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Bauschutt im Walde
Lokales 2 Min. 20.11.2019

Bauschutt im Walde

Unter dem Waldweg wurde Bauschutt eingesetzt. Nun soll geprüft werden, ob dies nach Vorschrift getan wurde.

Bauschutt im Walde

Unter dem Waldweg wurde Bauschutt eingesetzt. Nun soll geprüft werden, ob dies nach Vorschrift getan wurde.
Jacques Ganser
Lokales 2 Min. 20.11.2019

Bauschutt im Walde

Jacques GANSER
Jacques GANSER
In der Naturverwaltung läuft eine Untersuchung wegen des Baus eines Waldweges in Tetingen. Die notwendigen Genehmigungen sollen gefehlt habe, zudem könnte Bauschutt regelwidrig verwendet worden sein.

 Ein Waldweg zwischen Rümelingen und Tetingen erhitzt zurzeit die Gemüter in den Südgemeinden. Radio 100,7 hatte vor einigen Wochen bereits auf das Konstrukt aufmerksam gemacht: Der Weg zweigt rechts von der Straße zum Hutbierg in den Wald ab, immer am Millebierg entlang bis er knapp zweihundert Meter vor der Rue de l'Eau in Tetingen abrupt endet. Dort beginnt nämlich Privatgelände. Es waren die Besitzer dieser Grundstücke, die nicht verstehen wollten, warum dieser Weg überhaupt so angelegt wurde. Und warum dazu Bauschutt verwendet wurde. Dies umso mehr, als der Weg durch ein Natura-2 000 Gebiet und ein Biotop führt. Wie also konnte dort Bauschutt verwendet werden? Wurden die Arbeiten damals vom Förster überwacht? Und welche Genehmigungen waren notwendig?

Genehmigung lag nicht vor

Mike Wagner, Erster Regierungsrat im Umweltministerium, holt etwas aus. "Der Weg war vor Jahren bereits vom Landwirtschaftsministerium als Teil eines Bewirtschaftungsplans genehmigt worden. Damals war dieses Ministerium noch zuständig. Es fehlt aber ganz klar eine Genehmigung des Umweltministeriums, die in diesem Fall im Sinn des Naturschutzes erforderlich gewesen wäre. Deshalb läuft zurzeit auch eine interne Untersuchung innerhalb der Naturverwaltung", so Wagner. Was den Einsatz von Bauschutt betrifft, so verweist Wagner auf ähnliche Vorwürfe, die bereits 2016 erhoben wurden.

"Der damalige Staatssekretär im Umweltministerium Camille Gira beauftragte die Naturverwaltung, die Vorwürfe zu überprüfen. In einem Gutachten hieß es damals, man habe wohl das eine oder andere Stück Bauschutt gefunden, von einem illegalen Verbringen des Schuttes könne aber keine Rede sein." Laut Wagner habe man damals aber wohl nicht tief genug gegraben. Deshalb will die Naturverwaltung jetzt selbst vor Ort Löcher ausheben, um zu überprüfen, wie viel Bauschutt eingesetzt wurde. Laut Wagner bräuchte der Weg aber so oder so eine Genehmigung des Umweltministeriums.

"Wir könnten diese Genehmigung jetzt ex post ausstellen, wir wollen das aber nicht tun, bevor wir nicht alle Elemente auf dem Tisch liegen haben."

Bauschutt nicht per se verboten

Dazu muss man wissen, dass der Einsatz von Bauschutt zum Anlegen von Waldwegen nicht per se verboten ist. Allerdings wird juristisch zwischen dem Wiederverwenden dieses Materials und dem illegalen Deponieren unterschieden. "Der Schutt kann durchaus als Unterbau eingesetzt werden und gilt dann als Baumaterial. Er muss dann aber fachgerecht verbaut sein und darf nicht sperrig sein." Zuerst wolle man jetzt klären, wo der Schutt eigentlich herstammt. Zu klären bleibt aber auch, weshalb das Einverständnis der privaten Grundstücksbesitzer für die letzten 150 Meter des Weges nicht eingeholt wurden. "Es gab wohl eine Genehmigung des damaligen Staatssekretärs im Umweltministerium, die wurde aber nie umgesetzt."

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