Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Belastungsquellen unbekannt
Lokales 22.02.2018

Belastungsquellen unbekannt

Die Verschmutzungseinträge in die Kiemelbach sind mit bloßem Auge sichtbar.

Belastungsquellen unbekannt

Die Verschmutzungseinträge in die Kiemelbach sind mit bloßem Auge sichtbar.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 22.02.2018

Belastungsquellen unbekannt

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Dass die Alzette kein besonders sauberer Fluss ist, dürfte keine wirkliche Überraschung sein. Dass aber regelmäßig sehr hohe Belastungswerte, insbesondere im Oberlauf zwischen der französischen Grenze und Hesperingen festgestellt werden, lässt aufhorchen. Seit Längerem ist die Kiemelbach, die bei Foetz in die Alzette mündet, als eine der Belastungsquellen erkannt.

 Laut einer parlamentarischen Anfrage des DP-Abgeordneten Gusty Graas seien aber insbesondere die Einträge seitens des Kiemelbach sehr stark mit Nitriten belastet.

In ihrer Antwort bestätigt Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng), dass zurzeit neue Analysen durchgeführt würden. Allerdings liegen die Ergebnisse, die an das Wasserwirtschaftsamt weitergeleitet wurden, noch nicht vor. Die Werte sollen im Laufe der Flusspartnerschaftsgespräche unter die Lupe genommen werden. Allerdings wurde im Jahre 2016 bereits eine Reihe von Messungen durchgeführt, so Dieschbourg.

Messungen seit 2014

Diese zeigten bereits eine chemische Belastung auf, neben Nitriten wurden vor allem Ammonium und organischer Kohlenstoff festgestellt. Nach diesen Messungen wurde der gesamte Kanalisationsbereich im Einzugsbereich der Kiemelbach auf Anordnung des Wasserwirtschaftsamtes inspiziert. Eine solche Untersuchung war bereits 2014 durchgeführt wurden. Damals stellten die Experten von Biomonitor nach Entnahme von 14 Sedimentproben insgesamt zwölf Verschmutzungsquellen fest. Insbesondere die giftigen Schwermetalle Blei, Zink und Cadmium wurden damals in hohen Konzentrationen nachgewiesen.

Schlackenhalde und Monkeler

Sowohl die Industriezone Monkeler als auch die frühere Schlackenhalde in Monnerich, die später als Bauschuttdeponie benutzt wurde, gelten als potenzielle Verursacher der Einträge in die Kiemelbach. Laut Dieschbourg sei das gesamte Kanalnetz aber so veraltet und komplex, dass bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden konnte, aus welcher Quelle die Einträge stammen.

Auch dem Schifflinger Bürgermeister Paul Weimerskirch ist bewusst, dass Handlungsbedarf besteht. „Der Ball sollte nicht ständig zwischen Ministerium und Kommunen hin- und hergespielt werden. Wir sollten das Thema jetzt endlich gemeinsam angehen.“ Weimerskirch verweist aber auch auf Versäumnisse der Vergangenheit, insbesondere was Monkeler betrifft. „Wirklich bessern wird sich der Zustand der Alzette erst dann, wenn die französischen Nachbargemeinden demnächst in neue Kläranlagen investieren werden“.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Schifflinger Kläranlage im Ausbau
Angesichts des Bevölkerungswachstums in den angeschlossenen Ortschaften, wird in der Schifflinger Kläranlage nachgerüstet. Dessen Kapazität wird für 2020 von 90.000 Einwohnergleichwerten auf 135.000 steigen.
20.2.Schifflange / Chantier Kläranlage Foto:Guy Jallay
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.