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Neue Bahnsteige und mehr Gleise für leistungsfähigen Hauptbahnhof
Lokales 4 Min. 12.12.2021 Aus unserem online-Archiv
CFL weiht "Nordkopf" ein

Neue Bahnsteige und mehr Gleise für leistungsfähigen Hauptbahnhof

Der Ausbau und die Modernisierung des Bahnhofs Luxemburg-Stadt kostete 171 Millionen Euro.
CFL weiht "Nordkopf" ein

Neue Bahnsteige und mehr Gleise für leistungsfähigen Hauptbahnhof

Der Ausbau und die Modernisierung des Bahnhofs Luxemburg-Stadt kostete 171 Millionen Euro.
Fotos: Laurent Blum
Lokales 4 Min. 12.12.2021 Aus unserem online-Archiv
CFL weiht "Nordkopf" ein

Neue Bahnsteige und mehr Gleise für leistungsfähigen Hauptbahnhof

Jean-Philippe SCHMIT
Jean-Philippe SCHMIT
Die "historischen Investitionen" in den Schienenverkehr tragen ihre Früchte. Verspätungen sollen laut CFL bald der Vergangenheit angehören.

„Der Hauptbahnhof in Luxemburg ist der Ort, an dem alles zusammenläuft“, sagte der Mobilitätsminister François Bausch am Sonntag bei der offiziellen Einweihung von zwei neuen Bahnsteigen. Früher sei der Bahnhof eine Art „Industrieanlage inmitten der Stadt“ gewesen, in Zukunft sei er ein „wichtiger Mobilitätsfaktor“. 

Marc Wengler, der Generaldirektor der CFL
Marc Wengler, der Generaldirektor der CFL

Über 300 Millionen Euro hat das Ministerium im Jahr 2021 in die Schiene investiert. Die CFL spricht von einem „historischen Investitionsprogramm“. „In den vergangenen 15 Jahren haben wir ein enormes Wachstum bei den Passagierzahlen erlebt“, sagte Marc Wengler der Generaldirektor der CFL. 

Zwischen 2005 und 2019 haben sich diese um 85 Prozent erhöht. Nun gilt es dafür zu sorgen, dass die Bahnanlagen dem Ansturm der vielen Fahrgästen auch standhalten können. 

Anlagen wurden eingeweiht 

Gleich mehrere Anlagen wurden am Sonntag für den Betrieb freigegeben: Zwei neue Bahnsteige, vier neue Gleise und zwei neue Fußgängerübergänge, einer in Luxemburg und einer in Bettemburg. Mit einem Sonderzug wurde die neue Infrastruktur am Sonntag eingeweiht. Seither funktioniert der neue „Nordkopf“ des Bahnhofs nach Plan. 

Die neue Passerelle am Bahnhof Luxemburg.
Die neue Passerelle am Bahnhof Luxemburg.

Die Fahrgäste, die aus Norden und Osten in die Hauptstadt kommen, werden nun deutlich komfortabler reisen. Das Ziel der Umbaumaßnahmen ist es, dass jede der acht Zuglinien, die zum Hauptbahnhof Luxemburg führen, über ihre eigenen Gleise verfügen. Dann führt die Verspätung des einen Zuges auch nicht mehr zu der Verspätung eines anderen Zuges. „Wir können nun auch mehr und längere Züge einsetzen – dies bei einer besseren Pünktlichkeit“, freute sich Marc Wengler. 

Im Jahr 2020 wurden in Luxemburg 567 Euro pro Einwohner in die Schiene investiert. Damit ist das Großherzogtum, laut Allianz pro Schiene, europäischer Spitzenreiter und verwies die bahnfreundliche Schweiz, mit 440 Euro pro Einwohner, auf den zweiten Platz. 

311 Baustellentage im Jahr 2021

Rekordverdächtig war folglich auch die Zahl der Tage, während derer die Zugstrecken zwecks Bauarbeiten gesperrt werden mussten. „311 Baustellentage hat es im Jahr 2021 gegeben“, sagte Marc Wengler. Die CFL versuchte die Arbeiten während Zeiten zu tätigen, zu denen wenig Verkehr herrschte. „Nachts und an Wochenenden wurde viel gearbeitet“, betonte Marc Wengler. 


