Betrügerische Ping-Calls : Vorsicht bei dieser Nummer
Der beste Schutz vor Ping-Calls ist Skepsis aufseiten der Verbraucher.

Betrügerische Ping-Calls : Vorsicht bei dieser Nummer

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Der beste Schutz vor Ping-Calls ist Skepsis aufseiten der Verbraucher.
Lokales09.02.2018

Betrügerische Ping-Calls : Vorsicht bei dieser Nummer

Pol Schock
Pol Schock

Das Phänomen von betrügerischen Anrufen hat in der Vergangenheit zugenommen. Minister Etienne Schneider und Xavier Bettel sprechen von mehreren hundert Vorfällen. Für Abhilfe soll eine neue EU-Richtlinie sorgen.

(ps) - Es geht ganz schnell: das Handy klingt, aber nur ganz kurz, keine Chance ranzugehen. Der verpasste Anruf stammt von einer seltsamen Nummer. Wer nun zurückruft, ist schon in die Falle getappt. Das kann teuer werden.

Bei den absichtlich kurzen Anrufen handelt es sich um sogenannte Ping-Calls. Das Ziel der Masche ist, die Angerufenen in eine Kostenfalle zu locken. Denn wer die Nummer zurückruft, landet nicht nur in Chile, Guinea oder Marokko, sondern auf einer besonders teuren Servicenummer, die teils mehrere Euro pro Minute kostet. Der Betrüger bekommt das Geld, der Anrufer zahlt per Telefonrechnung.

Das Phänomen dahinter ist nicht neu. Diese Art von Anrufen ist bei Telekommunikations-Unternehmen und der Police grand-ducale schon lange bekannt. Am Freitag erklärten die Minister Etienne Schneider und Xavier Bettel in einer gemeinsam verfassten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Yves Cruchten (LSAP), dass es 2017 "mehrere hundert Vorfälle" dieser fragwürdigen Anrufe gab. Das Phänomen der betrügerischen Anrufe habe zugenommen. Allerdings ist keine offizielle Anzeige erstattet worden, so die beiden Minister.

Was tun?

Anders als etwa in Deutschland besteht in Luxemburg jedoch keine Gesetzgebung, die es dem "Institut Luxembourgeois de Regulation" (ILR)  erlaubt, aktiv gegen die betrügerische Masche vorzugehen. In Deutschland etwa führt die Bundesnetzagentur eine Liste mit verbotenen Nummern, die die Telekommunikations-Dienstleister nicht berechnen dürfen.

Die beiden Minister verweisen  jedoch auf eine neue EU-Direktive. "E-Privacy" soll die rechtlichen Kompetenzen des ILR stärken. Dann könnten Opfer von derartigen Betrugsfällen auch ihre Rechnungen stornieren.Wann die EU-Richtlinie umgesetzt werden soll, teilen die Minister nicht mit. Am besten ist jedoch, erst überhaupt nicht in die Falle zu tappen. Die Polizei fordert die Kunden deshalb auf, wachsam bei Anrufen aus dem Ausland zu sein.

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