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Bitte mehr Hilfe gegen Schmerzen!
Lokales 05.03.2014 Aus unserem online-Archiv

Bitte mehr Hilfe gegen Schmerzen!

Lokales 05.03.2014 Aus unserem online-Archiv

Bitte mehr Hilfe gegen Schmerzen!

Das Schwerste, was ich als Krankenhausseelsorger erlebte, war, als Kinder starben. Man findet keine Worte. Es ergibt keinen Sinn, wenn auf einen jungen Menschen, der gerade das Leben kennengelernt hat, der Tod zukommt. Solche Situationen kann man einfach nicht vergessen.

Das Schwerste, was ich als Krankenhausseelsorger erlebte, war, als Kinder starben. Man findet keine Worte. Es ergibt keinen Sinn, wenn auf einen jungen Menschen, der gerade das Leben kennengelernt hat, der Tod zukommt. Solche Situationen kann man einfach nicht vergessen.

Ich sehe auch die Mütter und Väter vor mir, die um das Leben ihres Kindes gekämpft haben. Das Sterben eines Kindes stellt mich vor die harte und grausame Realität und ich bin mir dadurch bewusst, wie hilflos ich bin.

Eine „einfache Lösung“ dazu gibt es nicht.

Und es gibt sie auch nicht, wenn das belgische Parlament das Recht auf aktive Sterbehilfe für Kinder ausweitet. Dieses Gesetz ist weltweit einmalig, das die Euthanasie auf Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ausdehnt. Auch wenn Kinder und Erwachsene durchaus den Todeswunsch äußern: „Ich will nicht mehr leben“, heißt das in erster Linie, dass sie so nicht mehr weiterleben wollen.

Kinder in einer solchen Situation ernst nehmen, kann nicht bedeuten, genau das zu machen, was sie sagen und als Wunsch äußern. Ich kann nicht jedem Wunsch zustimmen. Das würde man auch bei gesunden Kindern nicht machen. Eigentlich müssen wir daran arbeiten, dass wir die Umstände ändern und ihnen das Leben dann wieder in irgendeiner Form lebenswert und erträglich machen.

Und das passiert bei weitem noch nicht. Es gibt viel zu selten Palliativmedizin und Hospizversorgung für Kinder und Jugendliche. Parlamente sollten die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, dass kein Mensch alleine oder schlecht versorgt sterben muss – und erst recht kein Kind!

Bevor wir uns über eine – aus meiner Sicht falsche – Entscheidung in Belgien empören, müssen wir ausreichend finanzielle Mittel für eine gute Schmerzmedizin sicherstellen und die Bedingungen für eine menschenwürdige Sterbebegleitung verbessern.

Pater Theo Klein SCJ