeleeër: Viele Fragen, wenige Antworten
Lokales 2 Min. 14.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Viele Fragen, wenige Antworten

Neben Guy Stebens (r.) stand am Donnerstag auch der Ex-GOR-Beamte Georges Zenners (l.) im Zeugenstand. Ex-Srel-Chef Charles Hoffmann wurde hingegen noch nicht befragt. Er soll am kommenden Mittwoch aussagen.

Bommeleeër: Viele Fragen, wenige Antworten

Neben Guy Stebens (r.) stand am Donnerstag auch der Ex-GOR-Beamte Georges Zenners (l.) im Zeugenstand. Ex-Srel-Chef Charles Hoffmann wurde hingegen noch nicht befragt. Er soll am kommenden Mittwoch aussagen.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 14.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Viele Fragen, wenige Antworten

Im Bommeleeër-Prozess sagte am Donnerstag nochmals Guy Stebens aus. Dabei bot sich ein bekanntes Bild: Stebens antwortete mehr schlecht als recht auf die Fragen und man hatte den Eindruck, dass er mehr weiß, als er sagen will.

(gs) -„Ich versichere Ihnen, dass ich nicht weiß, wer die Bommeleeër sind. Ich habe alles gesagt, was ich weiß und ich decke niemanden.“ So Guy Stebens am Donnerstag vor Gericht, wo er abermals im Kreuzfeuer von Richtern, Anklage und Verteidigung stand.

Zuvor hatte der beigeordnete Staatsanwalt Georges Oswald klargestellt, dass er überzeugt sei, dass Stebens mehr wisse und aus falsch verstandener Loyalität nichts sagen würde. Zudem betonte Oswald, dass er Stebens nicht abnehme, dass es sich bei seinem am Montag geäußerten Satz „es sei schwer, da als erster eine Namen zu nennen“ nur um eine unglückliche Ausdrucksweise gehandelt habe.

Oswald wollte Stebens daher eine letzte Chance geben, vielleicht doch eine klarere Antwort zu geben. Stebens wiederholte aber nochmals, dies nur unglücklich formuliert zu haben. Er habe sagen wollen, dass er nicht spekulieren und keine Namen ohne entsprechende Hinweise in den Raum werfen wolle. Solche habe er aber eben keine.

Von höchster Ebene gesteuert?

Auch auf die Frage der vorsitzenden Richterin Sylvie Conter, wer denn die Ermittlungen behindert haben könnte – was ja offensichtlich der Fall sei, schließlich könne so viel auf einmal gar nicht schief- gehen – wusste Stebens keine Antwort. Auch ihm offenbare sich erst jetzt das ganze Bild, so der Zeuge.

Gleiches Szenario bei der Frage, ob die Attentatsserie möglicherweise von hoher Gendarmerie-Ebene gesteuert wurde und deshalb auch so, mir nichts dir nichts, mit dem Attentat auf Colonel Wagner aufhörte und gleichzeitig der ganze „Dispositif“ abgezogen wurde. Stebens konnte sich denn auch keinen damaligen Vorgesetzten als jenen Kopf vorstellen, der die Anschläge orchestriert habe.

Sicherheitsapparat profitierte von Attentatsserie

Hingegen war Stebens am Donnerstag, anders als bei seiner Befragung durch die Polizei anno 2005, der Ansicht, dass der Sicherheitsapparat von der Attentatsserie profitiert habe, weil entsprechende Budget- und Personalaufstockungen erfolgten. Gegenüber den Ermittlern hatte er dieses mutmaßliche Tatmotiv noch als „an den Haaren herbeigezogen“ bezeichnet.

Dies war aber auch die einzige klarere Antwort, die Stebens am Donnerstag gab. Ansonsten taten sich alle Prozessparteien zusehends schwer, die Angaben des Zeugen so einfach hinzunehmen. „Es ist und bleibt einfach unerklärlich. Sie haben uns keine Erklärung geliefert, die uns zufrieden- stellt oder die wir auch nur nachvollziehen können“, entgegnete ihm denn auch Richterin Conter – dies in Zusammenhang mit der Observierung von Ben Geiben am 19. Oktober 1985, der Nacht des Attentats auf den Justizpalast.

Nachfragen? - „Ich hätte es tun müssen“

Stebens konnte nämlich auch am Donnerstag, als er parallel mit dem GOR-Beamten Georges Zenners befragt wurde, nicht nachvollziehbar erklären, wieso er zwar offensichtlich eifrig an der Planung der Observierung beteiligt war, sich aber danach nicht mehr dafür interessiert habe: „Ich hätte es tun müssen“, so Stebens auf die Bemerkung, dass er noch nicht mal nachgefragt habe.

Ebenso wenig konnten beide Zeugen erklären, wieso die Spur Geiben in der Folge einfach so aufgegeben wurde. Laut Zenners hätten sowohl Jean Disewiscourt als auch Armand Schockweiler, beide Sûreté, ihm gesagt, in diese Richtung werde man nicht mehr ermitteln – ohne weitere Erklärungen zu geben.

Der Prozess wird am Montag mit der Anhörung des ehemaligen Untersuchungsrichters Prosper Klein fortgesetzt. Am Dienstag soll Charles Bourg, am Mittwoch Charles Hoffmann folgen.