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Belval: Von der Industriebrache zum Stadtviertel
Lokales 5 2 Min. 04.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Belval: Von der Industriebrache zum Stadtviertel

Bruno Theret, als Vertreter von ArcelorMittal, Agora-Präsident Frank Vansteenkiste und Generaldirektor Vincent Delwiche bei der Vorstellung des Agora-Berichtes.

Belval: Von der Industriebrache zum Stadtviertel

Bruno Theret, als Vertreter von ArcelorMittal, Agora-Präsident Frank Vansteenkiste und Generaldirektor Vincent Delwiche bei der Vorstellung des Agora-Berichtes.
Foto: Guy Jallay
Lokales 5 2 Min. 04.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Belval: Von der Industriebrache zum Stadtviertel

Luc EWEN
Luc EWEN
Die Umwandlung der ehemaligen Industriebrache zum modernen Stadtviertel schreitet voran.

Die Firma Luxcontrol wird ihren Sitz nach Belval verlegen. Das war die Hauptnachricht bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz der Entwicklungsgesellschaft Agora am Donnerstag. Die zeichnet als Joint Venture zwischen Staat und ArcelorMittal für die Entwicklung des Escher und Sassenheimer Stadtteils Belval verantwortlich.

Am Vortag habe man den Kaufvertrag mit Luxcontrol unterzeichnet, sagte Agora-Präsident Frank Vansteenkiste. Zu dieser Nachricht gesellt sich die Meldung, dass nun 8 500 Beschäftigte in Belval arbeiten.

Agora-Generaldirektor Vincent Delwiche ist sichtlich stolz auf diese Zahl. „Damit arbeiten jetzt mehr Menschen im neuen Belval als zuvor im früheren Stahlwerk.“ Was das Schaffen und Sichern von Arbeitsplätzen angeht, sei Belval demnach nun unstrittigerweise als Erfolg zu werten, so Delwiche. Auch die weiteren Zahlen wertet man bei Agora durchwegs positiv.

Demnach halten sich werktags 17 000 Menschen in Belval auf. 3 000 davon sind Einwohner und 5 700 Schüler oder Studenten. 200 Geschäfte, Firmen und Behörden seien mittlerweile dort ansässig. Was die Vermarktung der ehemaligen Industriebrache angeht, so seien 78 Prozent des Potenzials des gesamten Areals erschöpft. In diesem Sinne sei 2018 ein Rekordjahr gewesen. Man hole als Entwicklungsgesellschaft nun die vorangegangenen Investitionen wieder herein, so Frank Vansteenkiste. Einst habe man Investoren mit günstigen Preisen – und somit mit Verlustgeschäften für Agora – nach Belval locken müssen. Diese Zeiten seien vorbei.


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Im laufenden Jahr sollen insgesamt 81 000 Quadratmeter an Nutzfläche übergeben werden. Dazu zählt unter anderem das Gebäude Rouden Eck, samt Discountmarkt und Businesshotel für Langzeitaufenthalte, sowie der doppelte Wohnturm Capelli Towers.

Nutzer laut Umfrage zufrieden

Belval sei aber nicht nur aus Sicht der Investoren ein Erfolg, so Vincent Delwiche. Eine rezente Umfrage habe ergeben, dass neun von zehn Beschäftigten, die auf der ehemaligen Industriebrache arbeiten, mit der Entwicklung Belvals zufrieden sind. Acht von zehn jener Beschäftigten, die zuvor an einem anderen Ort in Luxemburg gearbeitet haben, würden Belval als Arbeitsort vorziehen.

Der Umfrage zufolge sind besonders das gastronomische Angebot, die Einkaufsmöglichkeiten und das Freizeitangebot vor Ort beliebt. Aus der Befragung sind aber auch einige Mängel ersichtlich geworden. So hätten sich viele der Befragten beschwert, dass es in Belval keine Apotheke gibt. Das soll sich nun ändern. Eine Apotheke wird unweit des geplanten Aldi-Supermarktes entstehen.

Brücke für Studentewee

Auf die seit Langem diskutierte Anbindung für sanfte Mobilität zur Escher Stadtmitte, den sogenannten Studentewee, angesprochen, war es die Bestätigung, dass die Machbarkeitsstudie noch läuft. Es sei klarer Wille der Regierung, einen nationalen Radweg zu verwirklichen. „Es wäre die Kirsche auf dem Kuchen, wenn dies noch vor dem Kulturjahr 2022 möglich wäre“, so Frank Vansteenkiste. Versprechen könne er dies allerdings nicht.


Studentewee wird nationale Fahrradpiste
Am Projekt eines Radweges zwischen dem Escher Stadtzentrum und Belval wird sehr wohl gearbeitet, heißt es aus dem Nachhaltigkeitsministerium. Dies nach der Kritik vom Escher Schöffen André Zwally.

Denn: Der Bau wird schwierig. Die Trasse, die vom Autohaus Losch zur Rockhal führen wird, verläuft über das Werksgelände des noch bestehenden Stahlwerkes. „Hier werden Züge und Lastwagen beladen“, so der Agora-Präsident. Daher sei ein Brückenbau unabdingbar. Man sei dabei, mit den Architekten zu prüfen, ob ein standesgemäßer Stahlbau möglich ist. Dass es den Weg noch nicht gibt, sei ein Defizit von Belval, das es zu beheben gelte.


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