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Beunruhigung wegen Corona-Pandemie: Häftlinge im Hungerstreik
Lokales 01.04.2020

Beunruhigung wegen Corona-Pandemie: Häftlinge im Hungerstreik

In Zeiten der Corona-Pandemie sind die Häftlinge mit ihren Bedingungen unzufrieden.

Beunruhigung wegen Corona-Pandemie: Häftlinge im Hungerstreik

In Zeiten der Corona-Pandemie sind die Häftlinge mit ihren Bedingungen unzufrieden.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 01.04.2020

Beunruhigung wegen Corona-Pandemie: Häftlinge im Hungerstreik

Seit dem Ende der vergangenen Woche befinden sich in der Haftanstalt in Schrassig einige Gefangene im Hungerstreik. Grund zur Beunruhigung gibt es nicht.

(dpa/SH) - Mit einem Hungerstreik wollen Strafgefangene in der Haftanstalt in Schrassig auf ihre Situation in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hinweisen und Haft-Unterbrechungen oder vorzeitige Entlassungen durchsetzen. Am Wochenende hatte ein Häftling mit einem Video in den sozialen Netzwerken auf die Forderungen aufmerksam gemacht. Er sprach von einer friedlichen Bewegung.

Derzeit seien noch rund 20 von anfangs gut 40 Insassen im Hungerstreik, sagte der Direktor Gefängnisverwaltung. Sie hätten gelesen, dass wegen der Corona-Krise manche Gefängnisse bestimmten Häftlingen Haft-Unterbrechungen gewähren wollten. „Und das möchten sie auch haben“, sagte Legil.


Es gibt konkrete Überlegungen dazu, die Haftanstalt Schrassig, die in den 1970er-Jahren geplant wurde, in zwei Phasen abzureißen und durch eine hochmoderne Anstalt an gleicher Stelle zu ersetzen.
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Im Gefängnis in Schrassig gibt es bislang keinen bestätigten Fall von Covid-19. „Wir hatten auch noch keinen Verdachtsfall“, so Legil. Seit Wochen gelten strikte Maßnahmen, um zu verhindern, dass sich das Virus im Gefängnis ausbreitet. Besuche sind bis auf Weiteres ausgesetzt und durch Videotelefonate ersetzt. Jeder Neuzugang kommt zunächst in Quarantäne. Auch das Personal ist ausschließlich mit Schutzmasken und Handschuhen unterwegs.

Polizeieinsatz nach Unruhen

Der Hungerstreik hatte Ende vergangener Woche begonnen. Zuvor hatte es wegen Unruhen bereits einen Einsatz der Spezialeinheit im Gefängnis gegeben. Die Insassen hatten Forderungen im Zusammenhang mit Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie gestellt. Dazu gehörten die Lockerung von Besuchs- und Kontaktverboten sowie vorzeitige Haftentlassungen. Das Justizministerium hatte dies abgelehnt.

Legil geht davon aus, dass der Hungerstreik in den nächsten Tagen beendet werde. Die betroffenen Personen würden täglich ärztlich untersucht. Die Lage sei aber nicht beunruhigend, sagte er.

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