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Warum Belval als Erfolgsmodell gilt
Lokales 2 Min. 29.09.2021 Aus unserem online-Archiv
Vom Industriegebiet zum Wohnviertel

Warum Belval als Erfolgsmodell gilt

Zwischen Esch und Schifflingen entsteht bald ein neues Stadtviertel, mit dessen Entwicklung ebenfalls Agora befasst ist.
Vom Industriegebiet zum Wohnviertel

Warum Belval als Erfolgsmodell gilt

Zwischen Esch und Schifflingen entsteht bald ein neues Stadtviertel, mit dessen Entwicklung ebenfalls Agora befasst ist.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 29.09.2021 Aus unserem online-Archiv
Vom Industriegebiet zum Wohnviertel

Warum Belval als Erfolgsmodell gilt

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Agora und Politik sind mit der Umwandlung des ehemaligen Industriestandortes in ein Areal zum Leben, Arbeiten und Studieren zufrieden.

Früher Aushängeschild der luxemburgischen Stahlindustrie, heute belebtes Wohn- und Arbeitsviertel sowie Universitätsstandort: Das Belval-Viertel zwischen Esch/Alzette und Beles hat in den vergangenen 20 Jahren eine beispiellose Metamorphose durchgemacht. Hinter diesem Wandel steht vor allem die Entwicklungsgesellschaft Agora, an welcher zu jeweils 50 Prozent der luxemburgische Staat sowie der Stahlkonzern ArcelorMittal beteiligt sind. Bei einer Pressekonferenz wurde nun am Mittwoch Bilanz gezogen – und diese fällt nach 20-jähriger Aktivität rund um das Belval-Viertel durchweg positiv aus.


Misch Feinen (rechts) und seine Mitstreiter wollen die Erinnerung an die Stahlindustrie erhalten.
Die Erinnerung an die Stahlindustrie soll erhalten bleiben
FerroForum hat sich zum Ziel gesetzt, eine Verbindung zwischen der Zukunft und der industriellen Vergangenheit herzustellen.

Der Minister für Raumentwicklung Claude Turmes (Déi Gréng) hob dabei etwa vor allem die Raumaufteilung sowie die vielseitige Ausrichtung des Viertels hervor. Die Zahlen geben ihm hierbei recht: Heute leben rund 3.300 Einwohner in Belval, mehr als 5.000 Studierende besuchen den Universitätscampus und über 10.000 Menschen arbeiten am Standort Belval. Neben mehr als 250 Unternehmen sind mittlerweile auch Teile der Verwaltung im Stadtteil angesiedelt. Dabei wird Belval auch in den kommenden Jahren noch weiter wachsen.

Zuspruch aus den Gemeinden

Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, Georges Mischo (CSV) aus Esch/Alzette und Simone Asselborn-Bintz (LSAP) aus Sassenheim, sowie ArcelorMittal-Vertreter Michel Wurth stimmten Turmes grundsätzlich zu und bezeichneten den bisherigen Projektverlauf als Erfolgsgeschichte. So lobte Mischo den Mut zur Dezentralisierung des Landes, die mit dem Vorhaben verfolgt wird. Wurth bezeichnete die Umwandlung des Viertels gar als „Sprung aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts hinein in das 21. Jahrhundert“.


Bewegung in luftiger Höhe
Der spektakuläre Weg für aktive Mobilität zwischen Esch/Alzette und Belval wird nun mit etwas Verspätung konkret.

Für Turmes besteht dennoch weiterhin Verbesserungspotenzial. Etwa bei der Treibhausbilanz des Viertels, die beispielsweise durch den vermehrten Einsatz von Solaranlagen verbessert werden könne. Auch bei der Mobilitätsfrage bestehe weiterhin Handlungsbedarf. Mit dem geplanten Fahrradexpressweg, der Belval künftig mit dem Escher Stadtzentrum verbinden wird, sowie der vorgesehenen Anbindung an die schnelle Tram hob Turmes jedoch zwei Projekte hervor, die in Zukunft Abhilfe schaffen sollen, auch wenn sich die Umsetzung bei Letzterem noch einige Jahre hinziehen wird.

„Über die Grenze hinaus denken“

Zudem müsse in Zukunft stärker über die Landesgrenze hinaus gedacht werden. Dies betreffe im Falle Belvals vor allem die Schnittstelle an der nahe gelegenen Grenze zu Frankreich, so der Grünen-Politiker.

Belval soll derweil auch als Vorbild für künftige Projekte dienen. So soll demnächst die Industriebrache zwischen Esch/Alzette und Schifflange zu einem belebten Stadtviertel umgewandelt werden – eine Aufgabe, mit der ebenfalls die Agora betraut wird. Ein besonderes Merkmal des geplanten Stadtteils ist, dass Autos keinen Zutritt erhalten werden. Zudem sollen 30 Prozent der geplanten Wohneinheiten als „bezahlbarer Wohnraum“ angeboten werden.


In Esch befindet sich die längste Fußgängerzone des Landes.
Von wegen "RuppEsch"
Offen, lebhaft, abwechslungsreich: Esch/Alzette bietet auch Tagestouristen ein breites Angebot und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Bei allem Lob für das Projekt warnte Mischo jedoch auch vor den Herausforderungen, die durch die neuen Stadtviertel auf die betroffenen Gemeinden zukämen, dies vor allem im Bereich der Mobilität. Diese müsse an das Bevölkerungswachstum angepasst werden. Die Stadt Esch, die heute rund 37.000 Einwohner zählt, soll in Zukunft auf über 50.000 Einwohner wachsen. Die neuen Viertel dürften demnach keine reinen Satellitenstädte Eschs werden, so Mischo.

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