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Belval: 35 Millionen für Esch 2022 investiert
Lokales 3 Min. 04.02.2020

Belval: 35 Millionen für Esch 2022 investiert

Im noch nicht renovierten Teil der ehemaligen Möllerei soll ein „Digital Space“ entstehen. Doch die Zeit drängt. Beginnen wird das Kulturjahr am 22. Februar 2022.

Belval: 35 Millionen für Esch 2022 investiert

Im noch nicht renovierten Teil der ehemaligen Möllerei soll ein „Digital Space“ entstehen. Doch die Zeit drängt. Beginnen wird das Kulturjahr am 22. Februar 2022.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 3 Min. 04.02.2020

Belval: 35 Millionen für Esch 2022 investiert

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Das Parlament hat zugestimmt. Für die europäische Kulturhauptstadt Esch 2022 werden 35 Millionen in Belval investiert. Doch die Zeit drängt.

Viel Zeit bleibt nicht. In zwei Jahren werden Esch und die Südregion den Titel der europäischen Kulturhauptstadt tragen. Bis dahin sollen insgesamt neun Bauten in Belval neu errichtet, umgebaut oder sogar umtransportiert werden. 

Um diese Finanzierung zu gewährleisten, stimmte das Parlament am Dienstag einstimmig einem Finanzierungsgesetz in Höhe von 35,3 Millionen Euro zu. 

Zentrale Rolle für Möllerei

Dieser Teil der Möllerei ist derzeit im Zustand einer Ruine.
Dieser Teil der Möllerei ist derzeit im Zustand einer Ruine.
Foto: Nicolas Anen

 Unter den Bauprojekten befindet sich die Instandsetzung des Teils der ehemaligen Möllerei, der nicht zur Universitätsbibliothek umgebaut wurde. 

Wie Berichterstatter Carlo Back (Déi Gréng) erklärte, soll das Gebäude, wo einst die Eisenerzpräparate und Koksladungen für den Hochofen vorbereitet wurden, zum „Hauptplatz der kulturellen Programmatik“ von Esch 2022 werden. 

Digital Space und Hochofenkultur

Der betroffene Teil der Möllerei befindet sich unterhalb von Hochofen A.
Der betroffene Teil der Möllerei befindet sich unterhalb von Hochofen A.
Foto: Nicolas Anen

Einerseits soll es ein „Digital Space“ beherbergen. Dies soll „ein Incubator neuer kultureller Formen werden“, so Carlo Back. 

375 Quadratmeter an Ausstellungsfläche, verteilt über mehrere Ebenen, werden dort entstehen. Andererseits soll es auch Besuchern das Funktionieren des Hochofens besser vermitteln. 

Skip vor Umzug

Gelb eingezeichnet ist auf dieser Grafik das „Skip“-Gebäude, das sich derzeit noch in Raemerich befindet.
Gelb eingezeichnet ist auf dieser Grafik das „Skip“-Gebäude, das sich derzeit noch in Raemerich befindet.
Grafik: Fonds Belval

 Weiter ist geplant, dass das Skip-Gebäude, das derzeit in Raemerich steht, nach Belval zieht. Auch soll eine Brücke zwischen der Möllerei und der Gießhalle des Hochofens A entstehen. 

Außerdem sollen Räumlichkeiten für die Mannschaft von Esch 2022 in Modulbauten vor der Gebläsehalle entstehen. 

Auf dieser Grafik sind die künftigen Bürogebäude von Esch 2022 rot eingezeichnet. Die weiße Form im Vordergrund stellt das „Skip“-Gebäude dar, das von Raemerich nach Belval umziehen wird.
Auf dieser Grafik sind die künftigen Bürogebäude von Esch 2022 rot eingezeichnet. Die weiße Form im Vordergrund stellt das „Skip“-Gebäude dar, das von Raemerich nach Belval umziehen wird.
Grafik: Fonds Belval

Die Kultur des Minetts

„Die Möllerei wird zum Herzstück von Esch 2022“, sagte Pim Knaff (DP) voraus. Der neue Abgeordnete und Escher Kulturschöffe war kurz zuvor im Parlament vereidigt worden. Die Gelegenheit, zu Esch 2022 zu sprechen, ließ er sich nicht nehmen. 

