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Blitzer in Betrieb: 15 Dinge, die Sie über die Radargeräte wissen sollten
Lokales 4 Min. 16.02.2016

Blitzer in Betrieb: 15 Dinge, die Sie über die Radargeräte wissen sollten

Die neuen Radargeräte sind an dem gestreiften Muster erkennbar. In den beiden oberen „Streifen“ befinden sich die Blitzeinheiten, in den beiden unteren die Messgeräte.

Blitzer in Betrieb: 15 Dinge, die Sie über die Radargeräte wissen sollten

Die neuen Radargeräte sind an dem gestreiften Muster erkennbar. In den beiden oberen „Streifen“ befinden sich die Blitzeinheiten, in den beiden unteren die Messgeräte.
Foto: Guy Jallay
Lokales 4 Min. 16.02.2016

Blitzer in Betrieb: 15 Dinge, die Sie über die Radargeräte wissen sollten

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Am Mittwoch wurden die ersten zehn Radarblitzer "scharfgestellt". Es wird also Zeit zu wissen, man wissen, wann die grau-schwarzen-gestreiften Säulen blitzen und wie lange man Zeit hat, um einen Strafzettel zu bezahlen.

(kw) - An diesem Mittwoch startet offiziell das „Blitzlichtgewitter“ der ersten zehn Radargeräte in Luxemburg. Schlägt der Blitzer nun zu, werden die Autofahrer zur Kasse gebeten.

Damit Sie nicht überrascht werden, hier zehn Dinge über die Messgeräte und ihrer Funktionsweise:

  1. Standort: Ab dem 16. März werden Radargeräte an zehn Standorten funktionieren, weitere zehn folgen im April. Die Strecken, auf denen geblitzt wird, wurden konkret ausgewählt. Ein Expertenteam, bestehend u. a. aus Mitarbeitern des Ministeriums für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, der Polizei und der Straßenbauverwaltung, hatte insgesamt 105 Strecken vorgeschlagen. Die konkreten Standorte wurden anschließend anhand von drei Kriterien ausgewählt: die Zahl der Unfälle mit Verletzten, die Schwere dieser Unfälle und die tatsächlich auf diesen Abschnitten gefahrene Geschwindigkeit.

  2. Funktionsweise: Neben den zehn beziehungsweise 20 feststehenden Radargeräten entlang der Straße werden künftig auch sechs mobile Messgeräte im Einsatz sein. Über sie wird die Polizei verfügen. Die Unterschiede zu den fixen Varianten sind nur minimal. Beide können bis zu drei Fahrbahnen mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen gleichzeitig erfassen. Auch kann das System zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen wie Lastwagen und Autos unterscheiden. Einziger Unterschied zwischen fixen und mobilen Radargeräten: die fixen Geräte fotografieren ein Fahrzeug von vorne und von hinten, die mobilen nur frontal. 

  3. Toleranzgrenze: Die ersten zehn Radargeräte stehen auf Strecken mit erlaubten Höchstgeschwindigkeiten von 70, 90, bzw. 110 km/h. Und sie funktionieren gemäß eines Toleranzwertes. Dieser beträgt bei einem Tempo unter 100 km/h drei Stundenkilometer, bei einer Geschwindigkeit über 100 km/h drei Prozent. Auf einer Tempo-70-Strecke wird der Blitzer demnach erst bei 74 km/h ausgelöst. Bei Tempo-90 blitzt es bei 94 km/h. Bei Strecken mit Beschränkung auf 110 km/h schnappt die Radarfalle ab 115 km/h zu. 

  4. Kosten: Wird ein Autofahrer geblitzt, hängt die Höhe der Strafe von der Fahrgeschwindigkeit ab. Fährt er nur leicht zu schnell, muss er 49 Euro bezahlen. Fährt er aber mindestens 20 km/h schneller als erlaubt, zahlt er 145 Euro und verliert zwei Punkte. Überschreitet er die Höchstgeschwindigkeit mit mehr als 50 km/h, muss er sich vor Gericht verantworten. 

  5. Rechnung: Spätestens vier Wochen, nachdem ein Fahrer geblitzt wurde, erhält er ein Einschreiben der Polizei. Anschließend hat er 45 Tage Zeit, um die Rechnung zu begleichen. Autofahrer aus dem Ausland bekommen einen zusätzlichen Monat Zeit. Sie müssen spätestens nach 75 Tagen zahlen. 

  6. Foto: Wenn ein Auto von einem fixen Radargerät geblitzt wird, werden sowohl Fahrer wie auch Wagen aus beiden Richtungen fotografiert. Die Fotos werden jedoch nicht mit dem Strafzettel verschickt. Will man sie sehen, muss man sie beim „Centre de traitement“ der Verkehrspolizei in Bartringen persönlich beantragen. Man darf das Bild jedoch nicht mit nach Hause nehmen. Auf dem Bild werden außer dem Verkehrssünder alle anderen Autofahrer unkenntlich gemacht. 

  7. Bezahlen: Bezahlen muss im Normalfall immer der Besitzer des Fahrzeuges, das geblitzt wurde. Im Falle eines Leasingvertrages wäre dies jedoch nicht die Verleihfirma, sondern der „Mieter“. Kann der Autobesitzer aber beweisen, dass er nicht der Fahrer war, muss die identifizierte Person für die Kosten aufkommen. 

  8. Punkte: Punkte verliert nur der identifizierte Fahrer. 

  9. Einspruch: Erhält ein Autofahrer einen Strafzettel, obwohl er selbst nie geblitzt wurde, kann er Einspruch einlegen. Dem Strafzettel liegt für solche Fälle ein spezielles Formular bei. Ein Einspruch muss aber belegt werden. Wurde das eigene Auto z. B. gestohlen, muss eine Kopie der Anzeige beigefügt werden. Hat man sein Auto kürzlich verkauft, muss eine Kopie des Kaufvertrages beiliegen. Ist man selbst nicht der Fahrer, muss man Name, Adresse und Geschlecht des eigentlichen Rasers nennen. 

  10. Daten: Spätestens zwei Wochen, nachdem ein Fall zu den Akten gelegt wird, werden die gespeicherten Bilder gelöscht. Die restlichen Daten werden spätestens nach drei Jahren gelöscht.

  11. Mitarbeiter: Sechs Inspektoren, drei Brigardiere und vier Zivilpersonena arbeiten im „Centre de traitement“ und bearbeiten die Informationen, die von den Radargeräte gesammelt werden.

  12. Vandalismus: Bereits im Februar wurde der erste Fall von Radarvandalismus gemeldet. In Beckerich wurde eine Blende abgerissen. Die Reparaturen beliefen sich auf etwa 960 Euro.

  13. Testphase: Sowohl die mobilen wie auch die fixen Radargeräte wurden im Februar während einer Testphase geprüft. Insgesamt 20.000 mal schlugen die Blitzer während diesen vier Wochen zu. Insbesondere das Radargerät am Ende der A4 blitzte besonders oft.

  14. Apps: Mehrere Apps wurden in den letzten Wochen veröffentlicht, die luxemburgische Autofahrer vor Radargeräten warnen. So gibt es „Luxspeed“ für iPhone und „Luxradar“ für Android.

  15. Gesetzesänderung: Erst vor wenigen Tagen verabschiedete das Parlement eine Gesetzesänderung. So werden die Verkehrsdelikte, die die Blitzer erfassen, beschränkt: Einzig überhöhte Geschwindigkeiten, Nicht-Einhalten des Sicherheitsabstandes, das Benutzen von Busspuren und das Ignorieren einer roten Ampel werden geahndet.



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