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Bettemburg: Der lange Weg zur neuen Straße
Lokales 2 Min. 26.06.2017

Bettemburg: Der lange Weg zur neuen Straße

Die Rue de la Gare ist seit Donnerstag beidseitig für den Verkehr eröffnet.

Bettemburg: Der lange Weg zur neuen Straße

Die Rue de la Gare ist seit Donnerstag beidseitig für den Verkehr eröffnet.
Foto. Nicolas Anen
Lokales 2 Min. 26.06.2017

Bettemburg: Der lange Weg zur neuen Straße

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Die Bettemburger Rue de la Gare präsentiert sich in neuem Gewand. Sieht die neue Straße einladend aus, so war ihr Gestaltungsweg alles, aber nicht einfach. Ein Rückblick.

(na) - „So habe ich Kinder noch nie in der Unterführung spielen sehen“, meinte kürzlich ein Facebook-User unter einem Bild, auf dem Kinder zu sehen sind, die am neuen Wasserspiel in der Bettemburger Rue de la Gare lachend mit dem Wasser umherspritzen.

Protest auf Postkarten

Eine Anspielung auf die hitzigen Diskussionen, die der Erneuerung der Rue de la Gare vorausgegangen sind. Das Projekt war in der Gemeinderatssitzung vom 9. Oktober 2015 beschlossen worden. Doch neun Monate später startete die lokale LSAP eine Postkartenaktion.

Darauf wurden die Einwohner dazu aufgefordert, auf zwei Fragen zu antworten. So sollten sie ihre Meinung zur Schließung des Teiles der Unterführung unter der Rue de la Gare sowie zur Reduzierung der Zahl an Parkplätzen in der Bahnhofsstraße kundtun.

LSAP-Opposition setzt Antrag durch

Im Juli reichte die LSAP dann zwei Anträge zu dem Thema im Gemeinderat ein. Entgegen den Erwartungen wurde der Antrag, in dem es um den Erhalt von Parkplätzen in der Straße ging, angenommen.

Dies, weil CSV-Rätin Christine Dörner für die LSAP-Motion stimmte. Die CSV-„Déi Gréng“-DP-Koalition verfügt in Bettemburg nur über einen Sitz mehr als die sechs Mann starke LSAP-Opposition.

Ein Erfolg der sozialistischen Partei, der aber eher symbolischen Charakter behalten sollte. Denn der Schöffenrat hielt an seinem Projekt fest.

Doch innerhalb der Koalition führte dies zu Spannungen, die auch in den Medien ihren Niederschlag fanden. So sprach DP-Schöffe Gusty Graas im LW vom 22. Juli von einem „Vertrauensbruch“, während Christine Doerner einen Tag später erklärte, ihre Position nicht ändern zu wollen.

LSAP verließ Saal aus Protest

Doch die Wogen scheinen sich seitdem wieder geglättet zu haben. Zwar verließ die gesamte LSAP in der Oktobersitzung aus Protest geschlossen den Sitzungssaal, weil der Schöffenrat sich ihrer Meinung nach nur unzureichend mit ihrem Parkplatzantrag auseinandergesetzt hatte. Doch auch hier sollte es bei der Symbolik bleiben. Zuvor hatte Bürgermeister Laurent Zeimet (CSV) nämlich einen Kompromiss vorgeschlagen, laut dem die eingeplanten Lieferparkplätze ab einer gewissen Uhrzeit zu Kurzzeitparkplätzen werden sollen.

Besorgte Geschäftsleute

Während des vergangenen Sommers war die Diskussion aber auch außerhalb des Gemeinderates aufgeflammt. Geschäftsleute in der Straße fürchteten um ihre Zukunft, wenn Parkplätze direkt vor ihrer Eingangstür wegfallen. „Wollen die uns noch hier?“, fragte Dominique Pirchio aus der gleichnamigen Bäckerei in der Rue de la Gare in einem LW-Artikel vom 27. Juli.

Zuletzt war auch viel von der schwierigen Verkehrssituation in und um Bettemburg die Rede. Parallel zur Erneuerung der Rue de la Gare wurden Arbeiten auf der N31 Richtung Düdelingen in Angriff genommen. Die Schließung der Autobahnzufahrt in Hellingen trug auch nicht zur Verbesserung der Situation bei.

Straße nun geöffnet

Demnach dürfen Autofahrer teilweise wieder aufatmen: Nun ist die Hauptverkehrsachse in Bettemburg wieder ganz zugänglich. Rasen dürfen sie aber nicht, denn es gilt ein Tempolimit von 30 km/h.

Generell präsentiert sich die Straße mit ihren Bäumen und ihrem hellen Belag nun freundlicher als zuvor. Ähnlich wie in einem „Shared Space“ scheint sie eher auf Fußgänger als auf Autofahrer zugeschnitten. Wie sie sich auf die Geschäftswelt auswirken wird, muss sich nun zeigen. Eines ist aber sicher, den Kindern, die sich beim Wasserspiel erfrischen, dürfte die neue Straße viel besser gefallen als die alte.


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