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Bettendorf sagt "Sim"
 Seit Mittwochabend ist die Partnerschaft zwischen Bettendorf und Vila Pouca de Aguiar nicht nur auf dem 
Papier besiegelt, sondern dank einer Ehrentafel auch gewissermaßen in Stein gemeißelt.

Bettendorf sagt "Sim"

Foto: John Lamberty
Seit Mittwochabend ist die Partnerschaft zwischen Bettendorf und Vila Pouca de Aguiar nicht nur auf dem 
Papier besiegelt, sondern dank einer Ehrentafel auch gewissermaßen in Stein gemeißelt.
Lokales 12 2 Min. 09.06.2019

Bettendorf sagt "Sim"

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Dieser Tage haben Bettendorf und Vila Pouca de Aguiar aus Portugal ihre Gemeindepartnerschaft besiegelt. Eine Premiere mit tiefen Wurzeln.

Portugiesische Schulkinder in luxemburgischen Gastfamilien, fachsimpelnde Kommunalpolitiker und Feuerwehrleute von hüben und drüben, die feierliche Enthüllung einer Ehrentafel und ein zünftiges Volksfest mit Musik und gutem Essen: Die vergangenen Tage in der Gemeinde Bettendorf, sie hielten eigentlich alles bereit, was es für den Beginn einer wunderbaren Freundschaft braucht.

Bei fast schon südländischen Witterungsbedingungen besiegelte die Sauergemeinde am Mittwochabend im Rahmen einer sympathischen Zeremonie auf dem lokalen Rathausplatz ihre erste offizielle Gemeindepartnerschaft, dies mit der portugiesischen Kommune Vila Pouca de Aguiar, die denn auch standesgemäß mit einer beachtlichen Delegation angereist war.

Zwei Herzen in einer Brust

Eine Premiere, wie gesagt, die dennoch eine Vorgeschichte mit tiefen Wurzeln hat. Immerhin kommt von den zahlreichen portugiesischstämmigen Mitbürgern der Gemeinde Bettendorf doch ein Großteil aus Vila Pouca de Aguiar oder dem näheren Umland. Zu jenen, in deren Brust am Mittwoch gleich zwei Herzen höher schlugen, zählt auch José Vaz do Rio aus Gilsdorf.

1979 hatte er seine Heimat verlassen, um die bleiernen Jahre der Salazar-Diktatur und die Perspektivlosigkeit im ländlichen Norden Portugals abzuschütteln, und seinem damals noch jungen Familienglück die Aussicht auf ein besseres Leben zu schenken.

Heute ist der 63-Jährige ein wahres Musterbeispiel für gelungene Integration. Neben seiner Führungsarbeit beim FC Gilsdorf und beim luxemburgisch-portugiesischen Sportverein Vila Pouca engagiert sich José Vaz do Rio seit 2011 auch aktiv im Gemeinderat, seit den vergangenen Kommunalwahlen gar als Schöffe.

Wenn sich die Menschen beider Länder näher kennenlernen, so lernen sie vielleicht auch das Denken und Fühlen jener noch besser zu verstehen, die beide Seiten ihre Heimat nenne."

Während die drei Kinder und vier Enkelkinder Portugal nurmehr als das Land der Eltern und Verwandten kennen, trägt José seine frühere Heimat dennoch bis heute fest in sich. Kein Wunder demnach, dass es gerade ihm im Schöffenrat eine besondere Herzensangelegenheit war, die erste Gemeindepartnerschaft mit Vila Pouca de Aguiar zu schließen.

„Luxemburg und Portugal sind zwei Nationen mit verschiedenen Traditionen, und doch sind beide Länder mittlerweile durch so viele Lebensgeschichten verwoben. Wenn sich die Menschen beider Länder näher kennenlernen, so lernen sie vielleicht auch das Denken und Fühlen jener noch besser zu verstehen, die beide Seiten ihre Heimat nennen“, meint José.

José Vaz do Rio zog 1979 aus Portugal nach Luxemburg. Heute ist er Schöffe und engagierter Vereinsmensch in der Gemeinde Bettendorf.
José Vaz do Rio zog 1979 aus Portugal nach Luxemburg. Heute ist er Schöffe und engagierter Vereinsmensch in der Gemeinde Bettendorf.
Foto: John Lamberty

Eine Erwartung, die auch Bürgermeisterin Pascale Hansen in die Gemeindepartnerschaft mit Vila Pouca de Aguiar setzt, die man denn auch nicht umsonst unter das Motto „Comprendre l'immigration“ gestellt hat. Gerade den Austausch auf Jugend- und Kulturebene empfindet sie dabei als besonders wertvoll.

Anknüpfungspunkte wie Sand am Meer

Doch auch im Sozialbereich, im Tourismus oder in wirtschaftlicher Hinsicht sieht Pascale Hansen Gelegenheit, die Kräfte zum Wohle beider Seiten zu vereinen. „Beide Regionen sind mit einer vielfältigen, produktiven Landwirtschaft und einer herrlichen Natur gesegnet und könnten sich durchaus bei einer Tourismus- oder Landwirtschaftsmesse im jeweiligen Gastland zeigen lassen“, meint sie. „Und ist das Lycée technique agricole erst einmal in Gilsdorf beheimatet, wäre natürlich auch hier ein pädagogisch sinnvoller Austausch denkbar.“


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Oder um es mit den Worten von Vila Poucas Bürgermeister Antonio Alberto Machado zu sagen: „Die Zukunft ist uns allen gemeinsam gegeben. Wieso sie also nicht auch gemeinsam gestalten?“


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