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Bausch streicht Buslinien zu Fabriken - Gewerkschaften sehen rot
Lokales 3 Min. 02.12.2022
RGTR-Reform

Bausch streicht Buslinien zu Fabriken - Gewerkschaften sehen rot

Das Ministerium für Mobilität hat beschlossen, einige Buslinien, die Fabriken anfahren, einzustellen.
RGTR-Reform

Bausch streicht Buslinien zu Fabriken - Gewerkschaften sehen rot

Das Ministerium für Mobilität hat beschlossen, einige Buslinien, die Fabriken anfahren, einzustellen.
Foto: Marc Wilwert
Lokales 3 Min. 02.12.2022
RGTR-Reform

Bausch streicht Buslinien zu Fabriken - Gewerkschaften sehen rot

Pascal MITTELBERGER
Pascal MITTELBERGER
Am 12. Februar 2023 werden mehrere Buslinien zu den Industriegebieten eingestellt. Die Gewerkschaften OGBL und LCGB prangern diese Entscheidung an.

Ab dem 12. Februar 2023 sollen verschiedene Buslinien, die Industriegebiete in Luxemburg zu den Zeiten der Schichtwechsel anfahren, eingestellt werden. So lautet der Plan des Mobilitätsministeriums. Die Gewerkschaften haben die schlechte Nachricht erst in den vergangenen Tagen erfahren.

Laut OGBL sind zum Beispiel 200 Arbeitnehmer der Firma CEBI in Steinsel von dieser Entscheidung betroffen. Nach einer Zählung des LCGB haben die Fahrplanänderungen im Rahmen der großen RGTR-Reform Auswirkungen auf mindestens 1.000 Beschäftigte in den Industriegebieten des Landes.

Unterschiedliche Sichtweisen auf ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen

Etwa 20 Linien fallen der Streichung zum Opfer. Das Ministerium, das Zählungen durchgeführt hat, argumentiert mit der geringen Fahrgastzahl und den damit verbundenen hohen Betriebskosten von 4,5 bis 4,8 Millionen Euro pro Jahr. 

„Auf den 21 betroffenen Linien lag die maximale Besetzung einer Linie zu einem Standort im Durchschnitt bei 15 bis 16 Personen, die sich auf alle an einem Tag durchgeführten Fahrten verteilten. Bei den meisten dieser Linien lag dieser Durchschnitt deutlich unter zehn Personen. Die Auslastung ist also extrem niedrig“, schrieb das Mobilitätsministerium.

OGBL und LCGB kritisieren, dass die betroffenen Arbeitnehmer nun gezwungen sind, auf das Auto umzusteigen. Die Entscheidung sei paradox, so der LCGB, und dies aus zweifacher Hinsicht: Einerseits müssten Anstrengungen zur Erreichung der CO₂-Neutralität unternommen werden, andererseits lasten die hohen Treibstoffpreise auf den Haushalten, zumal auf den einkommensschwächsten.

„Obwohl die Regierung vor einiger Zeit beschlossen hatte, den öffentlichen Verkehr kostenlos zu machen, um die Straßen zu entlasten, wird dieser Rückzieher dazu führen, dass der Verkehr von Tag zu Tag dichter wird und das Leben der Arbeitnehmer, die zu ihrem Arbeitsplatz fahren, stark beeinträchtigt wird“, so der LCGB.


Kautenbach , Schiburg , CFL Tunnel eingestürzt , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
Tunnel Schüttburg öffnet später als geplant
Zweieinhalb Monate nach dem Tunneleinsturz bei Kautenbach gibt es Details. Klar ist, dass die Strecke so schnell nicht frei für den Verkehr gegeben wird.

Das Mobilitätsministerium sieht das anders: „Die Rolle des Staates besteht nicht darin, einen Transportdienst einzurichten, der auf die Bedürfnisse eines Privatunternehmens zugeschnitten ist. Es ist auch auf eine faire Behandlung der Unternehmen zu achten, da es heute Unternehmen gibt, die eigene Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität ihrer Mitarbeiter organisieren und übernehmen.“

Entscheidung zurücknehmen oder eine Alternative vorschlagen

Der OGBL wirft dem Ministerium vor, Schichtarbeiter ohne wirkliche Alternative zurückzulassen, damit diese ab dem 12. Februar 2023 zur Arbeit kommen können. Die bestehenden öffentlichen Verkehrsmittel böten nicht die gleichen Strecken und Fahrpläne in der Nacht und am frühen Morgen wie die spezifischen Fabriklinien.


Bis mindestens zum 11. Dezember ist die Verbindung unterbrochen.
Ab 28. November werden die Busverbindungen im Norden optimiert
Geduld ist angesagt im Ösling: Erst Ostern soll der Eisenbahntunnel Schüttburg wieder befahrbar sein. Ab Montag soll zumindest das Busangebot optimiert werden.

Die beiden Gewerkschaften wollen ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen, um das Ministerium zum Einlenken zu bewegen und die Streichungen bis zum 12. Februar nächsten Jahres zu verhindern. Sowohl der LCGB als auch der OBGL haben um eine Unterredung gebeten. „Wenn eine Linie nur von ein oder zwei Personen frequentiert wird, würden wir das verstehen. Aber es gibt welche, bei denen es viel mehr sind. Es geht für diese Arbeitnehmer darum, die Streichung ihrer Linie zu verhindern oder zumindest eine andere Alternative als das Auto zu finden“, sagt Paul Glouchitski, Gewerkschaftssekretär des LCGB.

Das Ministerium will aber nicht von seinem Standpunkt abweichen: Es sei nicht Aufgabe des Staates, für alles aufzukommen. „Die Einführung von Instrumenten wie den betrieblichen Mobilitätsplänen ermöglicht es den Unternehmen, mit der Unterstützung der öffentlichen Behörden gemeinsam Mobilitätslösungen zu finden, wobei gleichzeitig an die Verantwortung der Unternehmen gegenüber ihren Beschäftigten appelliert wird.“

Dieser Artikel erschien zuerst bei „Virgule“. Übersetzung ins Deutsche: Jörg Tschürtz.

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