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Bevölkerung: Luxemburg auf der Überholspur
Lokales 2 Min. 20.10.2016

Bevölkerung: Luxemburg auf der Überholspur

Binnen 50 Jahren hat Luxemburg einen Bevölkerungszuwachs von 83 Prozent verzeichnet.

Bevölkerung: Luxemburg auf der Überholspur

Binnen 50 Jahren hat Luxemburg einen Bevölkerungszuwachs von 83 Prozent verzeichnet.
Illustration: Sabina Palanca
Lokales 2 Min. 20.10.2016

Bevölkerung: Luxemburg auf der Überholspur

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Binnen fünf Jahren kamen in Luxemburg 63.000 Einwohner hinzu. Das ist fast doppelt so viel wie die jetzige Einwohnerzahl von Esch/Alzette. Bei der Lebenserwartung haben die Luxemburger die Nase vorn.

(ml) - Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wachstumsdebatten lohnt es sich, auf die rasante demografische Entwicklung Luxemburgs zurückzublicken. Derzeit leben rund 576.000 Einwohner im Großherzogtum. 1961 zählte das Land noch 314.000 Einwohner. Binnen einem halben Jahrhundert verzeichnet das Großherzogtum einen Bevölkerungszuwachs von sage und schreibe 83 Prozent!

Dies stellt eine außergewöhnliche Dynamik innerhalb der EU dar, heißt es in dem Statec-Bericht über die Beschäftigung und den sozialen Zusammenhalt. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurde ein Zuwachs von 22,8 Prozent verzeichnet. Im gleichen Zeitraum lag der EU-Durchschnitt bei 2,7 Prozent. Luxemburg ist demnach einsamer Spitzenreiter. Weit abgeschlagen an zweiter Stelle liegt Zypern (14 Prozent). 

Lebenserwartung in Luxemburg erreicht Rekordwert

Seit dem Zweiten Weltkrieg steigt die Lebenserwartung hierzulande ununterbrochen. Die Frauen leben heute im Schnitt acht Jahre länger als zu Beginn der 80er-Jahre. Bei den Männern sind es sogar mehr als zehn Jahre. Die Lebenserwartung der Frauen liegt bei 85 Jahren. Die der Männer beträgt 80,5 Jahre. Im EU-Ranking steht Luxemburg auch hier an vorderster Stelle.

Mit 15 Todesfällen pro 1000 Einwohner ist Bulgarien das Land mit der höchsten Sterblichkeitsrate in der EU. Zusammen mit Irland und Zypern gehört Luxemburg (sieben Todesfälle pro 1.000 Einwohner) zu jenen Ländern, die die niedrigste Todesrate verzeichnen. Im vergangenen Jahr gab es hierzulande mehr Geburten (6.115) als Todesfälle (3.983). Die Geburtenrate ist allerdings sowohl bei den Luxemburgern als auch bei den Ausländern rückläufig.

Bevölkerung altert weniger als befürchtet

Inzwischen stellen die Ausländer 46,7 Prozent der hiesigen Bevölkerung dar. Anfang der 80er-Jahre lag der Anteil noch bei 26,3 Prozent. In den vergangenen 35 Jahren wuchs die luxemburgische Bevölkerung lediglich um 14 Prozent, die ausländische um 181 Prozent. Bei nahezu allen Nationalitäten gibt es einen Zuwachs zu verzeichnen, nur nicht bei den Italienern. 16 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Portugiesen. Danach folgen die Franzosen (7,2 Prozent) und die Belgier (3,4 Prozent). Derzeit leben in Luxemburg Angehörige aus rund 170 Staaten.

In Luxemburg altert die Bevölkerung weniger als in den meisten anderen europäischen Ländern. Das ist durch die Immigration bedingt, die viele Menschen in einem erwerbsfähigen Alter ins Land zieht. Die Altersgruppe der Null- bis 19-Jährigen verringert sich nur wenig. Sie macht 22 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Den größten Anteil stellen die 20- bis 44-Jährigen dar (36,5 Prozent). Der Anteil der Über-65-Jährigen liegt mit 14 Prozent unterhalb des EU-Durchschnitts.

31.000 neue Luxemburger

2009 trat die letzte Reform des Nationalitätengesetzes in Kraft. Seitdem nahmen mehr als 31.100 Personen die luxemburgische Staatsbürgerschaft an. Ein Viertel der Anträge, die gestellt wurden, stammen von Personen, die nicht hierzulande wohnen. Drei Viertel der Gesuche wurden von Portugiesen, Belgier, Franzosen, Italienern und Deutschen eingereicht.

Beinahe 86 Prozent der Ausländer, die in Luxemburg wohnen, stammen aus einem anderen EU-Mitgliedstaat, so viel wie sonst nirgendwo innerhalb der Europäischen Union. Die Drittstaatler machen lediglich 14 Prozent aus. Das Großherzogtum zeichnet sich auch noch durch ein anderes besonderes Merkmal aus. 44 Prozent der Einwohner wurden im Ausland geboren.


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