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Bilanz der Winteraktion 2016/2017: Nicht nur Obdachlose
Das Nachtfoyer in Findel war im Winter sehr gut besucht.

Bilanz der Winteraktion 2016/2017: Nicht nur Obdachlose

Foto: Chris Karaba
Das Nachtfoyer in Findel war im Winter sehr gut besucht.
Lokales 2 Min. 07.04.2017

Bilanz der Winteraktion 2016/2017: Nicht nur Obdachlose

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Großen Andrang gab es bei der diesjährigen Winteraktion für Obdachlose. Der Erfolg lässt sich durch mehrere Faktoren erklären.

(rr) - Ein Plus von 43 Prozent im Nachtfoyer und ein Plus von 14 Prozent im Tagesfoyer: Das sind die Eckdaten der Winteraktion 2016/2017, die vom Familienministerium zusammen mit einer Reihe von Hilfswerken für Obdachlose organisiert wurde.

Seit 15 Jahren organisiert das Familienministerium in Zusammenarbeit mit etlichen Partnern die Winteraktion. Die Hilfsmaßnahmen, die vom 1. Dezember bis zum 31. März angeboten werden, sollen verhindern, dass Menschen draußen erfrieren. Angebote, die bei der jüngsten Ausgabe verstärkt angenommen wurden.

Gut organisiert

„Der Anstieg der Besucherzahlen erklärt sich durch mehrere Faktoren“, sagt Charel Schmit, Präsident von „Caritas Accueil et Solidarité“, zuständig für das Nachtfoyer in Findel. „Zum einen werden die Obdachlosen häufig von den Streetworkern in der Oberstadt auf die Übernachtungsmöglichkeit hingewiesen, zum anderen hat sich die gut organisierte Aktion in Luxemburg in vielen anderen Ländern herumgesprochen.“

Im Tagesfoyer in Bonneweg wurden 2.503 mehr Mahlzeiten ausgegeben als in der Vergleichsperiode im Vorjahr.
Im Tagesfoyer in Bonneweg wurden 2.503 mehr Mahlzeiten ausgegeben als in der Vergleichsperiode im Vorjahr.
Foto:Gerry Huberty

Während die Zahl der Besucher aus Westeuropa rückläufig ist, ist jene der Menschen aus den Maghreb-Staaten auf ein Fünftel gestiegen. Aufgefallen ist auch, dass manche Obdachlose schon seit Jahren wiederkommen, einige bringen Familienmitglieder mit. Zu denken gebe der Umstand, so Schmit, dass unter den Nutznießern Menschen sind, die wohl eine bezahlte Beschäftigung, aber kein Dach über dem Kopf haben.

Wurden im Vorjahr 9.849 Übernachtungen im Nachtfoyer registriert, so waren es im Winter 2016/2017 insgesamt 14.082.

Männer in der Überzahl

Auch im Tagesfoyer in Bonneweg gab es eine Steigerung, und zwar von 18.469 auf 20.972 Präsenzen. Den Großteil der Besucher im Tagesfoyer machen die Männer mit 91,41 Prozent aus. 9,10 Prozent haben die luxemburgische Nationalität, 53,98 Prozent kommen aus einem Land der Europäischen Union, während 36,93 Prozent aus einem Land außerhalb der EU stammen.

Was das Alter anbelangt, so sind 57,18 Prozent zwischen 26 und 45 Jahre alt. 33,86 Prozent sind zwischen 46 und 65, 8,06 Prozent zwischen 16 und 25. Sehr wenige (0,88 Prozent) sind über 65 Jahre alt und bei 0,04 Prozent liegt die Quote der begleiteten Minderjährigen.

Die Zahlen sind ähnlich für die Nutzer des Nachtfoyers, wo die Zahl der männlichen Besucher bei 94,65 Prozent liegt. In punkto Nationalität überwiegen die Angehörigen aus EU-Staaten mit 62,19 Prozent vor jenen aus Nicht-EU-Ländern ((31,4 Prozent) und den Luxemburgern (6,41 Prozent).

60 ehrenamtliche Mitarbeiter im Einsatz

Zum vierten Mal in Folge haben Ehrenamtliche - 60 an der Zahl - sich an der Organisation des „Mëttesdësch“ im Tagesfoyer beteiligt.

Das erzieherische Team unterstützte die Besucher bei der beruflichen Wiedereingliederung, indem es u. a. bei der Verfassung von Bewerbungsschreiben und Lebensläufen half, praktische Ateliers (Neugestaltung der Bibliothek, Neuanstrich der Flure, usw.), künstlerische Workshops (Origami, Malen, Basteln) sowie spielerische und kulinarische Aktivitäten organisierte.

Auch im „Foyer Abrisud“ in Esch/Alzette war der Andrang größer als im Vorjahr: 53 Personen nutzten das Angebot, im Vorjahr waren es 44.


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