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Bilanz des ersten Halbjahres: Sonnige Aussichten im Tourismus
Lokales 2 Min. 10.08.2017

Bilanz des ersten Halbjahres: Sonnige Aussichten im Tourismus

Es werden noch mehr Übernachtungsmöglichkeiten in Luxemburg geschaffen. Hier die neue Jugendherberge in Esch/Alzette.

Bilanz des ersten Halbjahres: Sonnige Aussichten im Tourismus

Es werden noch mehr Übernachtungsmöglichkeiten in Luxemburg geschaffen. Hier die neue Jugendherberge in Esch/Alzette.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 2 Min. 10.08.2017

Bilanz des ersten Halbjahres: Sonnige Aussichten im Tourismus

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Der Tourismus in Luxemburg floriert. In fast allen Bereichen gibt es ein Plus an Besuchern, weshalb die Übernachtungsmöglichkeiten stark ausgebaut werden und mit neuen Konzepten aufgetrumpft wird.

(dho) - Der Luxemburger Tourismusbranche geht es gut. Hotels, Campingplätze und Jugendherbergen waren im ersten Halbjahr 2017 gut besucht. Der seit nun vier Jahren anhaltende Trend von steigenden Übernachtungsgästen scheint sich auch dieses Jahr fortzusetzen. 
Dies geht aus einer Studie von „Luxembourg for tourism“ hervor, die alle sechs Monate durchgeführt wird und am Donnerstag vorgestellt wurde.

Steigende Übernachtungszahlen und Preise

Im Durchschnitt bleibt ein Tourist, der im Großherzogtum übernachtet, 1,8 Nächte. Auf den Campingplätzen liegt der Schnitt bei fünf Übernachtungen. „Sehr beliebt bei Touristen sind geführte Stadttouren“, erklärt Anne Hoffmann, Direktorin von „Luxembourg for Tourism“. Die Übernachtungen in den landesweit 226 Hotels sind im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um vier Prozent gestiegen. So ist es kein Zufall, dass der Hotelsektor momentan stark wächst. „Jährlich entstehen 1 300 zusätzliche Hotelzimmer“, erklärte Staatssekretärin Francine Closener. „Aber nicht nur in der Hauptstadt, sondern landesweit. Gerade werden mindestens zehn neue Hotels gebaut“. Ob dies einen Einfluss auf die jährlich stark steigenden Hotelpreise hat, kann sie momentan noch nicht sagen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Hotelpreise nämlich im Schnitt von 76 Euro pro Nacht auf 83 Euro gestiegen. Mit diesem Anstieg ist Luxemburg das Land mit den am stärksten steigenden Preisen in Westeuropa. An zweiter Stelle befindet sich Belgien, gefolgt den Niederlanden. Die Preise seien im Vergleich zu anderen Ländern jedoch nicht exorbitant hoch, findet die Staatssekretärin.

Doch nicht nur die Anzahl der Hotelübernachtungen ist steigend, auch Campingplätze und Jugendherbergen legen um neun Prozent zu. 44 000 Besucher können auf den 88 Campingplätzen landesweit übernachten. An Beliebtheit bei den Gästen gewonnen hat vor allem die Moselregion. Aber auch der Müllertaltrail hat stark an Popularität zugelegt und verzeichnet ein Besucherplus von rund 65 Prozent. Insgesamt soll der Aktivtourismus noch weiter gefördert werden. So werden momentan 1 000 Kilometer der nationalen Wanderwege überarbeitet.

Wer kommt nach Luxemburg?

Wie viele Menschen Luxemburg pro Jahr besuchen, hängt natürlich mit dem Wetter und der Konjunktur in Europa zusammen. Aber auch ein gewachsenes Infrastrukturangebot kann eine Rolle spielen, sowie auch eine bessere Vermarktung von Luxemburg und den verschiedenen Regionen im Ausland.

So kommen momentan vermehrt Touristen aus der Schweiz nach Luxemburg, aber auch aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien und England. Lediglich die Touristen aus den Niederlanden sind weniger geworden. Wofür Anne Hoffmann keine direkte Erklärung hat außer, dass Ostern dieses Jahr spät war und daher viele Hotels erst etwas später öffneten. Sie ist jedoch davon überzeugt ist, dass die Zahlen sich bis Ende des Jahres bessern.

Die erfreuliche Nachricht für die Tourismusbranche ist, dass wieder mehr Touristen aus dem EU-Ausland nach Luxemburg kommen. So gibt es wieder einen Anstieg von amerikanischen, japanischen und chinesischen Touristen, nachdem diese Zahlen nach den Attentaten in Frankreich, Belgien und Deutschland etwas eingebrochen waren. Hierzu merkt Francine Closener an, dass Luxemburg-Stadt kontinuierlich unter den Top drei der sichersten Städte der Welt auftauche.

Tourismus für alle

Trotz sehr guter Statistiken in der Tourismusbranche bleibe vor allem im Bereich „Tourismus für alle“ noch einiges zu tun, so Francine Closener. Dabei gehe es nicht nur um Menschen im Rollstuhl, sondern auch um ältere Menschen oder Familien mit Kinderwagen. Das „EureWelcome"-Label, soll für betroffene Personen richtungweisend sein. Es gibt an, welche Touristenattraktionen, Veranstaltungen, Campings oder Hotels barrierefrei sind.


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