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Bei Stau nach Verkehrsunfällen: Lebensretter Rettungsgasse
Lokales 2 Min. 25.02.2016

Bei Stau nach Verkehrsunfällen: Lebensretter Rettungsgasse

Die Bildung einer Rettungsgasse soll den Einsatzkräften einen schnellen Zugang zum Unfallort ermöglichen.

Bei Stau nach Verkehrsunfällen: Lebensretter Rettungsgasse

Die Bildung einer Rettungsgasse soll den Einsatzkräften einen schnellen Zugang zum Unfallort ermöglichen.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 25.02.2016

Bei Stau nach Verkehrsunfällen: Lebensretter Rettungsgasse

Bei einem Verkehrsunfall zählt jede Sekunde. Durch das Prinzip der Rettungsgasse sparen Einsatzkräfte kostbare Zeit. Eine Informationskampagne klärt auf.

(mr) - Die Hauptursache für einen Stau ist in den meisten Fällen ein Verkehrsunfall. Rettungskräfte können unter diesen Umständen nur langsam zum Unfallort gelangen, um die notwendigen Hilfsmaßnahmen zu leisten. Im Fall einer Staubildung erspart das frühzeitige Bilden einer sogenannten Rettungsgasse den Einsatzfahrzeugen kostbare Zeit, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden kann. Deshalb werden Verkehrsteilnehmer bereits bei stockendem Verkehr aufgefordert, an den Rand des Fahrstreifens auszuweichen, um eine Rettungsgasse zu bilden.

Einfache Verhaltensregeln

Fahrzeuge, die sich auf der linken Straßenseite befinden, sollen so weit wie möglich nach links ausweichen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sind angewiesen, nach rechts zu fahren und dabei auch vom Pannenstreifen Gebrauch zu machen. Durch diese Vorgehensweise soll ein möglichst großer Durchgang für die Einsatzkräfte geschaffen werden. Erst nachdem sich die Verkehrsstörung aufgelöst hat, dürfen die Fahrzeuge wieder auf die dafür vorgesehenen Spuren zurückfahren. Das Prinzip der Rettungsgasse gilt dabei sowohl auf Autobahnen als auch auf Straßen inner- und außerorts.

Die Vorteile dieser Verhaltensregeln sind eindeutig. Sie sichern ein rasches Vorankommen und Eintreffen der Einsatzkräfte, sodass eine schnellere Versorgung der Unfallopfer möglich ist. Auch Verkehrsstörungen lassen sich zügiger beseitigen, da Bergungs- und Aufräumfahrzeuge mögliche Hindernisse effektiver aus dem Weg räumen können.

Damit sich zukünftig alle Verkehrsteilnehmer an das Prinzip der Rettungsgasse halten, hat das Nachhaltigkeitsministerium und das Innenministerium eine groß angelegte Informationskampagne gestartet. So wurden unter anderem 45 Schilder entlang der luxemburgischen Straßen aufgestellt und rund 50 000 Infobroschüren in Umlauf gebracht.

Innen- und Nachhaltigkeitsministerium sind sich einig, dass diese Bemühungen bereits erste Früchte tragen. Überwachungsvideos von Autobahnen würden zeigen, dass es bereits zu einem Umdenken bei den Autofahrern gekommen ist. Die Rettungsgassen werden ohne Zögern gebildet. Allerdings fehle bei den Verkehrsteilnehmern noch der Reflex, den Durchgang auch offen zu lassen.

Durchgang muss offen bleiben

Nachdem die ersten Rettungsfahrzeuge die Rettungsgasse passiert haben, zeigen die Fahrer immer noch die Tendenz, die Spur wieder zu blockieren. Vergessen wird dabei, dass nicht alle Fahrzeuge der Hilfsdienste gleichzeitig zum Einsatzort fahren. Für die ersteintreffenden Rettungsfahrzeuge wird bereitwillig eine Rettungsgasse gebildet. Dennoch besteht diese nicht lange genug, um nachrückenden Abschlepp- und Räumungsfahrzeugen einen ungehinderten Zugang zur Unfallstelle zu ermöglichen. Aus diesem Grund werden die Verkehrsteilnehmer angewiesen, die Rettungsgasse erst nach dem Auflösen der Verkehrsstörung zu verschließen.

Das Ausland als Vorbild

Luxemburg ist kein Vorreiter in Sachen Rettungsgasse. Andere europäische Länder wie Deutschland, Österreich und Slowenien haben dieses Prinzip bereits in der Vergangenheit in ihrer Straßenverkehrsordnung verankert. In Österreich zog man allerdings zwei Jahre nach der Einführung der Rettungsgasse eine durchwachsene Bilanz. Prinzipiell funktionierte das Bilden der Rettungsgasse nach zwei Jahren zwar in sechs von zehn Fällen.

Dennoch kam es immer wieder zu Problemen und Missverständnissen auf mehrspurigen Autobahnabschnitten. Weiterhin hagelte es für die hohen Kosten der Informationskampagne Kritik vom österreichischen Rechnungsamt.


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