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Belval: Neue Energie im Universitäts-Viertel
Lokales 2 Min. 23.11.2020

Belval: Neue Energie im Universitäts-Viertel

Belval: Neue Energie im Universitäts-Viertel

Foto: Claude Piscitelli
Lokales 2 Min. 23.11.2020

Belval: Neue Energie im Universitäts-Viertel

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Der Bau der Gebäude für Esch 2022 in Belval schreitet voran. Zudem wurden Fotovoltaikanlagen auf zwei Uni-Gebäuden errichtet.

Im Universitätsviertel von Belval geht es dieser Tag ruhig zu. Zumindest was den Fußgängerbereich um die Universitätsgebäude anbelangt. Da viele Kurse nun per Videokonferenz abgehalten werden, sind weniger Studenten unterwegs als sonst. Dafür ist aber auf einigen Baustellen richtig viel los. 

Zum Beispiel vor der Gebläsehalle, wo ein rotes Containergebäude errichtet wird. Dort entsteht das Hauptquartier für die Mannschaft der europäischen Kulturhauptstadt Esch 2022. „Dabei wurde das entsprechende Finanzierungsgesetz erst im April gestimmt“, betont Luc Dhamen, Direktor des Fonds Belval. 

In dem rotem Turm wird sich das Hauptquartier von Esch 2022 befinden.
In dem rotem Turm wird sich das Hauptquartier von Esch 2022 befinden.
Foto: Claude Piscitelli

Besonders stolz ist er darauf, dass auf der Fassade abnehmbare, rote Solarpaneele vorgesehen sind. Trotz Corona, soll das Gebäude Anfang 2021 fertiggestellt werden. Die Mannschaft von Esch 2022 werde voraussichtlich im März einziehen können. Rein theoretisch wird der Turm nach 2022 wieder abgebaut werden können. Eine Entscheidung dazu soll aber erst nach dem Kulturjahr fallen. 

Das gilt auch für das Skip-Gebäude. Die Halle mit dem gelben, wellenförmigen Dach, die jahrelang beim Kreisverkehr Raemerich stand, wird nun vor dem roten Turm neu errichtet. Auch sie soll während der europäischen Kulturhauptstadt benutzt werden. 

Die Skip-Halle stand zuvor beim Kreisverkehr Raemerich.
Die Skip-Halle stand zuvor beim Kreisverkehr Raemerich.
Foto: Claude Piscitelli

Herausforderung Möllerei

Weitaus komplizierter muten die Arbeiten in der ehemaligen Möllerei an. Genauer gesagt in dem Teil, der nicht zur Universitätsbibliothek umgebaut wurde. Im ehemaligen Industriegebäude wurden einst die Ladungen mit Eisenerzpräparaten und Koks vorbereitet, die in den Hochöfen befördert wurden. Hier sollen 2022 Veranstaltungen mit digitalem Charakter stattfinden. 

„Die Baustelle wird bis Ende 2021 dauern“, so Luc Dhamen. Um keine Zeit zu verlieren, werde eng mit Esch 2022 zusammengearbeitet, damit das renovierte Gebäude ihren Ansprüchen gerecht wird. 

In der Möllerei wurden einst die Ladungen mit Eisenerzpräparaten und Koks vorbereitet, die in den Hochöfen befördert wurden.
In der Möllerei wurden einst die Ladungen mit Eisenerzpräparaten und Koks vorbereitet, die in den Hochöfen befördert wurden.
Foto: Claude Piscitelli

Sonnenenergie unter dem Hochofen 

Doch eigentlich waren es nicht diese Baustellen, die Luc Dhamen und Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng) am Montag der Presse vorstellen wollten, sondern zwei neue Fotovoltaikanlagen. Eine auf dem Dach der Maison des Sciences humaines und eine auf dem Dach der Maison de l'Innovation. 


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Eine dritte Anlage steht bereits seit 2018 auf dem Dach der Rockhal. Sie produziert 60 Prozente der Elektrizität, die in normalen Zeiten von der Konzerthalle benötigt wird. Bei der Maison des Sciences humaines liegt dieser Prozentsatz bei 15 und bei der Maison de l'Innovation bei 22. 

Die Paneele auf der Maison de l'Innovation wurden flach aufgelegt.
Die Paneele auf der Maison de l'Innovation wurden flach aufgelegt.
Foto: Claude Piscitelli

Letzteres Projekt war besonders anspruchsvoll, wegen der Nähe zu den denkmalgeschützten Hochöfen, so Luc Dhamen noch. Deshalb wurde sich hier für flach aufgelegte, matte Paneele entschieden. Dies damit sie nicht ins Auge stechen. Insgesamt wurden für die drei Projekte 2,85 Millionen Euro investiert. Vorgesehen sind weitere Anlagen auf der Maison du Savoir und dem Lycée Bel-Val. 

François Bausch (1.v.l.) und Luc Dhamen (2.v.l.) besuchten am Montag die neuen Fotovoltaikanlagen.
François Bausch (1.v.l.) und Luc Dhamen (2.v.l.) besuchten am Montag die neuen Fotovoltaikanlagen.
Foto: Claude Piscitelli

Dies reihe sich in der Strategie der Regierung ein, auf erneuerbare Energie zu setzen, unterstrich François Bausch. Das Ziel, bis 2020 den Anteil erneubarer Energie hierzulande auf elf Prozent zu erhöhen, sei 2019 erreicht worden. Das neue Ziel lautet nun: 25 Prozent bis 2030.  


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Dafür soll bei Neubauten ein Schritt weiter gegangen werden. So soll zum Beispiel das Gebäude des Nationalarchivs, das in Belval geplant ist, mehr Energie produzieren, als es verbraucht.

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