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Biodiversum reinigt Tierpräparate mit Kälte
Lokales 18.10.2020

Biodiversum reinigt Tierpräparate mit Kälte

Nach ihrem Ausflug in die Hauptstadt stehen die ausgestopften Tiere wieder an ihrem alten Platz

Biodiversum reinigt Tierpräparate mit Kälte

Nach ihrem Ausflug in die Hauptstadt stehen die ausgestopften Tiere wieder an ihrem alten Platz
Foto: Gerry Huberty
Lokales 18.10.2020

Biodiversum reinigt Tierpräparate mit Kälte

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Das Biodiversum in Remerschen hat seine Tierpräparate einer besonderen Kältekur bei -20 Grad unterzogen. Die Behandlung soll Parasiten wie Käfer und Mottenlarven abtöten.

 Bei Kindern sind sie die heimlichen Stars im Biodiversum: Fuchs, Dachs, Wildschwein, Biber und viele andere ausgestopfte Tiere lassen sich im ersten Stock des Naturerlebniszentrums am Haff Réimech aus nächster Nähe beobachten.

In den vergangenen Wochen waren die Tiere aus der Ausstellung verschwunden, weil sie eine ungewöhnliche Reise in die Hauptstadt gemacht hatten. Eine Woche hatten sie in einem Tiefkühlcontainer bei -20 Grad verbracht. Diese ungewöhnliche Kryotherapie sollte die Tiere nämlich von Parasiten befreien.

Tierpräparate sind besonders anfällig für schädliche Insekten wie bestimmte Fliegenlarven, Motten oder den Pelzkäfer. „Dies gilt in besonderer Weise für unsere Ausstellung, weil die Tierpräparate frei im Raum und nicht in Vitrinen stehen“, sagt Steve Jungen, Leiter des Biodiversums.

Schonende Reinigung

Normalerweise wenden Museen chemische Mittel an, um die Insekten und ihre Larven zu zerstören. „Das wollten wir nicht. Mit Rücksicht auf die Besucher und die Mitarbeiter haben wir nach einem Weg gesucht, die Tiere zu reinigen, ohne die Raumluft zu belasten“, sagt Jungen.

Deshalb beteiligte sich das Biodiversum an einem Experiment des Natur Musée, das seine Tierpräparate mit Kälte reinigte. „Anschließend wurden die Präparate schonend mit Druckluft abgeblasen, um Rückstände zu entfernen“, erklärt Steve Jungen.


Zur Eröffnung hat sich das Museum unter anderem die Ausstellung „Chambre des merveilles“ ausgedacht.
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Unter Beobachtung

Die Behandlung ist bei Museen noch nicht etabliert und befindet sich im Teststadium. In den nächsten Monaten werden Steve Jungen und die Mitarbeiter den Zustand des Fuchses und seiner Kollegen also genau im Auge behalten.

Das getrocknete Schilf, von dem die ausgestopften Tiere umgeben waren, musste wegen Schädlingsbefall entsorgt werden. Mit dem Ersatz wird es ein wenig dauern: „Neues Schilf wird am Haff Réimech nur dann geschnitten, wenn die Unterhaltungsmaßnahmen es erfordern“, sagt Steve Jungen.  

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