„Die Kultur des Minetts ist in Minen und Schmelzen verankert“, so Pim Knaff. Große markante Bauten, wie die Hochöfen, haben die Landschaft geprägt und seien heute Zeuge eines „wichtiges Teils der Geschichte des Landes“. 

2022 werden diese Gebäude „zugleich Kulisse und Objekt der Auseinandersetzung sein“, sagte er voraus. 

 Und die Gebläsehalle? 

Erhofft wird sich für das Kulturjahr ähnlicher Andrang wie hier beim Hochofenfest.
Erhofft wird sich für das Kulturjahr ähnlicher Andrang wie hier beim Hochofenfest.
Foto: Fonds Belval

Während Serge Wilmes (CSV) und Gast Gibéryen (ADR) nur lobende Worte für die geplanten Investitionen fanden, brach Marc Goergen (Piraten) eine Lanze für mehr Dezentralisierung. 

Dan Biancalana (LSAP) wies seinerseits darauf hin, dass es neben Belval auch andere Standorte im Süden gebe, mit Industriegebäuden, in die es sich zu investieren lohne.

Investition ist nicht Kompensierung 

Darauf ging auch Marc Baum (Déi Lénk), wenn auch etwas kritischer, ein. Er erinnerte an die Projekte der Instandsetzung der Gebläsehalle in Belval und der Errichtung von Filmstudios in Düdelingen. 

Die nun bevorstehenden Investitionen in Belval dürften nicht als Kompensierung für diese nicht realisierten Projekte verstanden werden, betonte er. 

Gebläsehalle soll erhalten bleiben

Daraufhin stellte der Minister für öffentliche Bauten, François Bausch (Déi Gréng), klar, dass die Regierung die Gebläsehalle erhalten wolle. Die Analysen hätten aber gezeigt, dass der Arbeitsaufwand so hoch sei, dass sie nicht bis 2022 abgeschlossen werden könnten.


Wie Belval zur Kulturschmiede werden soll
35 Millionen Euro werden bis 2022 in Belval investiert werden, um den Standort auf das Kulturjahr Esch 2022 vorzubereiten. Unter anderem wird ein "Digital Space" in der früheren Möllerei entstehen.

Die alternativen Vorschläge, die daraufhin der Direktor des Fonds Belval vorlegte, seien als gut befunden worden. Diese Projekte wären „so oder so“ umgesetzt worden, so François Bausch noch. 

Sie wurden eigentlich nur jetzt für das Kulturjahr vorgezogen. „Die anderen Projekte sind aber nicht vergessen“, versicherte er. 

Über 600 Vorschläge für Esch 2022 

Kulturministerin Sam Tanson (Déi Gréng) wies auf die Konvention hin, die kürzlich mit der Vereinigung CNCI unterschrieben wurde, die sich für Industriegut einsetzt. „Sie haben die Gebläsehalle ganz klar auf dem Schirm“, sagte sie. 


Liebäugeln mit einer alten Bekannten: Die Gebläsehalle wäre der passende Hauptsitz für das nationale Zentrum für Industriegeschichte, gibt die neue Vereinigung zu verstehen.
Dezentralisiertes Netzwerk für Industriekultur
Das Kulturministerium unterstützt „Industriekultur – Centre national de culture industrielle“ mit 50 000 Euro zur Schaffung eines Zentrums für Industriegeschichte.

Weiter sagte sie, dass die Mannschaft von Esch 2022 mit 606 Projekten befasst wurde. 

 Auf Nachfrage erklärte die Generaldirektorin von Esch 2022, Nancy Braun, dass davon 265 fertig evaluiert wurden. 61 zusätzliche sind durch das „Comité de lecture“ von Esch 2022 bewertet worden, warten aber noch auf eine Stellungnahme des Verwaltungsrats der Vereinigung. 

Weitere 280 müssen noch durch das Comité de Lecture und durch den Verwaltungsrat. Auch verweist Nancy Braun auf die bevorstehende Pressekonferenz am 20. Februar. „Das wird eine Überraschung“, verspricht sie.


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