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Bereit für den Winter
Lokales 4 Min. 27.10.2021
Ponts et chaussées

Bereit für den Winter

In den Wintermonaten soll man seine Fahrweise an die Wetterbedingungen anpassen.
Ponts et chaussées

Bereit für den Winter

In den Wintermonaten soll man seine Fahrweise an die Wetterbedingungen anpassen.
Fotos: Chris Karaba
Lokales 4 Min. 27.10.2021
Ponts et chaussées

Bereit für den Winter

Jean-Philippe SCHMIT
Jean-Philippe SCHMIT
Die Räumfahrzeuge des Winterdienstes und die Mannschaften bereiten sich auf die Wintersaison vor.

„Der Winter naht“, so beginnt eine Pressemitteilung der Ponts et chaussées. Die Straßenbauverwaltung weist darin darauf hin, dass die bekannten Streufahrzeuge nun wieder im Straßenbild auftauchen werden – vorerst noch ohne Schneeschaufel. Bis Ende dieses Monats werden nämlich alle Winterdienstfahrzeuge unter realen Bedingungen auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. 

„Der Fuhrpark besteht aus über 300 Fahrzeugen, die für den Winterdienst eingesetzt werden“, erklärt Pressesprecher Ralph di Marco. „16 große Räumfahrzeuge gehören dazu.“ Der Großteil der technischen Geräte stehe im Depot in Bartringen, aber auch in Mersch und in Potaschberg warten jeweils zwei große Räumfahrzeuge auf ihren Einsatz. 

16 große Räumfahrzeuge 

Diese Fahrzeuge durchlaufen in den kommenden Tagen Funktionstests. Die Trockenübungen bestehen aus realen Einsätzen, die mit einer reduzierten Salzkonzentration durchgeführt werden. „Auf einer Strecke von maximal fünf Kilometern werden die Fahrzeuge eine minimale Menge Salz verstreuen“, so Ralph di Marco. „Falls die Wetterverhältnisse es erfordern, kann aus der Trockenübung auch ein richtiger Einsatz werden“, fügt er hinzu. Um den morgendlichen Verkehr nicht zu stören, werden die Tests zwischen 2 Uhr und 4 Uhr nachts stattfinden. 

Auch für die Mannschaften, die den Winterdienst sicherstellen, beginnt die Saison. Bei den Trockenübungen geht es für sie darum, die Arbeitsabläufe einmal durchzuspielen, bevor es Ernst wird. „So können sich unsere neuen Mitarbeiter mit dem Ablauf vertraut machen“, bemerkt die Straßenbauverwaltung. 

Ziel dieser Trockenübungen ist es, etwaige Schwachstellen aufzudecken und zu beheben. Denn wenn bis Glatteis herrscht, muss alles funktionieren. Die Lager der Ponts et chausées sind gut gefüllt. Es gilt aber nun, sicherzustellen, dass das Salz auch dort ankommt, wo es gebraucht wird: auf der Straße. 

20.000 Tonnen Salz

„Über 20.000 Tonnen Salz haben wir auf Lager“, erklärt der Pressesprecher. Ob diese Menge ausreichen wird, kann er nicht beantworten. „Das hängt auch vom jeweiligen Winter ab“, sagt er. „Wir können jederzeit nachbestellen“, versichert er aber. Das Salz, das im Winterdienst eingesetzt wird, unterscheide sich von herkömmlichem Küchensalz. „Es ist grober und wurde nicht raffiniert. Außerdem werden noch drei Prozent Kieselsteine beigemischt“, erklärt Ralph di Marco. Er rät davon ab, es zu probieren. 

Ob und wie viel Salz auf die Straßen gehört, ist eine Wissenschaft für sich. „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, sagt Ralph di Marco. Zu viel Salz würde die Natur übermäßig belasten, zu wenig die Sicherheit des Verkehrs gefährden. „Zwei mal pro Tag erhalten wir einen sehr präzisen Wetterbericht“, erklärt er. Die Straßenbaumeister interessieren sich besonders für die zu erwartenden Niederschläge und Temperaturen. 

In den Wintermonaten sind die Räumdienste oft anzutreffen.
In den Wintermonaten sind die Räumdienste oft anzutreffen.
Fotos: Claude Windeshausen

„Anhand von spezifischen Berechnungen wird dann über einen Einsatz entschieden“, so Ralph di Marco. Es gibt keinen spezifischen Wert, ab dem die Räumfahrzeuge in den Einsatz kommen. Die Temperaturen alleine sind nicht ausschlaggebend. „Die Luftfeuchtigkeit spielt auch eine wichtige Rolle“, ergänzt der Pressesprecher. 

Wenn es in der Nacht schneit, ist der Einsatz aber fast sicher. „Dann fahren so gegen 2 Uhr die Fahrzeuge raus“, betont Di Marco. Zuerst werden die Autobahnen von Schnee und Eis befreit, danach erst kommen die anderen Straßen an die Reihe. Die modernen Streufahrzeuge erlauben eine sehr genaue Einstellung der Salzkonzentration. Ehe das Salz auf der Straße landet, wird es mit Wasser zu einer Lauge vermischt. So haftet es besser.

Bis zu 40 Gramm Salz pro Quadratmeter

Dass die Temperaturen so weit gefallen sind, dass das Auftausalz nicht mehr wirkte, hat der Pressesprecher noch nie erlebt. „Im Ernstfall sind bis zu 40 Gramm pro Quadratmeter möglich“, beruhigt er. Dass jede Straße zu jedem Zeitpunkt von Schnee und Eis befreit ist, kann jedoch niemand garantieren. Die Ponts et chausées haben die Verantwortung über ein Straßennetzwerk von 3.000 Kilometern Länge. „Dazu gehören alle Autobahnen, die Nationalstraßen und die Chemins repris (CR)“, erklärt Ralph di Marco. 


Excercice grandeur nature - tunnel Howald - Luxembourg - Ville - Howald - 24/10/2021 - photo: claude piscitelli
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Manchmal gäbe es vonseiten der Autofahrer Kritik. „Die Zahl unserer Fahrzeuge und die unserer Mitarbeiter ist begrenzt“, sagt er. „Sie können nicht zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort sein.“ Von Pendlern, die aus Frankreich oder Belgien nach Luxemburg fahren, sei Kritik eher selten zu hören. „Wenn wir bis in Luxemburg sind, sind die Straßen frei“, laute das Lob vielmehr. 

Lob und Kritik 

Trotzdem gebe es auch Situationen, in denen gar nichts mehr gehe. Ralph di Marco kann sich an eine solche erinnern. „Im Winter 2010 hatte es vor der abendlichen Rushhour angefangen, sehr heftig zu schneien.“ Die Räumfahrzeuge wurden auf die Autobahnen geschickt, um diese von Matsch und Schnee zu befreien. 

„Es waren aber auch viele Autos unterwegs, die noch Sommerreifen aufgezogen hatten.“ Diese verloren die Haftung und verursachten Unfälle und Staus. „Wir kamen mit den Räumfahrzeugen nicht mehr durch.“ Situationen wie diese seien aber die Ausnahme. Im Normalfall heißt es spätestens um 6 Uhr im Radio: „Alle Straßen sind frei.“

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