Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Bezahlung der Lehrer: Gehalt ist nicht alles
Lokales 2 Min. 23.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Bezahlung der Lehrer: Gehalt ist nicht alles

Lokales 2 Min. 23.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Bezahlung der Lehrer: Gehalt ist nicht alles

Im Unterrichtsministerium brennt der Baum: Die Lehrer stehen dem Vorschlag des Ministeriums unversöhnlich gegenüber, das ihre Entlohnung für die Stunden in der "Première" kürzen will. Über ihr Gehalt brauchen sich die Lehrer in Luxemburg jedoch nicht zu beklagen, zeigt der internationale Vergleich.

(jmh/vb) - Im Unterrichtsministerium brennt der Baum: Die Lehrer stehen dem Vorschlag desMinisteriums unversöhnlich gegenüber, das ihre Entlohnung für die Stunden in der "Première" kürzen will. Über ihr Gehalt brauchen sich die Lehrer in Luxemburg jedoch nicht zu beklagen, zeigt der internationale Vergleich.

9700 Lehrer beschäftigt der Luxemburger Staat, 5480 in den Grundschulen und 4220 in den Lyzeen. Das sind zwar nur 4,6 Prozent aller Berufstätigen in Luxemburg, dennoch verschlingen die Gehälter der Lehrer alljährlich 1,04 Milliarden Euro. Rechnet man diesen Betrag auf den einzelnen Lehrer um, kommt man auf ein Jahresgehalt von 76600 Euro, was einem Monatsgehalt von 6383 entspricht. Laut Angaben des Statec sind die Lehrergehälter seit 1995 um 83 Prozent angestiegen.

Anteil der Lehrer (und Beschäftigter anderer Schlüsselbranchen) an der aktiven Bevölkerung:

Im Europäischen Vergleich sind die Luxemburger Lehrer mit Abstand diejenigen mit den besten Gehältern, zeigen die Statistiken der Wirtschaftsorganisation OECD. Für die Leistungen der Schüler gilt das jedoch nicht: Beim Pisa-Test schnitten die Luxemburger Schüler in allen Disziplinen unter dem Durchschnitt ab, sei es in Mathematik, im Textverständnis oder in Naturwissenschaften. Der Anstieg der Schülerzahlen hat dabei auf die Schulleistungen kaum einen Einfluss, wie die Erfolgsquote beim Premières-Examen zeigt.

Zahl der Lehrer und Erfolgsquote der Schüler:

Rekrutierungsprobleme

Lehrergehälter und Schülerleistungen in Relation zu setzen, sei "gefährlich", meinen die zuständigen Gewerkschaften und verurteilen die Klischees gegen das Lehrpersonal. Zudem seien die Zahlen nicht ganz aussagekräftig, sagt Daniel Reding, Präsident der Lehrergewerkschaft Apess. Schließlich endet die Zahlenreihe des Statec 2013, als noch viele ältere Lehrer aus den geburtenstarken Jahrgängen unterrichteten. Zudem würden die vielen "Chargés de cours" nicht berücksichtigt, die landauf, landab einen bedeutenden Teil des Unterrichts halten. In manchen Fächern sei es schwer geworden, neues Personal zu rekrutieren, was Daniel Reding auch auf die Darstellung der Politiker zurückführt. Sie würden nur "einen Teil der Wahrheit" präsentieren.

Jährliche Kosten pro Schüler:

Die Regierung spart nicht an der Schule. Im Staatsbudget ist bis 2018 ein Plus von 10,6 Prozent für die Gesamtkosten der Schule vorgesehen. Darin enthalten ist der Bau von neuen Lyzeen, aber auch für den laufenden Unterrichtsbetrieb. Nicht enthalten sind die Lehrergehälter, denn die werden vom Ministerium für den öffentlichen Dienst bezahlt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

OECD-Bericht zur Bildung: Neun Schüler pro Lehrer
"Bildung auf einen Blick" liefert Daten zu Strukturen, Finanzierung und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der 35 OECD-Länder und einiger Partnerländer. Wie gewohnt sticht Luxemburg durch hohe Gehälter hervor.
Im Bildungsbericht der OECD schneidet Luxemburg in puncto Schulabschlüsse unterdurchschnittlich ab.
Gastbeitrag: Es bleibt viel zu tun
Als Schuldirektor weiß ich, dass die allermeisten Lehrer hoch motiviert und engagiert sind. Allerdings leiden sie darunter, dass ihr Berufsstand in den letzten Jahrzehnten sichtlich an Ansehen verloren hat.
Bildung auf einen Blick: Alle Jahre wieder
Luxemburg hat die höchsten Bildungsausgaben, die höchsten Lehrergehälter, die kleinsten Klassengrößen und die längste Unterrichtszeit. Das geht aus der neuesten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" hervor.
In Luxemburg gehen Grundschüler pro Jahr 924 Stunden zur Schule.
Bildung: Was ein Schüler kostet
2012 kostete ein Schüler den Staat rund 19.818 Euro. Das Bildungssystem schlug mit 1,620 Milliarden Euro zu Buche. Mit 1,154 Milliarden Euro machten die Lehrergehälter 65,2 Prozent der Ausgaben aus. Diese Zahlen gehen aus einem Bericht des Bildungsministeriums hervor.
Das Bildungsministerium veröffentlichte einen Bericht zu den Kosten des Bildungssystems aus dem Jahr 2012.