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Bilder einer Geisterstadt

Bilder einer Geisterstadt

Bilder einer Geisterstadt

Bilder einer Geisterstadt


04.04.2020

Es sind Bilder wie aus einem Endzeitfilm. Wie das Corona-Virus das öffentliche Leben entseelt.

Von Steve Remesch und Pierre Matgé (Fotos) 

Eigentlich könnten die Bilder an einem frühen Sonntagmorgen entstanden sein. Kein Verkehr, kein Baustellenlärm, keine hektischen Menschen. Eine Postkartenidylle. Ein Traum – und doch auf den zweiten Blick absolut verstörend. 

Denn die Fotos sind tatsächlich keine kurze romantische Momentaufnahme. Sie zeigen einen Dauerzustand, eine Stadt in Angst vor einem unsichtbaren Gegner. Die scheinbare Ruhe ist eine angespannte, schreiende Stille. 

Es sind Bilder wie aus einem Endzeitfilm, mit denen LW-Fotograf Pierre Matgé die Corona-Krise im Großherzogtum dokumentiert. 

Neben jenen Fotos, die Menschen mit Atemschutzmasken in langen Schlangen vor Supermärkten und vor Militärzelten in Hallen zeigen, werden es diese Bilder sein, die von der Pandemie im Jahr 2020 in Luxemburg in Erinnerung bleiben werden.   

Seit dem 29. Februar ist Covid-19 auch im Großherzogtum eine bittere Realität. 15 Tage später nimmt die Situation bedrohliche Ausmaße an. 

Die Regierung reagiert und lässt alle nicht zwingend notwendigen Geschäftsaktivitäten einstellen. Betriebe werden aufgefordert, auf Telearbeit umzuschalten. Die Menschen sollen zu Hause bleiben.   

Übergeordnetes Ziel ist es, das Virus zu entschleunigen, zu verhindern, dass das Gesundheitssystem von Corona-Patienten überrannt wird und Ärzte entscheiden müssen, wen sie retten und wer sterben muss.   

Notstandsgesetze werden verabschiedet, damit das Land handlungsfähig bleibt.  Es ist ein Krieg gegen einen unheimlichen Gegner, bei dem der Verzicht auf die eigene Freiheit zur entscheidenden Waffe wird. 

Wer zu Hause bleibt, rettet Leben. Wer sich über die Vorschriften hinwegsetzt, nimmt die Gefährdung anderer duldend in Kauf. 

 Für wie lange, das weiß nur die Zeit.     


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