Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Bezirksgericht Luxemburg: Letzter Arbeitstag für Richter Prosper Klein
Lokales 2 Min. 14.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Bezirksgericht Luxemburg: Letzter Arbeitstag für Richter Prosper Klein

Prosper Klein ist nie um einen guten Spruch verlegen.

Bezirksgericht Luxemburg: Letzter Arbeitstag für Richter Prosper Klein

Prosper Klein ist nie um einen guten Spruch verlegen.
Foto: LW
Lokales 2 Min. 14.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Bezirksgericht Luxemburg: Letzter Arbeitstag für Richter Prosper Klein

Für die Gerichtschroniker unter den Journalisten ist er eine Institution, eine Legende: Richter Prosper Klein. Am Dienstag tritt er in den Ruhestand.

(gs) - Für die Gerichtschroniker unter den Journalisten, aber auch für Zuschauer, die regelmäßig Prozesse am Bezirksgericht Luxemburg verfolgen, ist er eine Institution, eine Legende: Richter Prosper Klein. Am Montag trat er seinen letzten Arbeitstag an, bevor er in seinen wohlverdienten Ruhestand geht.

Prosper Klein (Jahrgang 1947) ist ein Original. Das ist das Mindeste, was man über ihn sagen kann. Messerscharf im juristischen Denken, hartnäckig bei der Befragung von Angeklagten und Zeugen, war er vor Gericht auch nie um einen guten Spruch verlegen. Langweilig war es bei Richter Klein nur selten.

Da er oft mit seiner Ansicht zu einem Fall oder zu einem Beschuldigten auch während der Verhandlung nicht hinter dem Berg hielt, brachte er so manchen Verteidiger gegen sich auf. Auch verbat er so manchem Anwalt schon mal den Mund. Klein machte stets klar, wer der Chef im Sitzungsaal war.

Als Zeuge im Bommeleeër-Prozess

Als Richter am Bezirksgericht Luxemburg hat Klein in 24 Jahren auch die spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre verhandelt - als Vorsitzender der neunten Kriminalkammer (chambre criminelle) bzw. des Zuchtpolizeigerichts (chambre correctionnelle).

Er urteilte u. a. im Prozess um den Luxair-Absturz sowie im "Manternacher Mord" und im "Hasseler Mord". In letztgenanntem wurde seine Verurteilung der drei Beschuldigten später vom Berufungsgericht aufgehoben und die Betroffenen freigesprochen.

Säit deem Moment weess ech, datt dat hei eng Staatsaffär ass, déi net dierf opgekläert ginn.“

Vor seiner Zeit am Bezirksgericht war Klein sechs Jahre als Untersuchungsrichter tätig. Dabei war er auch mit der Bommeleeër-Affäre befasst. In diesem Zusammenhang sagte er denn auch als Zeuge in diesem Mammutprozess aus. Auch vor dem Richterpult nahm Klein kein Blatt vor den Mund. Er bezeichnete den Fall als "Staatsaffäre". Dies sei ihm klar geworden, als zwei Beamte von den Ermittlungen abgezogen worden seien.

Net onbedéngt de schärfste Knäipchen am Kichentirang“ gewesen."

In Bezug auf den einstigen Bommeleeër-Ermittler Disewiscourt sagte Klein den fast schon kultigen Spruch, dieser sei nicht "Net onbedéngt de schärfste Knäipchen am Kichentirang“ gewesen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Das Bommeleeër-Dossier
Kaum ein Kriminalfall hat Luxemburg derart in Atem gehalten wie die Anschlagsserie, die das Großherzogtum von 1984 bis 1986 erschütterte.
20 Sprengstoffanschläge werden den beiden Beschuldigten angelastet.