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Berufungsgericht bestätigt Haftstrafe gegen Menschenschleuser
Lokales 20.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Berufungsgericht bestätigt Haftstrafe gegen Menschenschleuser

Berufungsgericht bestätigt Haftstrafe gegen Menschenschleuser

Foto: Pierre Matgé
Lokales 20.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Berufungsgericht bestätigt Haftstrafe gegen Menschenschleuser

Von seinem Wohnsitz in Echternach aus organisierte Armando P. illegale Menschentransporte nach Großbritannien. Auch in zweiter Instanz wurde er nun zu einer Haftstrafe verurteilt.

(m.r./jl) - Das Elend anderer ist Armando P.'s Geschäft:  Zwischen Oktober 2015 und März 2017 organisiert er von seinem Wohnsitz in Echternach aus mindestens elfmal die logistischen Mittel zur illegalen Einschleusung von Migranten durch den Eurotunnel bei Calais nach Großbritannien.

Im Februar dieses Jahres musste er sich deshalb vor dem Bezirksgericht Diekirch verantworten - im April verurteilten  die Richter den Mann zu acht Jahren Haft und einer Geldstrafe von 7.500 Euro. Das Berufungsgericht bestätigte nun dieses Urteil auch in zweiter Instanz.


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Den Ermittlungen zufolge hat Armando P. bei der Anmietung der Transporter sowie bei der Rekrutierung der Fahrer als Auftraggeber gewirkt. Zunächst als Beifahrer mit gestohlenen Ausweisen, später dann im Frachtraum in Möbelstücken oder auch in ausgehöhlten Holzplattenstapeln versteckt, wurden so in manchen Fällen bis zu 15 Menschen pro Fahrt an die französische Kanalküste gebracht.

Die vorrangig aus Albanien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran stammenden Migranten stiegen wohl meist bei Zwischenstopps in Belgien oder Frankreich zu, dies scheinbar mal mit, mal ohne das Wissen der Fahrer.

Bei diesen handelte es sich in der Regel um portugiesische Staatsbürger, die Armando P. zunächst im Dunstkreis eines unlauteren Taxi-Unternehmens in Luxemburg-Stadt, später dann in Drogenmilieus in Portugal selbst anheuerte. Meist mittellose Menschen, die das Risiko der illegalen Fahrten ohne viele Fragen auf sich genommen hätten, wie ein Ermittler während der Verhandlung in erster Instanz vor dem Bezirksgericht im Februar erklärte.

Da aber einige der Transporte bei Kontrollen durch die französischen Behörden aufflogen, geriet Armando P. durch die Aussagen mehrerer festgenommener Fahrer jedoch allmählich ins Visier der Ermittler – bis er schließlich verhaftet wurde


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