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Baustellen-Frust im Bahnhofsviertel
Lokales 2 Min. 26.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Baustellen-Frust im Bahnhofsviertel

Geschäftsleute im Bahnhofsviertel befürchten Einbußen während der Tram-Arbeiten.

Baustellen-Frust im Bahnhofsviertel

Geschäftsleute im Bahnhofsviertel befürchten Einbußen während der Tram-Arbeiten.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 26.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Baustellen-Frust im Bahnhofsviertel

Eric HAMUS
Eric HAMUS
Bürger und Geschäftsleute beklagen sich über die vielen Baustellen im hauptstädtischen Bahnhofsviertel – die Stadt will schlichten.

Das hauptstädtische Bahnhofsviertel kommt nicht zur Ruhe: Nach der Aufregung um Drogen und Straßenkriminalität setzen nun die Baustellen zur Verlängerung der Tramstrecke Bürgern und Geschäftsleuten arg zu. Diese ließen es sich denn auch nicht nehmen, Bürgermeisterin Lydie Polfer ihre Sorgen anzuvertrauen und ihrem Ärger freien Lauf zu lassen.

Anlass hierzu bot eine Informationsversammlung der Stadt Luxemburg im Sportzentrum an der Rue de Strasbourg, bei der die zuständigen Dienststellen nochmals auf die anstehenden Änderungen im Verkehrsplan der Stadt Luxemburg eingehen wollten. Tatsächlich werden vom 3. November an eingreifende Änderungen entlang der Avenue de la Liberté vorgenommen, um den zahlreichen Baustellen entlang der geplanten Tramstrecke Rechnung zu tragen (das LW berichtete).

Unumgängliche Arbeiten

Gleich mehrmals sah sich Bürgermeisterin Lydie Polfer dazu verpflichtet, den anwesenden Bürgern vollstes Verständnis entgegenzubringen. „Wir sind uns bewusst, dass eine schwere Zeit auf die Einwohner und Geschäftsleute zukommen wird“, betonte das Stadtoberhaupt. Es sei eine äußerst unangenehme Situation. „Leider führt kein Weg daran vorbei“, betonte Polfer weiter. Dass das Viertel im Anschluss an die Arbeiten Ende 2020 umso schöner sei und die Tram vieles verbessere, sei derzeit wohl kaum ein Trost. „Vielleicht hilft es aber ein wenig über die unangenehme Situation hinweg“, mutmaßte die Politikerin.


Lokales, online.fr, online.de, Illustration Tram, Verkehr, Mobilität, Tram, Transport, Mobilité,  Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Stein des Anstoßes waren vor allem die Änderungen im Busplan. Tatsächlich werden dann keine Busse mehr in der Avenue de la Liberté verkehren, sondern vom Bahnhof in zwei Fahrtrichtungen über die Avenue de la Gare und den Boulevard Roosevelt ins Stadtzentrum geleitet.

In diesem Zusammenhang äußerten gleich mehrere Geschäftsleute ihre Bedenken, dass ihnen durch die Verlegung viel Laufkundschaft verloren ginge. „Dass es nicht anders geht, verstehen wir ja. Dass die Baustellen aber gerade vor den lukrativen Feiertagen eingerichtet wurden, können wir nicht nachvollziehen“, unterstrich eine Geschädigte, während sich die Geschäftsführerin des Centre d'information tiers monde vor allem wegen der gefährlichen Zustände entlang der Baustellen sorgte.

Sorge um Sicherheit der Schüler

Tatsächlich besteht die Kundschaft des Informationszentrums an der Avenue de la Liberté vor allem aus Schulklassen, die mit dem Bus anreisen. „Uns graut es immer wieder, wenn wir an die Schüler denken“, so die Mitarbeiterin der Hilfsorganisation.

Ab 3. November sind auf der Avenue de la Liberté im Bahnhofsviertel nur noch die Busse der Linie 19 unterwegs.
Ab 3. November sind auf der Avenue de la Liberté im Bahnhofsviertel nur noch die Busse der Linie 19 unterwegs.
Foto: Chris Karaba

Bürgermeisterin Lydie Polfer betonte gleich mehrmals, dass man sich der Zustände bewusst sei. Der Schöffenrat sei aber gewillt, den Einwohnern und Geschäftsleuten so weit entgegenzukommen, wie es geht. „Wir sind hier, um zusammen mit Ihnen Lösungen zu finden“, beteuerte das Stadtoberhaupt. Auf fruchtbaren Boden fiel beispielsweise der Vorschlag mehrerer Geschäftsinhaber, eine Art „Shopping-Bus“ einzurichten, der bestimmte Stellen im Bahnhofsviertel anfährt. Eine Haltestelle an der Avenue de la Liberté sei indes „beim besten Willen“ nicht möglich. „Doch Sie wissen am besten, was ihre Kundschaft braucht und woher sie stammt. Wir sind gerne bereit, uns mit Ihnen zusammenzusetzen und einen solchen Pendeldienst einzurichten“, so Polfer. Am Willen der Stadt Luxemburg soll es nicht scheitern, fuhr sie fort. Dieser Pendeldienst könnte bereits nach dem 3. November eingesetzt werden.


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