Bilanz des "Fonds Kirchberg"

Mehr Grün, mehr Leben, mehr Wohnraum

Kirchberg boomt: Hier entsteht der dritte Turm des europäischen Gerichtshofes.
Kirchberg boomt: Hier entsteht der dritte Turm des europäischen Gerichtshofes.
Foto: Gerry Huberty

(jag) - Auf einen Einwohner in Kirchberg kommen zurzeit fünf Arbeitsplätze. Damit wäre die größte Herausforderung, vor der das Viertel steht, auch schon umrissen. „Es muss ein lebendiges Stadtgefühl entstehen, es muss Grün her und die Mischung zwischen Arbeit, Freizeit und Wohnen muss stimmen“, so Infrastrukturminister François Bausch. Die ehrgeizigsten Projekte betreffen denn auch momentan den Wohnungsbau mit 820 zusätzlichen Wohnungen im Projekt Kiem und 480 neuen Einheiten im Viertel „Réimerwee“.

Keine Spekulation, sondern preiswerter Wohnraum

Mehr als die Hälfte dieser Wohnungen werden von „Fonds du Logement“ und SNHBM zu sozial verträglichen Preisen und einer Langzeitmiete angeboten werden.  „Wir stellen damit sicher, dass die Menschen, die in Kirchberg arbeiten, für diese Wohnungen in Frage kommen. "Spekulation wird dadurch unterbunden“, so Patrick Gillen, Präsident des Fonds du Kirchberg. Studien laufen zurzeit, was die Erschließung der 62 Hektar großen Plateaus „Op der Schleed“ auf beiden Seiten des „Märtesgronn“ betrifft. Hier soll künftig Wohnraum für bis zu 15.000 Menschen entstehen.

Herausforderung Mobilität

Die zweite große Herausforderung für Kirchberg ist und bleibt allerdings die Mobilität. Ab Dezember soll die Tram auf ihrer ganzen Länge Kirchberg bedienen, für die Autos bleiben zwei Mal zwei Spuren, dazu kommen Radspuren in beide Fahrtrichtungen. Die Geschwindigkeit auf der Avenue Kennedy wird ab Dezember auf maximal 50 Kilometer pro Stunde begrenzt werden, allerdings entfällt auch Raum für parkende Autos und Busse. Dafür gibt es zusätzliche Begrünung. Auch die Anzahl der Fußübergänge soll deutlich gesteigert werden, um den „Riegel“ Avenue Kennedy zu entschärfen.

Weitere Großprojekte betreffen den Bau eines Parkhauses mit Busbahnhof am Rond Point Serra, den Bau eines Hotelkomplexes in der Rue du Fort Niedergrünewald sowie die Fertigstellung des dritten Turmes des europäischen Gerichtshofes und den Bau des neuen Kommissionsgebäudes Jean Monnet 2. Auf jeden Fall soll der Akzent laut Minister Bausch aber künftig auf die Balance zwischen Lebensqualität, Funktionalität und Ästhetik gelegt werden. Der so lange vom Menschen verloren gegangene Raum muss wieder mühsam zurückerobert werden.