Lokales, chantier, Bauarbeiten Bahnhof, Zug, Züge Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
Entlastung für das Nadelöhr Hauptbahnhof
Im Dezember gehen zwei zusätzliche Quais in Betrieb. Dies dürfte eine deutliche Verbesserung bringen. Zuvor kommt es aber zu Sperrungen.

Denn neben dem Ausbau galt es den normalen Verkehr aufrecht zu erhalten. „Es war keine einfache Baustelle“, meinte auch der Minister. Der Hauptbahnhof in Luxemburg ist der am meisten genutzte Bahnhof des Landes. 

Meistbenutzter Bahnhof des Landes 

Der Minister verglich die Umbau- und Ausbaumaßnahmen mit einer Operation am offenen Herzen. „Es war sehr kompliziert“, bekräftigte François Bausch. Die Operation ist jedoch geglückt. 171 Millionen Euro durfte der luxemburgische Mobilitätsminister für das gesamte Projekt ausgeben. „Meine ausländischen Kollegen beneiden mich“, meinte François Bausch. 

Danach bestieg er zusammen mit Marc Wengler und einer Reihe Abgeordneter und Journalisten den Sonderzug in Richtung Luxemburg-Hauptbahnhof. Es sollte der erste Zug werden, der am neuen Bahnsteig einlaufen wird. Die Premiere war geglückt, pünktlich um 11 Uhr lief der Zug mit den wichtigen Gästen schlussendlich ein. Dabei war dies nur ein Zug von über 1.000, die im Durchschnitt jeden Tag den Hauptbahnhof Luxemburg ansteuern. 

Seit Sonntag kann der neue Übergang genutzt werden.
Seit Sonntag kann der neue Übergang genutzt werden.

Die Fahrgäste, die aus Richtung Norden (Bahnsteig 4) oder Osten (Bahnsteig 5) kommen, müssen sich nun an die neue Infrastruktur gewöhnen. „Das Reisen wird komfortabler werden“, versprach Marc Wengler. Die zwei Bahnsteige sind indes nur die Spitze des Eisberges. Das größere Projekt – die Reorganisation der Gleise – versteckt sich dahinter. 

„Zehn Kilometer Gleise wurden ersetzt oder neu gebaut, 7.900 Bahnschwellen gelegt und 22 neue Weichen installiert“, erklärt der Eisenbahner. Zu den neuen Gleisen versprach der Generaldirektor der CFL auch neues rollendes Material: „Wir erwarten die neuen Züge zum Jahr 2023.“ Diese sollen dann über knapp die Hälfte mehr Menschen transportieren können. 

Bus, Tram und Bahn

Die Reise der meisten Fahrgäste endet nur selten am Hauptbahnhof. Dieser ist nur ein Knotenpunkt im Netz der öffentlichen Verkehrsmittel. Das Umsteigen auf Tram und Bus wird in Zukunft – dank der ebenfalls eingeweihten Passerelle – auch einfacherer werden. Seit Sonntag ist auch diese für die Öffentlichkeit offen. Das gleiche gilt für das Gegenstück im Eisenbahnknotenpunkt Bettemburg. 

Josée Lorsché (dei Greng), die Mobilitätsschöffin der Gemeinde Bettemburg.
Josée Lorsché (dei Greng), die Mobilitätsschöffin der Gemeinde Bettemburg.

„Während 30 Jahren gab es Forderungen, den Bahnhof zugänglicher zu gestalten“, erinnerte sich Josée Lorsché (Déi Gréng), die Mobilitätsschöffin der Gemeinde Bettemburg. Nun sei dieses Problem gelöst. „Endlich können die Fahrgäste die Schienen in Sicherheit überqueren“, freute sich Josée Lorsché. 

Arbeiten am „Südkopf“ beginnen 2022

Komplett abgeschlossen sind die Umbaumaßnahmen jedoch noch nicht – vor allem in Bettemburg. Dort war die neue Passerelle nur der Auftakt einer ganzen Reihe weiterer Projekte. Am Bahnhof Luxemburg deutet sich aber bereits ein Ende des Ausbaus an. Im kommenden Jahr beginnt der Bau des „Südkopfs“. Danach wird jede Bahnlinie die den Hauptbahnhof Luxemburg ansteuert über seine eigenen Gleise verfügen – eine Voraussetzung für die Passagierrekorde der Zukunft.

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