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Bisheriges Hochhausprojekt in Esch: Neue Variante ohne Turm
Zwischen der Rue Victor Hugo (1) und dem Boulevard Prince Henri (2) entsteht nun doch kein Hochhaus, sondern eine Reihe von elf Einfamilienhäusern (3), ein Studentenwohnheim (4) und ein Doppelgebäude (5) mit Geschäften, Büros und 50 Wohnungen.

Bisheriges Hochhausprojekt in Esch: Neue Variante ohne Turm

Grafik: Ballinipitt Architectes Urbanistes
Zwischen der Rue Victor Hugo (1) und dem Boulevard Prince Henri (2) entsteht nun doch kein Hochhaus, sondern eine Reihe von elf Einfamilienhäusern (3), ein Studentenwohnheim (4) und ein Doppelgebäude (5) mit Geschäften, Büros und 50 Wohnungen.
Lokales 3 2 Min. 24.05.2017

Bisheriges Hochhausprojekt in Esch: Neue Variante ohne Turm

Luc EWEN
Luc EWEN
Was anstelle des einst angedachten Hochhauses geplant ist und warum einige Anwohner sich weiterhin wehren.

(L.E.) - Mehr Beton, weniger Grün, dafür aber nicht so hoch. So reagieren die Planer auf die Forderungen der Anwohner und Politiker nachdem das Hochhausprojekt „Uecht“ verworfen worden war. Doch Undank ist der Welt Lohn. Viele Anwohner wollen nun doch lieber den Turm.

Aus dem Hochhaus wurden zwei niedrigere Multifunktionsgebäude. So könnte ein Laie grob die Änderungen zusammenfassen, die das Planungsbüro Claude Konrath und das Architektenbüro Ballinipitt am sogenannten Losch-Projekt (offiziell: „Portal Eent“) vorgenommen haben.

Hätte sich das erste  Projekt  durchgesetzt, wäre entlang des Boulevard Prince Henri ein 60 Meter 
hoher Turm entstanden. Zum Vergleich: Die „Maison du savoir“ in Belval ist etwa 80 Meter hoch.
Hätte sich das erste Projekt durchgesetzt, wäre entlang des Boulevard Prince Henri ein 60 Meter 
hoher Turm entstanden. Zum Vergleich: Die „Maison du savoir“ in Belval ist etwa 80 Meter hoch.
(GRAFIK: PROJEKTENTWICKLER CLAUDE KONRATH / ARCHITEKTURBÜRO BALLINIPITT)

Am Montagabend hatte die Stadt Planer und Einwohner zur Bürgerversammlung eingeladen. Die wurde zum Schlagabtausch. Zuvor war das erste Projekt zerredet worden. Es sah in etwa die gleiche Zahl an Wohnungen und Büros – aber alle in einem Hochhaus – vor, sodass Platz für einen großen Park mit Spiel- und Grünflächen vorhanden gewesen wäre. Der fällt nun kleiner weg.

In der Rede zur Haushaltsvorlage hatte Bürgermeisterin Vera Spautz am 18. November 2016 das Turmprojekt zu Grabe getragen. Dies mit der Ankündigung, das Projekt werde nicht weiterverfolgt: „Sowohl wir (der Schöffenrat – Anmerkung der Redaktion), wie eine ganze Reihe von Einwohnern, stehen so einem Bauvorhaben nicht negativ gegenüber. Wir sind aber der Meinung, dass dieses Projekt aus verschiedenen Gründen nicht in dieses Wohnviertel passt.“ Knackpunkt war der Turm.

Das Projekt wurde daraufhin geändert. Ein Teil des Freiraums fällt nun einem weiteren Gebäude zum Opfer. Salopp gesagt: es ist der obere Teil des Turms, der als vierstöckiges Gebäude neben dem nur noch fünfstöckigen Restturm steht.

Insgesamt sind 101 Wohneinheiten geplant. Elf in Reihenhäusern, 40 als Studentenwohnungen und 50 in den im Erdgeschoss untereinander verbundenen Halbtürmen. Dort sind Geschäfte mit Restaurants samt Terrassen vorgesehen. Darunter sind 240 unterirdische Parkplätze geplant.

Dann doch lieber den Turm

Doch dieses Vorhaben stieß in der Versammlung vom Montag ebenfalls auf Ablehnung. Augenscheinlich hätten die meisten der Anwesenden lieber den Turm mit dem größeren Park gehabt, waren nur halt in der ersten Versammlung nicht laut genug. Am Montag waren unter den rund 20 anwesenden Bürgern die Turm- und Parkbefürworter jedenfalls in der Mehrheit. Ob das Projekt nun erneut geändert wird? Wohl kaum.

Schöffe Henri Hinterscheid brachte es auf den Punkt: „Es gibt zwei Interessen“, fasste er zusammen. Ein Teil der Anwohner lebe in Häusern ohne Garage und Parkplatz. Die wollten Parkplätze. Der andere Teil habe Garagen und befürworte Grünflächen. Auch deshalb wird es wohl schwer sein, einen Konsens zu finden. Zumal dann, wenn es demnächst auch um die Neugestaltung der Place Stalingrad gehen sollte.

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