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Bommeleeër: Die Daten-CD - eine falsche Fährte?
Lokales 29.11.2012 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Die Daten-CD - eine falsche Fährte?

François Bausch: Sollte die Daten-CD gezielt eine Fährte legen?

Bommeleeër: Die Daten-CD - eine falsche Fährte?

François Bausch: Sollte die Daten-CD gezielt eine Fährte legen?
Foto: Guy Jallay
Lokales 29.11.2012 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: Die Daten-CD - eine falsche Fährte?

Bei der angeblichen Diskette mit der Aufnahme eines Gesprächs zwischen Grand-Duc Henri und Jean-Claude Juncker zur Affäre Bommeleeër handelt es sich um eine verschlüsselte Daten-CD.

(str) - Bei der angeblichen Diskette mit der Aufnahme eines Gesprächs zwischen Grand-Duc Henri und Jean-Claude Juncker zur Affäre Bommeleeër handelt es sich um eine verschlüsselte Daten-CD.

110 Mb Zahlen- und Buchstabensalat

Darauf befinden sich 110 Megabyte Daten. "Wir haben heute nur Zahlen- und Buchstabensalat gesehen", erklärte der Präsident des parlamentarischen Geheimdienstausschusses François Bausch nach einem mehr als zweieinhalbstündigen  Treffen der Kommission mit SREL-Verantwortlichen. "Dem Dienst zufolge handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit nicht um Tondaten."

Es könne sich demnach sowohl um einen verschlüsselte Datensatz wie auch um ein Fake handeln.

Die Kommission habe den Geheimdienst beauftragt, alles zu unternehmen, um die CD zu entschlüsseln - bei Bedarf mit Hilfe von ausländischen Experten. Eine Kopie des Datenträgers wird zudem an Staatsanwaltschaft weitergeleitet. 

Kein Lauschangriff!

Die CD war übrigens einem Geheimdienst-Mitarbeiter zugespielt worden. "Demnach handelt es sich nicht um eine Operation des Dienstes, der irgendeine Aufnahme getätigt hat", unterstreicht Bausch. "Ein Mitarbeiter hat die CD erhalten und irgendwas dazu erzählt bekommen. Dementsprechend wurde anschließend versucht, den Inhalt der CD auszulesen."

Gegenüber dem Luxemburger Wort betont François Bausch später, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass jemand versucht habe, mit dem Datenträger eine Fährte in eine bestimmte Richtung zu legen.

Von der CD wurden auf jeden Fall mehrere Kopien wurden erstellt, die sich möglicherweise auch heute noch im Besitz derjenigen SREL-Mitarbeiter befinden, die damit befasst waren. Das Original ist nicht auffindbar. Alle drei Agenten arbeiten heute nicht mehr beim Geheimdienst. Das Exemplar, das heute vorliegt,  ist die Arbeitskopie eines SREL-Technikers.

Premier am Freitag in der Kommission

Eine Kopie des Gesprächs zwischen Premierminister Juncker und Ex-Geheimdienstchef Marco Mille - der die Unterhaltung mit einer präparierten Uhr mitgeschnitten hatte - gibt es offenbar beim Geheimdienst nicht mehr.

"Davon gab es auch eine Kopie. Die hat Marco Mille allerdings mitgenommen", erklärt François Bausch. "Deshalb haben wir den Premierminister für Freitag 16 Uhr zum Gespräch bestellt."