Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Bommeleeër: Immer wieder Stay Behind
Lokales 2 Min. 13.09.2013 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Immer wieder Stay Behind

Me Gaston Vogel (l.) beteuert die Unschuld der beiden Angeklagten. Seiner Darstellung nach steckt das Stay-Behind-Netzwerk hinter der Anschlagsserie aus den Jahren 1984 und 1985.

Bommeleeër: Immer wieder Stay Behind

Me Gaston Vogel (l.) beteuert die Unschuld der beiden Angeklagten. Seiner Darstellung nach steckt das Stay-Behind-Netzwerk hinter der Anschlagsserie aus den Jahren 1984 und 1985.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 13.09.2013 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Immer wieder Stay Behind

Nicht weniger als sieben „Corps de Conclusion“ wollen die Anwälte von Marc Scheer und Jos Wilmes am Montag bei der Wiederaufnahme des Bommeleeër-Prozesses einreichen. Vorrangig geht es dabei um Dokumente, die der Geheimdienst vor wenigen Wochen freigegeben hatte.

(str) - Nicht weniger als sieben „Corps de Conclusion“ wollen die Anwälte von Marc Scheer und Jos Wilmes am Montag bei der Wiederaufnahme des Bommeleeër-Prozesses einreichen. Vorrangig geht es dabei um Dokumente, die der Geheimdienst vor wenigen Wochen freigegeben hatte.

Dabei handelt es sich, wie das LW am 9. August berichtete, vorrangig um Korrespondenzen des SREL mit anderen Diensten im Zusammenhang mit dem Stay-Behind-Netzwerk.

„Diese Dokumente sind von großer Bedeutung“, bekräftigt Me Gaston Vogel gegenüber dem „Luxemburger Wort“. „Vieles ist ausradiert worden, aber das wenige was bleibt, überzeugt mich immer mehr, dass Stay Behind hinter den Anschlägen steckt.“

the whole thing“

Ganz besonders ist dem Verteidiger von Marc Scheer eines der Dokumente ein Dorn im Auge. Es handelt sich dabei um ein Schreiben in englischer Sprache vom 19. November 1985, gekennzeichnet mit der Nummer 00176. Darin bedankt sich ein gewisser „Bill“ für ein besonders zufriedenstellendes Treffen in Luxemburg im Oktober 1985, zur Vorbereitung einer „Origan IV“-Übung. Besonders hervorgehoben wird darin auch der Cocktail-Empfang und das Dinner.

„Worum ging es bei der Origan IV-Übung“, fragt Me Vogel. „Was ist 'the whole thing', das Luxemburg dem „Allied Clandestine Comitee“ ermöglicht hat? Und warum wird nicht mit einem Wort das Attentat auf den Flughafen erwähnt, das 10 Tage vorher stattgefunden hat? Dabei handelte es sich dabei um ein Ziel von höchster militärischer Bedeutung!“ Vogel spricht von einem „interpretationsträchtigen“ Dokument und von einem „Freud'schen Lapsus“.

Experten kommen zu Wort

Wie die Pressestelle der Justiz mitteilt, soll in den kommenden Tagen eine Reihe von Experten zu Wort kommen. Laut Plan wird am Montag Dr. Klaus Bender zu den DNA-Spuren gehört, am Dienstag Dr. Christina Dern zu den Sprachanalysen, am Mittwoch noch einmal Dr. Dern aber auch Dr. Elizabet Petkovski zur DNA von Andreas Kramer. Am Donnerstag wird die Anhörung von Dr. Petkovski fortgesetzt, bevor Michel Montoisy von der „Poudrerie de Luxembourg“ zu Wort kommen soll.

Die Sitzungen im Bommeleeër-Prozess wurden bis zum 19. Dezember geplant. Die Verhandlungen im Saal 110 des hauptstädtischen Justizpalasts finden von Montags bis Donnerstags um 15 Uhr statt. Während der Allerheiligen-Ferien, vom 26. Oktober bis zum 3. November, wird der Prozess ausgesetzt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Das Bommeleeër-Dossier
Kaum ein Kriminalfall hat Luxemburg derart in Atem gehalten wie die Anschlagsserie, die das Großherzogtum von 1984 bis 1986 erschütterte.
20 Sprengstoffanschläge werden den beiden Beschuldigten angelastet.
"Polizeigeheimdienst gibt es nicht"
Am Dienstag sorgte ein Brief für Schlagzeilen, in dem ein Mann Me Gaston Vogel Informationen über einen Polizeigeheimdienst namens Posa lieferte. Nun haben sich die Polizei und die Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu Wort gemeldet. In dem Schreiben heißt es, dass diese Einheit nicht existiert.
Wurde die Personalakte von Johannes Kramer vorsätzlich zerstört? Oder werden die Akten tatsächlich nach einiger Zeit gelöscht?