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Bissen: Ein bisschen mehr Daten
Lokales 2 Min. 12.12.2019

Bissen: Ein bisschen mehr Daten

So in etwa soll das künftige Datenzenter in Bissen aussehen.

Bissen: Ein bisschen mehr Daten

So in etwa soll das künftige Datenzenter in Bissen aussehen.
Grafik: WW+
Lokales 2 Min. 12.12.2019

Bissen: Ein bisschen mehr Daten

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Teilbebauungsplan des künftigen Google-Zenters kann jetzt von der Öffentlichkeit eingesehen werden. Umweltrelevante Daten lassen allerdings noch auf sich warten.

So langsam wird es konkret um das geplante Google-Datenzenter in Bissen. Nachdem der Gemeinderat dem punktuell abgeänderten allgemeinen Bebauungsplan (PAG) zustimmte, ist der Teilbebauungsplan (PAP) nun, so wie die gesetzliche Prozedur dies vorsieht, seit vergangenem Wochenende für eine Dauer von 30 Tagen für die Öffentlichkeit einsehbar.

Während kritische Fragen wie der Stromverbrauch des Datenzenters und die Bereitstellung des für die Kühlung benötigten Wassers wohl erst im Zuge der anstehenden Umweltverträglichkeitsprüfung beantwortet werden, so gibt der PAP aber bereits einen etwas deutlicheren Einblick in die Strukturen, die dort entstehen sollen. So dürfen laut PAP maximal 30 Prozent des gesamten Areals bebaut werden. Insgesamt umfasst das bebaubare Gelände 32,32 Hektar, dies unterteilt in vier Zonen.

Diskussion um Maximalhöhe

Laut dem Bauherr, der Gesellschaft Londonbridge, soll diese Unterteilung es ermöglichen, die künftigen Gebäude nach ihrer Größe zu staffeln. Der Bereich, der an die nächsten Anwohner grenzt, wird also die niedrigsten und kleinsten Gebäude enthalten. Die höheren Gebäude sowie die Kühltürme, die als Lärmquelle gelten, sollen dann im Zentrum beziehungsweise auf der Ostseite des Geländes untergebracht werden. Dort ist übrigens eine Maximalhöhe von 25 Metern als Orientierungsrahmen festgesetzt worden. Allerdings kann der Bauherr auf zehn Prozent der Fläche in Ausnahmefällen Konstruktionen von bis zu 33 Metern Höhe errichten. Für administrative Gebäude gilt hingegen eine Maximalhöhe von 15 Metern.


7.9. Gemeindeillustrationen / Gemeinde Bissen / Ortschaft Bissen Foto:Guy Jallay
Bürgerversammlung: Google im Dialog
Der Internetgigant lädt am Donnerstagabend zu einer öffentlichen Informationsversammlung nach Bissen.

Weitere im PAP erwähnte Punkte sind das Errichten eines doppelten Schallschutzes, das Anlegen eines Grüngürtels um die Anlage sowie die Anbindung an das Verkehrsnetz und das Schaffen von Parkplätzen. Weitere Punkte sind die Beleuchtung des Areals und die Evakuierung des Regenwassers.

Angesehen hat sich das Dokument auch die lokale Bürgerinitiative. Deren Präsident Daniel Hientgen ist mit den Daten, die er vorgefunden hat, überhaupt nicht zufrieden: "Sehr viele Fragen bleiben in diesem PAP unbeantwortet. Bis auf die Höhe der Gebäude liefert Google überhaupt keine neuen Zahlen. Und selbst dort werden jede Menge Ausnahmen gemacht". Hientgen stört sich vor allem an den laut seinen Aussagen bis zu 38 Meter hohen Kühltürmen, die dort errichtet werden sollen. Noch gestern Abend fand eine weitere Unterredung zwischen Bürgerinitiative und Bürgermeister David Viaggi statt. Auch der Bürgermeister hatte vor Kurzem erklärt, dass er endlich Details erfahren wolle.

„Der Teilbebauungsplan ist die letzte Phase, in der der Gemeinderat noch eine Einspruchsmöglichkeit hat“, so Hientgen. „Uns wurde immer wieder gesagt, wir würden jetzt endlich die Details erfahren. Wenn die wichtigsten Informationen aber erst mit der Umweltverträglichkeitsstudie geliefert werden, dann ist der Rest später nur noch Verhandlungssache. Die Gemeinde hat dann aber nichts mehr zu melden“, so Hientgen.

Großzügige Auslegung

Dass der PAP sehr großzügig ausgearbeitet wurde, um Google möglichst viel Flexibilität zu belassen, verdeutlicht laut Hientgen auch ein dem PAP beiliegender Brief des beigeordneten Direktors des Wasserwirtschaftsamts, Luc Zwank. Zwank erklärt dort im Zuge der Maßnahmen zum Ableiten des Regenwassers, dass der PAP wegen der genannten Flexibilität nicht mit der gleichen Detailliertheit ausgearbeitet worden sei , wie dies zum Beispiel bei einem Wohnviertel der Fall gewesen wäre.

Bis zum 6. Januar haben Interessierte jetzt Zeit, die Dokumente einzusehen und gegebenenfalls Reklamationen einzureichen. Danach liegt es den Händen des Gemeinderats, über den Teilbebauungsplan abzustimmen. Die Bürgerinitiative will sich nach ihrem Gespräch mit dem Bürgermeister festlegen, ob man Einspruch einlegen wird oder nicht.


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