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Baustelle Ban de Gasperich: Nichts für Fußgänger und Radfahrer
Lokales 2 2 Min. 14.06.2017

Baustelle Ban de Gasperich: Nichts für Fußgänger und Radfahrer

Wer von Gasperich über den neuen Boulevard Raiffeisen will, muss starke Nerven haben: Ob im Stau oder auf dem Rad. Zu Fuß ist es derzeit noch eine Sache der Unmöglichkeit.

Baustelle Ban de Gasperich: Nichts für Fußgänger und Radfahrer

Wer von Gasperich über den neuen Boulevard Raiffeisen will, muss starke Nerven haben: Ob im Stau oder auf dem Rad. Zu Fuß ist es derzeit noch eine Sache der Unmöglichkeit.
FOTO: MARC THILL
Lokales 2 2 Min. 14.06.2017

Baustelle Ban de Gasperich: Nichts für Fußgänger und Radfahrer

Marc THILL
Marc THILL
Es ist noch immer eine Baustelle, auch wenn der Boulevard Raiffeisen seit einer Woche seine definitive Trassenführung hat. Vieles ist noch nicht fertiggestellt: Radwege, Bürgersteige, Bushaltestellen. Daher die Frage: Wie kommt der Radfahrer und der Fußgänger derzeit hier zurecht?

von Luc Ewen und Marc Thill

Die Aufgabe klingt zunächst einfach. "Begebe dich mit dem Fahrrad vom LW-Gebäude in Gasperich zum neuen Stadtviertel ,Ban de Gasperich'". Das „Veloh“ ist schnell entliehen. Doch dann die Frage, wie kommt der Radfahrer in den „Ban“, oder sogar durch den „Ban“ bis nach Howald?

Diese zweite Alternative hat sich schnell erledigt. Das Teilstück vom Price Waterhouse Gebäude bis zum künftigen Bahnhof beim Supermarkt hat Harakiri-Potential. Eine Autobahnauffahrt kreuzen und sich auf enger Fahrbahn zwischen Lastkraftwagen und einer Fahrbahnabgrenzung durchzuradeln, das erscheint dann doch zu gefährlich.

Luc Ewen fuhr mit einem Veloh' durch den Ban de Gasperich. Es war anstrengend.
Luc Ewen fuhr mit einem Veloh' durch den Ban de Gasperich. Es war anstrengend.
FOTO: MARC THILL

Bleiben wir also beim erstgenannten Streckenteil. Abfahrt ist wie gesagt beim “Wort”. Die Route d'Esch mit ihrem zweispurigem Kreisverkehr hat der Radfahrer schnell hinter sich gelassen. Auch wenn zweispurige Verkehrsverteiler gerade für Radfahrer prinzipiell ein Problem sind.

Beim Autohaus stellt sich die Frage: den Bürgersteig nehmen oder die Fahrbahn? Der den Fußgängern vorbehaltene Weg scheint auch als Radweg geeignet, jedenfalls auf den ersten Blick. Nach wenigen Metern Asphalt folgt jedoch Kies. Das ist auch mit dicken “Veloh”-Reifen unangenehm. Doch Augen zu und durch bis zur ersten Gabelung.

Derzeit scheint es jedenfalls so, als ob die Baustellenplanung den Autofahrer bevorzuge."

Ab der alten Industriezone hin zum PWC-Gebäude bieten sich drei Möglichkeiten an. Die an der Industriezone entlang führende neue Straße ist mit großen Gittern gesperrt. Sie wäre ideal, ist aber nicht zugänglich. Aus welchem Grund auch immer.

Also zurück zur Hauptstraße. Hier gibt es die anderen beiden Möglichkeiten. Die alte gesperrte Fahrbahn oder die neue viel befahrene? Unser Radfahrer entscheidet sich zuerst für die gesperrte Fahrbahn und wird schon nach wenigen Metern von einem Baggerfahrer zurückgepfiffen. Obwohl der Weg frei scheint. Radfahrer sind hier nicht erwünscht. Warum auch immer! Fahrverbotsschilder sind keine zu sehen. Doch Streit wollen wir nicht.

Also noch einmal umdrehen und zurück zur Fahrbahn. Hier empfinden alle anderen Verkehrsteilnehmer den Radfahrer allerdings als ein Hindernis. Eine kleine Steigung tut ihr Weiteres dazu, dass ein Autofahrer hupt bevor er an der Bushaltestelle überholt. Ein Lastkraftwagenfahrer hat noch weniger Skrupel und überholt auch dort, wo keine Haltestelle die Fahrbahn erweitert. Es wird eng. Der Radfahrer erhebt ein kleines Stoßgebet gegen Himmel, alles geht gut.

Dann die Einfahrt Richtung PWC Gebäude. Angekommen. Alles ist gut. Natürlich befindet man sich an einer Baustelle. Aber eines ist klar: Radfahrer sind hier nicht wirklich willkommen. Durch ein paar kleine gezielte Maßnahmen, wie das Entfernen der unnötigen Gitter, könnte man ihnen auch hier das Leben gewiss etwas erleichtern.

Und zu Fuß?

Auch der Fußgänger ist derzeit auf dem neuen Boulevard Raiffeisen unerwünscht. Autoverkehr im Stau, lärmende Baumaschinen vor hoch wachsenden Betontürmen -  hier ist der Fußgänger ganz klar das schwächste Glied in der Verkehrskette.

Marc Thill ging zu Fuß über den Ban de Gasperich.
Marc Thill ging zu Fuß über den Ban de Gasperich.
FOTO: LUC EWEN

Ein 100 Meter langer Fußgängerweg ist angelegt, allerdings nur provisorisch und zwischen den beiden Bushaltestellen am Boulevard Raiffeisen. Eine Verkehrsampel für Fußgänger  gibt es  dazu. Damit hat es sich aber.

Vorläufig natürlich. Denn es ist immer noch eine Baustelle. Erst wenn Leben in die Wohnhäuser hier einziehen wird, wird sich vielleicht auch der Fußgänger auf die Straße trauen. Derzeit scheint es jedenfalls so, als ob die Baustellenplanung den Autofahrer bevorzuge. Und vermutlich wird auch in Zukunft das Auto hier an der Autobahnausfahrt ein größeres Problem darstellen. Für Fußgänger demnach nur abzuraten.





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