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Bommeleeër: Neue Woche, neue Fragen
Lokales 03.02.2014 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Neue Woche, neue Fragen

Der Bommeleeër-Prozess geht am Montagnachmittag in seine 124. Runde, spich Sitzung.

Bommeleeër: Neue Woche, neue Fragen

Der Bommeleeër-Prozess geht am Montagnachmittag in seine 124. Runde, spich Sitzung.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 03.02.2014 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Neue Woche, neue Fragen

Der Bommeleeër-Prozess verspricht auch in dieser Woche spannend zu werden. Es sollen nämlich eine ganze Reihe hochrangiger Polizeibeamte aussagen, darunter auch Generaldirektor Romain Nettgen.

(gs) - Der Bommeleeër-Prozess verspricht auch in dieser Woche spannend zu werden. Vor Gericht sollen nämlich eine ganze Reihe hochrangiger Beamte des Polizeiapparats aussagen.

So soll am Montagnachmittag niemand Geringeres als der aktuelle Generaldirektor Romain Nettgen im Zeugenstand befragt werden. Die Anhörung von Nettgen ist dabei wohl in Zusammenhang mit der Aussage des Ex-Gendarms André Steffen aus der vorherigen Woche zu sehen.

Steffen hatte vor Gericht behauptet, im Zusammenhang mit dem Suizid des Waffenmeisters der Polizei, Henri Flammang, zu einem gewissen Zeitpunkt ein Gespräch zwischen dem damaligen Direktor der Kriminalpolizei, Nettgen, und den Ermittlern Fernand Ruppert sowie Carlo Klein mitangehört zu haben. Steffen zufolge soll dabei der Satz gefallen sein: „Elo hu mer de Bommeleeër. Mir hunn en Abschidsbréif.“

Dass sich ein derartiges Szenario tatsächlich abgespielt hat, wird bis auf Steffen von allen anderen Beteiligten abgestritten. Ermittler Carlo Klein betonte dies nochmals vergangene Woche und das Gericht bemerkte, dass man den Inhalt der Abschiedsbriefe von Flammang kenne und keiner einen Hinweis auf eine Bommeleeër-Täterschaft beinhalte. Es wäre demnach eine faustdicke Überraschung, würde nun Nettgen den Sachverhalt so darstellen, wie ihn Steffen in Erinnerung haben will.

Der Sommet, das Auto und Steil

Am Dienstag dann sind mit Patrice Solagna und Marc Zovilé nochmals zwei ebenfalls hochrangige Polizeibeamte vorgeladen. Beide haben schon einmal im Prozess ausgesagt, werden aber nun wohl spezifisch zum Anschlag auf das EG-Ministertreffen in Kirchberg befragt werden. Das Gleiche gilt für die damalige Nummer 2 der Gendarmerie, Charles Bourg, sowie Charles Hamen, deren Aussagen für Mittwoch vorgesehen sind.

Diese Befragungen sollen weiteren Aufschluss über den von mehreren Zeugen geschilderten Umstand geben, dass offensichtlich sofort nach dem Sommet-Attentat am 2. Dezember 1985 ein verdächtiges Auto gestoppt worden war. Bei dem Wagen habe es sich laut übereinstimmenden Zeugensaussagen um ein Gendarmeriefahrzeug gehandelt und am Steuer soll sich Jos Steil befunden haben. Was dieser dort zu suchen hatte, das kann vor Gericht vielleicht einer der hochrangigen Zeugen beantworten. Man darf gespannt sein.

Welche Zeugen am Donnerstag befragt werden, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest.


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