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Bis Mittwochabend schieben die Engel Kegel
Lokales 4 Min. 07.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Wie man sich bei Gewitter richtig verhält

Bis Mittwochabend schieben die Engel Kegel

Blitze entstehen vor allem im Sommer, wenn die Luft warm und feucht zugleich ist.
Wie man sich bei Gewitter richtig verhält

Bis Mittwochabend schieben die Engel Kegel

Blitze entstehen vor allem im Sommer, wenn die Luft warm und feucht zugleich ist.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 4 Min. 07.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Wie man sich bei Gewitter richtig verhält

Bis Mittwochabend schieben die Engel Kegel

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Mit den steigenden Temperaturen im Sommer klettert auch das Gewitterrisiko. Bis Mittwochabend hat Meteolux Warnstufe Gelb ausgegeben. Verhält man sich richtig, kann man die Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden, reduzieren.

(kw) -  Bis Mittwochabend 18 Uhr hat der staatliche Wetterdienst Meteolux die Warnstufe Gelb ausgegeben. Es ist mit heftigen Gewittern zu rechnen, die von Starkregen, Hagel und Windstößen von bis zu 60 km/h begleitet werden können. Niederschlagsmengen von zu 20 Litern pro Quadratmeter pro Stunde können nicht ausgeschlossen werden. In der Region Remich fielen Hagelkörner von drei bis vier Zentimetern Durchmesser.

Am Dienstagnachmittag fielen Hagelkörner in Größe von Tischtennisbällen in der Gegen um Remich.
Am Dienstagnachmittag fielen Hagelkörner in Größe von Tischtennisbällen in der Gegen um Remich.
Foto: MeteoRemich/Wi Se/Bous/Assel

Erst am Donnerstag soll sich das Wetter wieder beruhigen. Bis Samstag soll es dann trocken bleiben – bei leicht abgekühlten Temperaturen um 20 Grad. Am Samstagabend steigt Meteolux zufolge dann aber erneut die Tendenz zu Gewittern.

Unvorhersehbar und mit verheerenden Folgen

Im Laufe des Jahres wird es aber sicherlich noch öfters zu solchen Warnungen kommen. Denn klettern im Sommer die Temperaturen, steigt auch das Unwetterrisiko.

Doch auch wenn Meteolux diesmal von "Gewittern, die ausbrechen können" spricht, sind diese öfters mal unvorhersehbar und können dementsprechend verheerende Folgen mit sich ziehen. 

Aus diesem Grund hat die Regierung mehrere Aktionspläne ausgearbeitet, die in Kraft treten, je nachdem wie stark das Unwetter ist. Diese Aktionspläne sehen auch Verhaltensregeln vor, die Unfälle vermeiden und womöglich sogar auch Leben retten können. 

Angefangen bei den eigenen vier Wänden. Dass man sich zu Hause am sichersten fühlt, gilt auch bei Unwettern. Ist nämlich ein Blitzableiter auf dem Dach installiert, gibt es keinen Grund zur Sorge. Diese Installation leitet den Blitz am Haus entlang zum Boden und schützt so Geräte und Personen im Inneren des Gebäudes. Fehlt ein Blitzableiter, sollte man sich an einige Vorsichtsmaßnahmen halten. So sollte man verhindern, kabelgebundene Telefone und elektronische Geräte zu benutzen. Der Grund: Metallene Leitungen, die von außen ins Haus führen, können bei einem Blitzschlag den Strom ins Innere leiten.

Zwischen Limpach und Sassenheim stand die Landstraße nach heftigen Niederschlägen am Dienstagabend unter Wasser.
Zwischen Limpach und Sassenheim stand die Landstraße nach heftigen Niederschlägen am Dienstagabend unter Wasser.
Foto: Jacques Ganser

Dies ist aber nicht nur für die Person gefährlich, die das Gerät hält, sondern auch für das Gerät selbst. Wegen der Überspannung durch den Blitzeinschlag können die elektronischen Geräte nicht nur zerstört werden, sondern auch in Brand geraten. Aus diesem Grund befolgt man lieber den allbekannten Rat und nimmt Geräte wie Fernseher und PC vom Strom. 

Weg von Bäumen ... 

Wer nicht zu Hause ist und unterwegs – etwa beim Sport oder bei einem Spaziergang – von einem Gewitter überrascht wird, sollte erst mal herausfinden, wie weit das Unwetter entfernt ist. Dafür gibt es eine einfache Rechnung. So zählt man jede Sekunde, die zwischen der Sichtung eines Blitzes und dem Hören des Donners vergeht. Diesen Wert teilt man dann durch drei, um die Distanz in Kilometer zu errechnen. 

Sieht man also einen Blitz, zählt bis 15 und hört dann einen Donner, ist das Gewitter etwa fünf Kilometer entfernt. Zählt man aber nur bis drei, bis der Donner zu hören ist, befindet sich das Gewitter in unmittelbarer Nähe. Kann man sich nicht mehr frühzeitig in Sicherheit bringen, gibt es einige Regeln, an die man sich halten sollte. So solle man, wie die Regierung auf dem Portal „infocrise.lu“ erklärt, keinen Schutz unter Bäumen suchen, vor allem nicht unter alleinstehenden Bäumen. 

Dies gilt – trotz des Sprichworts „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“ – für alle Arten von Bäumen. Einem Blitz ist es nämlich gänzlich egal, wo er einschlägt. Da Blitze den kürzesten Weg suchen, sind es vor allem Bäume, die gerne getroffen werden. Deshalb sollte man einen Abstand von mindestens zehn Metern halten. Dies gilt auch für hohe Bauwerke wie Windräder, Telefonmasten und Stromleitungen. 

... raus aus dem Wasser ... 

Man sollte sich aber nicht in Sicherheit wägen, wenn sich im Umkreis keine hohen Bauwerke oder Bäume befinden. Ist man auf einem flachen Feld unterwegs, ist man selbst der höchste Punkt. Doch auch wenn es logisch erscheinen mag, sollte man sich nicht flach auf den Boden legen, da man dem Blitz so zu viel Fläche bietet. Richtig ist es, sich in die Hocke zu setzen, seine Knie zu umfassen und den Kopf zu senken. 

Gefährlicher als auf einem leeren Feld ist es aber im Wasser. Denn auch wenn ein Blitz in großer Entfernung ins Wasser einschlägt, wird der Strom weitergeleitet, kann den Schwimmer erfassen und somit Tod durch Ertrinken auslösen. Dies gilt aber nicht nur für ein Freibad oder einen See. Auch vom Duschen oder Baden sollte man bei Gewitter absehen. 

... und rein ins Auto 

Am sichersten ist es in einem Auto. Denn der Wagen funktioniert bei einem Blitzeinschlag wie ein Faradayscher Käfig. Schlägt der Blitz ein, wird der Strom um den Wagen herum in den Boden geleitet. Die Insassen sind sicher. Einzig wenn das Auto in Fahrt ist, kann ein Blitzeinschlag gefährlich werden, da schlimmstenfalls die Räder explodieren und das Auto sich überschlägt. Zweirädrige Fahrzeuge wie Fahrräder und Motorräder gelten jedoch nicht als Faradaysche Käfige. Bei Gewitter sollte man sich mindestens drei Meter von diesen Gefährten entfernen. 

Doch egal, wo man sich gerade befindet und egal, wie stark das Gewitter ist, eines gilt immer: Man sollte Ruhe bewahren.


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(Archivbild vom 02.04.2017/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Bernd März/dpa/dpa-tmn
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