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Besuch unter Auflagen
Lokales 2 Min. 28.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Besuch unter Auflagen

Das Personal hilft, wo es kann, kann aber die Familienangehörigen nicht ersetzen.

Besuch unter Auflagen

Das Personal hilft, wo es kann, kann aber die Familienangehörigen nicht ersetzen.
AFP
Lokales 2 Min. 28.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Besuch unter Auflagen

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Nach sechs Wochen Besuchverbot in den Alters- und Pflegeheimen hat Familienministerin Corinne Cahen die strikten Regeln gelockert.

 Besuche in Alters- und Pflegeheimen sollen jetzt prinzipiell wieder möglich sein, dies allerdings unter strikten Auflagen. Im Zuge einer Pressekonferenz stellte Familienministerin Corinne Cahen eine Reihe von Empfehlungen vor, die zusammen mit dem Dachverband der Altersheime Copas erarbeitet wurden.

"Die Abwesenheit der Familienmitglieder und die Isolation älterer und pflegebedürftiger Menschen war für die Heimbewohner keine einfache Situation, sie hatten nicht nur Angst vor dem Virus, sondern auch davor, ihre Liebsten nicht mehr wiederzusehen. Aber das Besuchsverbot war auch im Sinne dieser Menschen", so Cahen. Laut Cahen müsse jetzt aber auch das psychische Wohlergehen dieser Menschen wieder in den Blickpunkt geraten. 


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Was die Auflagen betrifft, so sind Besuche nur nach Voranmeldung möglich. Die Leitung der Heime muss dafür einen speziellen Raum in der Nähe des Eingangs zur Verfügung stellen. Zudem ist die Besuchszeit begrenzt und es gelten strikte Hygieneregeln wie das Händewaschen und das Tragen einer Maske. Personen, die wegen Demenz keine Masken tragen können, sollen mittels eines Plexiglasschirms von ihrem Besucher abgeschirmt werden oder aber eine Distanz von zwei Metern einhalten. Besucher dürfen zudem seit 14 Tagen keinen Kontakt zu infizierten Personen gehabt haben. Zugelassen sind zudem nur Besucher ab 16 Jahre. Möglich ist auch ein Spaziergang im Freien, auch hier gilt dann aber das Einhalten der Zwei-Meter-Distanz.

 Besuche bei Personen, die im Sterben liegen, bleiben laut Corinne Cahen wie in der Vergangenheit auch möglich. "Die Regierung hat dies nie verboten, es liegt allerdings am Betreiber der einzelnen Krankenhäuser und Altersheime, dies zu genehmigen. Sie tragen letzten Endes die Verantwortung."

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 Ermöglicht werden soll auch die Rückkehr von Bewegungstherapeuten, Masseuren und Psychologen in die Heime. "Sie spielen eine sehr wichtige Rolle für das Wohlbefinden der Heimbewohner", so Cahen. Laut dem Präsident der Copas, Marc Fischbach, sei das Aufstellen der Empfehlungen eine Herausforderung für die Betreiber gewesen. Nur wenn diese die Auflagen erfüllen können, seien Besuche möglich. Was Neuaufnahmen in die Pflegestrukturen betrifft, so unterstrich Fischbach, dass diese trotz niedriger Nachfrage auch jetzt prinzipiell möglich seien. 

 Laut der Familienministerin leben zurzeit 5765 Bewohner in Alters- und Pflegeheimen. Insgesamt wurden 90 Fälle von Covid-19 festgestellt. 41 Bewohner waren positiv und sind wieder gesund, 29 Personen hingegen sind in den Heimen am Virus verstorben. Was die großflächigen Tests in diesen Strukturen betrifft, so wurden bisher vier Heime integral getestet. Bei diesen insgesamt 1073 Tests waren fünf Mitarbeiter und neun Heimbewohner positiv.

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