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Bekannter Facebook-Hetzer vor dem Berufungsgericht: Unbelehrbar, rassistisch und „ganz intelligent“
Lokales 2 Min. 02.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Bekannter Facebook-Hetzer vor dem Berufungsgericht: Unbelehrbar, rassistisch und „ganz intelligent“

Das Urteil der Berufungskammer ergeht am 1. März.

Bekannter Facebook-Hetzer vor dem Berufungsgericht: Unbelehrbar, rassistisch und „ganz intelligent“

Das Urteil der Berufungskammer ergeht am 1. März.
Foto: Steve Remesch
Lokales 2 Min. 02.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Bekannter Facebook-Hetzer vor dem Berufungsgericht: Unbelehrbar, rassistisch und „ganz intelligent“

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Dan Schmitz ist als Hetzer auf Facebook bekannt und einschlägig vorbestraft. Zuletzt im Dezember wegen "Incitation à la haine". Nun fordert er ein milderes Urteil und hetzt vor dem Berufungsgericht munter weiter.

Von Steve Remesch

Sein Ruf eilt ihm voraus und vor dem Berufungsgericht wurde er dem auch gestern wieder gerecht. Der inzwischen zu trauriger Berühmtheit gelangte Facebook-Hetzer Dan Schmitz war im Dezember eben wegen Aufstachelung zum Hass in erster Instanz zu einer zwölfmonatigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden.

Wie abgebrüht dreist und unbelehrbar Schmitz ist, bewies er ein weiteres Mal, als er zum Schluss der Verhandlung das letzte Wort ergriff. „Ich bin kein Rassist, ich bin kein Nazi“, so der Mittfünfziger. Er sei ein ganz normaler Mensch. Ungefragt erzählte Schmitz dann aber von Einbrechern in seinem Garten – natürlich Rumänen. Als er dann weiterfuhr mit „Man braucht sich ja nur im Gefängnis umzusehen, wie viele Luxemburger da einsitzen...“, hatte die Richterin genug gehört und stoppte ihn.

Er tat sich damit offensichtlich keinen Gefallen, denn er bestätigte mit diesen wenigen Worten quasi die gesamte Anklagerede der Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft Simone Flammang.

"Ganz intelligent"

Sie hatte Schmitz als unbelehrbar und rassistisch bezeichnet. Beides habe er auch zu genüge bewiesen. Angeklagt ist der Invalidenrentner wegen seinem Auftreten auf Facebook zwischen Dezember 2011 und Oktober 2012. Er habe nachweislich eine ganze Reihe von Gruppen, Seiten und Profilen betrieben, die nur einen Zweck erfüllt hätten – „incitation à la haine“. Allesamt seien sie „ganz intelligent“ gewesen, so Simone Flammang.

Insbesondere hob sie eine Gruppe mit dem Namen „Fir oder géint Asylantenheemer“ hervor, in der Schmitz 15 Minuten nachdem er die Gruppe erstellt hatte, das Foto eines abgebrannten Asylantenheims veröffentlichte. Es sei stets um „déi gutt Lëtzebuerger“ gegangen, die von „Asylbedréiern“, „Paak“ und „Dreck“ bedroht würden.

„Da bleibt einem beim Lesen der Mund offen stehen“, meinte Flammang. Es würde gegen „Refugieeën, Negeren, Rouder, Gieler a souguer Donkelgrénger“ gehetzt, wobei nicht ganz klar sei, wen er mit letzteren gemeint habe.

"Benzin brennt besser"

Akribisch habe Schmitz Presseartikel zu Straftaten gesammelt und veröffentlicht, um sie dann bestimmten Nationalitäten zuzuordnen. Auf einen Spendenaufruf der Petinger Gemeinde zu Gunsten von Flüchtlingen habe er zehn Liter „Gazole“ angeboten. Ein anderes Gruppenmitglied, das sicherlich auch bald Bekanntschaft mit der Justiz schließen wird, empfahl ihm Benzin, das brenne besser.

Zu seiner Verteidigung meinte Schmitz, das sei alles nicht so ernst gemeint gewesen. Die verhängte Gefängnisstrafe sei zu streng.

„Unsere Gesellschaft soll nicht so sein, wie Herr Schmitz sie darstellt“, unterstrich Simone Flammang am Ende. Eine zwölfmonatige Haftstrafe sei absolut angebracht.

Das Urteil der Berufungskammer ergeht am 1. März.


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