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Bommeleeër: „Dat ass totale Brach, Här Stebens“
Lokales 3 Min. 14.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: „Dat ass totale Brach, Här Stebens“

Guy Stebens muss am Donnerstag erneut antreten.

Bommeleeër: „Dat ass totale Brach, Här Stebens“

Guy Stebens muss am Donnerstag erneut antreten.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 14.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Bommeleeër: „Dat ass totale Brach, Här Stebens“

Der ehemalige Generalsekretär der Polizei, Guy Stebens, wurde am Mittwoch mehr als einmal von Staatsanwaltschaft und Kriminalkammer ins Kreuzfeuer genommen. Immer wieder wurde ihm zudem ein selektives Gedächtnis unterstellt.

(str) - Der ehemalige Generalsekretär der Polizei, Guy Stebens, wurde am Mittwoch mehr als einmal von Staatsanwaltschaft und Kriminalkammer ins Kreuzfeuer genommen. Immer wieder wurde ihm zudem ein selektives Gedächtnis unterstellt.

Dass man sich keine Gedanken gemacht, keinen Finger gerührt oder gar die Ermittlungen sabotiert habe, sei schlichtweg falsch, betonte Stebens zum Sitzungsauftakt. Innerhalb von drei Monaten sei man sich bewusst geworden, dass die in den ersten Tagen festgelegten Strukturen des „Groupe d'observation et de recherche“ und des „Groupe d'enquête“ nicht funktionieren konnten. Der Informationsfluss sei schwierig gewesen und die beiden Einheiten hätten geografisch zu weit auseinander gelegen. Deshalb habe er gemeinsam mit den Offizieren Reuland und Hamen den Bericht vom 3. Januar 1986 verfasst.

Darin hieß es, es solle eine neue Struktur geschaffen werden: eine gemeinsame Bommeleeër-Ermittlergruppe, die von allen anderen Aufgaben freigestellt werden sollte. Die Leitung sollte ein erfahrener „Officier supérieur“ gemeinsam mit zwei anderen Offizieren übernehmen. Das Schreiben stieß aber offensichtlich bei Colonel Harpes nicht auf Gegenliebe, denn die Forderungen liefen ins Leere. Lediglich der Kreis der Verdächtigen habe Beachtung gefunden und das auch nur teilweise.

Harpes habe eben entschieden und damit sei die Diskussion vorbei gewesen. Das Gefühl, jemand habe ihn als jungen unerfahrenen Offizier aufs Glatteis führen wollen, habe er nicht gehabt.

„Kee Kapp a kee Schwanz!“

Nach seiner Fortbildung in Wiesbaden sei der Überfall der Waldbilliger Bande und der Tod des Polizisten Patrice Conrardy das Hauptgesprächsthema gewesen. Er erinnere sich nur daran, dass der Polizist Zenners ihm davon erzählt habe, dass Geiben mit hohem Tempo in Richtung Belgien gefahren sei. Er habe nichts in Erinnerung, das an der Observierung Geibens anormal hätte sein sollen. „Dat ass totale Brach“, ärgerte sich der beigeordnete Staatsanwalt Oswald daraufhin. „Dat wat e vun Ufank un hei vu sich ginn huet, huet kee Kapp a kee Schwanz!“ Stebens erwiderte, er könne sich vorstellen, dass der Verlauf der Observierung im GOR bekannt gewesen sei. Niemand habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es da ein Problem gegeben habe. „Dir wart jo awer Chef“, betonte Sylvie Conter. „Firwat hutt Dir da net no deem Rapport gekuckt?"

„Mierkt Dir net, wéi Dir Iech zënter dräi Deeg hei lächerlech maacht“, hakte Oswald nach. Wenn Zenners ihm von Geibens Fahrt nach Belgien erzählt habe, dann habe er sicher auch über die Vokommnisse am Tag zuvor berichtet, über die er sich dermaßen geärgert hatte. „Firwat kënnt déi ganz deemoleg Führungsriege vun der Gendarmerie sech hei lächerlech maache“, fuhr die vorsitzende Richterin fort. „Et kennt ee jo mengen dat wier déi gréissten Usammlung vun Inkompetenten, déi et jemols hei am Land gouf. Wësst der, Här Stebens, mir kréien do heinsdo komesch Gedanken. Et kritt een d'Impressioun, dat do gesot gëtt, da mache mer hei dräi Deeg de Bockel ronn a loossen et iwwert eis ergoen an dann ass et gutt.“ - „Ech verstoppe näischt“, bemühte sich Stebens daraufhin schnell zu sagen.

Vogel: „Näischt foutéiert“

„Déi eenze wichteg Fro, déi hätt misse gestallt ginn, war déi, wou de Ben Geiben war, wéi et geknuppt huet", stellte Oswald fest. „Hutt Dir déi Fro gestallt?“ – „Ech ka mech net drun erënneren“, erwiderte Stebens. „Dir wart iwwerzeegt, datt et de Geiben net war, dofir hutt Dir neischt foutéiert", unterstrich Me Gaston Vogel mit erhobenem Zeigefinger. "Meng Attitude huet sech net geännert, ob dat elo de Geiben war oder net", hielt Stebens dem entgegen.

Er habe nie erfahren, dass die Beschattung Geibens in der Nacht wieder angelaufen sei und auch von den Verdachtsmomenten gegen Jos Steil habe er nichts gewusst, erklärte Stebens.

Am Donnerstag werden sich die Zeugen Stebens und Zenners vor der Kriminalkammer gegenüber stehen – zwecks Abgleich ihrer Aussagen. Anschließend ist Ex-Srel-Chef Charles Hoffmann vorgeladen. Am Montag folgt der ehemalige Untersuchungsrichter Prosper Klein. Am Dienstag soll Charles Bourg aussagen und anschließend Armand Schockweiler.