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Belgische Aufsichtsbehörde warnt: Risse in Atomkraftwerk
Lokales 17.02.2015

Belgische Aufsichtsbehörde warnt: Risse in Atomkraftwerk

Belgische Aufsichtsbehörde warnt: Risse in Atomkraftwerk

Screenshot: Google Maps
Lokales 17.02.2015

Belgische Aufsichtsbehörde warnt: Risse in Atomkraftwerk

Der Leiter der belgischen Atomaufsichtsbehörde (FANC) Jan Bens bezeichnet die neue Feststellung als "globales Problem der Atomkraftwerke" und empfiehlt eine genaue Untersuchung aller Atomreaktoren weltweit.

(LW) - In zwei belgischen Atomkraftzentralen wurden vor kurzem bei Untersuchungen tausende weitere Risse im Reaktordruckbehälter gefunden. Dies teilte Greenpeace Luxemburg am Dienstag mit.

Betroffen sind die AKWs Doel und Tihange. Letztere befindet sich nach der Stadt Namur. Aufgrund der Feststellung empfiehlt der Leiter der belgischen Atomaufsichtsbehörde eine genaue Untersuchung aller Atomreaktoren weltweit. Ein Versagen des Druckbehälters hätte eine Kernschmelze zur Folge.

Risse im Reaktordruckbehälter

Bisher ging man davon aus, dass die in den belgischen Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 schon 2012 festgestellten Risse auf einen Mangel in der Herstellung zurückzuführen seien und deshalb kein akuter Handlungsbedarf bestünde. Nun zeige aber eine vertiefte Überprüfung, dass die beiden Atomkraftwerke tausende weitere Risse im Reaktordruckbehälter aufweisen.

Der Druckbehälter beinhaltet unter anderem die hochradioaktiven Brennelemente. Hier findet die nukleare Kettenreaktion statt. Ein plötzliches Versagen dieses Behälters sei in der Auslegung der Atomreaktoren nicht vorgesehen und könnte zu katastrophalen Freisetzungen radioaktiver Strahlung führen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Luxemburger Regierung soll intervenieren

"Auf Grund dieser neuen Erkenntnisse, sollte die Luxemburger Regierung bei den verantwortlichen Ministern in Brüssel intervenieren. Ende 2013 hatte die belgische Regierung beschlossen die Laufzeit vom Reaktor 1 in Tihange um 10 Jahre bis 2025 zu verlängern. Luxemburg soll das sofortige Abschalten des AKW Tihange fordern und gegebenenfalls juristisch gegen eine Laufzeitverlängerung vorgehen", so Roger Spautz von Greenpeace Luxemburg.


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