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Blutiges Familiendrama
Lokales 2 Min. 07.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Versuchter Totschlag an Ehefrau

Blutiges Familiendrama

Wegen versuchten Totschlags muss sich ein Mann vor Gericht verantworten.
Versuchter Totschlag an Ehefrau

Blutiges Familiendrama

Wegen versuchten Totschlags muss sich ein Mann vor Gericht verantworten.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 2 Min. 07.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Versuchter Totschlag an Ehefrau

Blutiges Familiendrama

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 53-jähriger Belgier, der in Luxemburg lebt, vor Gericht verantworten. Er soll seiner Frau den Hals aufgeschnitten haben, weil er die anstehende Scheidung nicht ertrug.

(SH) - 1. Oktober 2013, gegen 16.30 Uhr in Oberkorn: In der Garage des gemeinsamen Hauses wird eine Frau von ihrem Mann mit einem Messer an der Kehle verletzt. Sie kann ins Wohnzimmer flüchten und den Notruf alarmieren. Da sie allerdings aufgrund der Verletzungen Probleme hat, sich zu artikulieren, übernimmt ihr Mann.

„Der Mann erklärte uns, er hätte seiner Frau den Hals aufgeschnitten und würde sich nun selbst umbringen“, erklärte eine Polizistin vor Gericht. Er habe gesagt seine Frau liege im Sterben, hätte jedoch verweigert, weiter an den Notdienst verbunden zu werden. Hierfür sei es zu spät. Dennoch alarmierten die Beamten den Notarzt und begaben sich im Eildienst zum Tatort.

Dort trafen sie die beiden verletzten Personen an. „Die Frau hatte ein großes Loch im Hals. Man konnte alles sehen“, beschrieb die Beamtin. Wie gravierend die Verletzungen waren, bestätigte vor Gericht eine Medizinerin: „Die großen Venen und die Luftröhre waren durchtrennt, Muskeln und die Speicheldrüse verletzt worden. Die Verletzungen waren absolut lebensbedrohlich.“ Die Frau hatte gar einen kurzfristigen, klinischen Tod erlebt und musste wiederbelebt werden.

Ob es im Vorfeld der Messerstiche einen Streit gegeben hatte, blieb zunächst offen. Abwehrverletzungen hätten es bei der Frau jedoch keine gegeben, woraus sich schließen lässt, dass es sich um eine unerwartete Attacke handelte. Das Opfer bestätigte, dass alles sehr schnell ging. Die Frau habe auch das Messer erst später gesehen.

Anstehende Scheidung als Hintergrund

Hintergrund der Tat war wohl eine anstehende Scheidung. Probleme zwischen den Eheleuten hatte es bereits vor dem Tatzeitpunkt gegeben, u. a. wegen der Untreue des Mannes. Dies bestätigten diverse Zeugen den Ermittlern. Aus finanziellen Gründen habe der Mann die Scheidung jedoch nicht akzeptieren wollen. Dies vor allem, da er sein Haus hätte aufgeben müssen. Zu gewaltsamen Streitereien soll es jedoch nicht gekommen sein.

Wie einer der Ermittler der Kriminalpolizei erklärte, hatten sowohl der Mann als auch die Frau öfters Alkohol getrunken. Auch am Tattag. Der Mann hatte das Haus am Morgen verlassen und in einer Bar mehrere Gläser Wein getrunken. Dann begab er sich nach Hause, wo er ein weiteres Mal mit seiner Frau reden wollte, um ihre Situation zu klären. Die Frau hatte ihrerseits eine Flasche Sekt getrunken, nachdem sie die Nachricht erhalten hatte, dass es ihrem Vater nicht gut ging.

Während in der Klinik beim Mann ein Alkoholpegel von 1,79 Promille festgestellt werden konnte, stellte sich dies bei der Frau als schwieriger heraus. Wegen ihrer schweren Verletzungen hatte sie Bluttransfusionen erhalten. Sie hatte allerdings während der polizeilichen Anhörung angegeben, getrunken zu haben.

Der Prozess wird am Dienstag fortgeführt.


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