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Bommeleeër: „Souguer net emol eisem Gabby“
Mireille Brandenbourger und Jean-Paul Schneider sind überzeugt, davon, daß Disewiscourt die Wahrheit gesagt hat.

Bommeleeër: „Souguer net emol eisem Gabby“

Foto: Serge Waldbillig
Mireille Brandenbourger und Jean-Paul Schneider sind überzeugt, davon, daß Disewiscourt die Wahrheit gesagt hat.
Lokales 2 Min. 04.03.2014

Bommeleeër: „Souguer net emol eisem Gabby“

„Ech wees, wien de Bommeleeër ass“, soll der Bommeleeër-Ermittler der ersten Stunde, Jean Disewiscourt, einmal beim Aperitif dem LW-Journalisten Jean-Paul Schneider gesagt haben. „Ech därf a kann awer näischt soen. Net emol eisem Gabby. Dat muss ech mat an d'Graf huelen.“

(str) - „Ech wees, wien de Bommeleeër ass“, soll der Bommeleeër-Ermittler der ersten Stunde, Jean Disewiscourt, einmal beim Aperitif dem LW-Journalisten Jean-Paul Schneider gesagt haben. „Ech därf a kann awer näischt soen. Net emol eisem Gabby. Dat muss ech mat an d'Graf huelen.“ „Gabby“ sei der Kosename von Disewiscourts Ehefrau gewesen.

Disewiscourt, der genau wie seine Gattin Korrespondent beim „Luxemburger Wort“ war, hatte im Jahr 2003 eine Operation am offenen Herzen. Wie Schneider am Dienstag im Zeugenstand erklärte, habe Disewiscourt ihn danach gebeten, ihm zu helfen, sein Erlebnis in Buchform zu verarbeiten. Das Buch erschien später mit dem Titel „Jemand berührte sanft meine Wange“ – ein Bezug auf den Moment indem Disewiscourt aus der Narkose erwachte.

Für seine Unterstützung habe er kein Geld von Disewiscourt haben wollen, erklärte Schneider gegenüber der Kriminalkammer. Disewiscourt habe ihn dann ein Paar mal zum Essen eingeladen. Vor einem Restaurant-Besuch sei es dann auch zur Aussage des ehemaligen Chefermittlers gekommen.

Ech gleewen him, dat hien et woust“

Disewiscourt, der 2010 verstarb, sei eher verschwiegen gewesen und stolz auf seinen Beruf, so Jean-Paul Schneider. Er habe sich aber nicht getraut, nachzufragen, betonte der ehemalige Ressortleiter der Lokalredaktion. Auch weil er Diswiscourt nicht als Korrespondent habe verlieren wollen. „Ech gleewen him, dat hien et woust“, meinte Schneider. Ech gleewen och, dat hien senger Fra näischt sot. Hie war zimlech verbruet.“

Disewiscourt sei zudem recht dominant gewesen, nicht nur in seinem Beruf, sondern auch als Korrespondent und eben auch im Privatleben. „Wollt e vläit e bessi uginn? Ech wees et net. Ech hunn him et gegleewt“, unterstrich Schneider.

Auch Schneiders Gattin, Mireille Brandenbourger, konnte sich am Dienstag im Zeugenstand noch ganz präzise an Disewiscourts Aussage erinnern. „Ech ka mech sou genau, dorun erënneren, well et mech rose gemaach huet“, betonte sie im Zeugenstand. „E Mann vu sengem Beruff muss sech jo awer dofir asetzen, datt déi Saach un d'Liicht bruecht gëtt. A nët dat déi Saach ënnert den Teppech gekiert gëtt.“

Sie wolle Disewiscourt nicht unterstellen, dass er angeben wollte. Sie habe ihm aber geglaubt, dass er wisse, wer der Bommeleeër sei.

Der beigeordnete Staatsanwalt Georges Oswald hielt fest, dass Disewiscourt laut Zeugen von „dem Bommeleeër“ in der Einzahl gesprochen habe. Dabei sei jedoch seit dem Kasemattenanschlag gewusst, dass es mindestens vier Täter waren. Verteidiger Me Gaston Vogel legte dies als Hinweis dafür aus, dass Disewiscourt „déi ganz Institutioun“ gemeint habe.


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