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Baugenehmigung für Contournement von Dippach-Gare unterschrieben
Die Bahnschranke in Dippach-Gare sorgt täglich für erhitzte Gemüter bei den Autofahrern und Anwohnern.

Baugenehmigung für Contournement von Dippach-Gare unterschrieben

Foto: Guy Jallay
Die Bahnschranke in Dippach-Gare sorgt täglich für erhitzte Gemüter bei den Autofahrern und Anwohnern.
Lokales 3 Min. 21.09.2018

Baugenehmigung für Contournement von Dippach-Gare unterschrieben

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Heftig gestritten wurde in der vergangenen Ratssitzung von Dippach. Dies nach Kritik von Rat Sven Schaul am Schöffenrat, dem er Untätigkeit in Sachen Umgehungsstraße vorwarf. Dies lässt Bürgermeisterin Manon Bei-Roller allerdings nicht auf sich sitzen.

„Es vergeht keine Woche, in der nicht eine der beiden Umgehungsstraßen hier im Gemeindehaus ein Thema ist“, betont Manon Bei-Roller (LSAP), Bürgermeisterin von Dippach, im Gespräch mit dem LW.

Damit gemeint ist einerseits die ersehnte Umgehungsstraße parallel zur N5, um vor allem die Ortschaften Schouweiler und Dippach zu entlasten. Und andererseits die Umgehungsstraße bei Dippach-Gare (N13), die den dortigen Bahnübergang überflüssig machen soll.

Die Brücke, unter die die Umgehungsstraße von Dippach-Gare führen wird, steht bereits. Im Sommer 2019 sollen die Bauarbeiten an der Straße beginnen.
Die Brücke, unter die die Umgehungsstraße von Dippach-Gare führen wird, steht bereits. Im Sommer 2019 sollen die Bauarbeiten an der Straße beginnen.
Foto: Guy Jallay

Betreffend Letztere hat sie gute Neuigkeiten: Am Dienstag hat sie die Baugenehmigung unterschrieben. Ein Baubeginn ist für Sommer 2019 vorgesehen. „Den Terminplan bestimmt die Straßenbauverwaltung“, sagt sie.


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Auf Umwegen zur Umgehungsstraße
Der lang ersehnte Bau der Umgehungsstraße von Dippach-Gare ist zum ersten Mal zum Greifen nah. Ein Beschluss des Zivilgerichtes könnte im Herbst für Klarheit sorgen und die ersten Boden- und Bauarbeiten einläuten. 17,4 Millionen Euro soll der Bau kosten.

In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Juni hatte Nachhaltigkeitsminister François Bausch eine Fertigstellung der Bauarbeiten für Ende 2021 in Aussicht gestellt.

Bürgermeisterin lässt Kritik nicht auf sich sitzen

Eine Lösung, wenn auch nicht für sofort, ist demnach endlich in Aussicht. Umso heftiger traf offenbar Manon Bei-Roller die Kritik, die Sven Schaul (Lëscht vun de Bierger) auf Wort.lu und in der Gemeinderatssitzung vom vergangenen Freitag formuliert hatte.

„Ich war in der vergangenen Legislaturperiode bei Minister Claude Wiseler. Jetzt war ich nun schon mittlerweile fünf Mal bei Minister François Bausch“, betont Manon Bei-Roller.

Seit 2002, damals noch unter Bürgermeister Claude Bosseler (CSV), habe die Gemeinde sich immer wieder für eine Umgehungsstraße der N5 eingesetzt. Ingesamt wurden sechs Resolutionen, die vom vergangenen Freitag inbegriffen, gestimmt.

Die Bürger involviert

Zuletzt hatte die Gemeinde 2016, im Rahmen der Bürgerbefragung zur Umgehungsstraße von Niederkerschen, vorgefertigte Formulare bereitgestellt. In diesen wurden die zuständigen staatlichen Stellen dazu aufgefordert, die Umgehungsstraße von Dippach gleich mitzuplanen.

Ingesamt 643 Einwohner (davon 632 innerhalb der vorgegebenen Frist) haben davon Gebrauch gemacht. Bei einer Gemeinde, die etwa 1 400 Haushalte zählt, ist das knapp die Hälfte, so Manon Bei- Roller.

Motion für Dippach im Parlament

„In diesem Fall ist es opportun, sich einzusetzen, im Rahmen einer solchen Prozedur kann man Gewicht haben“, sagt sie. Dies habe auch Wirkung gezeigt, so Bei-Roller. So wurde im Parlament an demselben Tag, an dem das Finanzierungsgesetz der Umgehungsstraße von Niederkerschen gestimmt wurde, auch eine Motion angenommen.

Diese fordert die Regierung auf, die Studien für eine Umgehungsstraße von Dippach so schnell wie möglich einzuleiten. Streit ist der Sache nicht dienlich. „Es dient der Sache nicht, wenn der Gemeinderat zerstritten ist und nicht mit einer Stimme spricht“, so Manon Bei-Roller weiter. Er verliere dann an Gewicht.

Eine Umgehungsstraße allein wird laut Bürgermeisterin Manon Bei-Roller nicht alle Probleme lösen. Es brauche ein Gesamtkonzept.
Eine Umgehungsstraße allein wird laut Bürgermeisterin Manon Bei-Roller nicht alle Probleme lösen. Es brauche ein Gesamtkonzept.
Foto: Guy Jallay

„Da wird eine Angstpolitik betrieben"

Rat Sven Schaul wirft sie vor, mit den Ängsten der Leute zu spielen, indem er immer wiederhole, dass nichts unternommen werde. „Da wird eine Angstpolitik betrieben, anstatt sich konstruktiv an einen Tisch zu setzen. So macht man keine Politik“.

Ein Referendum? Mit welchen Fragen?


12.9. Schouweiler / Gemeinde Dippach / Verkehrsaufkommen / Diskussion Contournement Dippach Foto:Guy Jallay
Referendum über Contournement gefordert
Der Bürgerinitiative in Dippach reicht es. Sie will mit einem Referendum eine Umgehungsstraße für die Gemeinde einfordern.

Von der Forderung der Lëscht vun de Bierger, ein Referendum über die Umgehungsstraße in der Gemeinde zu organisieren, hält sie nichts: „Worüber sollen wir die Leute denn abstimmen lassen?“, fragt sie. Erst müssten konkrete Varianten auf dem Tisch liegen.

Ein Referendum hätte auch wieder einmal nur das Resultat, einen Keil zwischen die Leute zu treiben. Die, die nördlich wohnen, würden sich für eine Südvariante aussprechen und umgekehrt.

„Bis mögliche Varianten auf dem Tisch liegen, müssen wir den Dialog suchen.“ Konkret stellt sich Manon Bei-Roller Infoversammlungen in allen Ortschaften der Gemeinden vor. Alle müssten mitreden können, die Einwohner, aber auch die Bauern, die um ihre Felder fürchten. 

Sich weiter für eine Umgehungsstraße einsetzen

In der Zwischenzeit, bis diese Variantenstudien getätigt sind, will die Gemeinde sich weiter einsetzen, so Manon Bei-Roller entschlossen. Ziel ist es, dass die Dippacher Umgehungsstraße zeitnah an den Niederkerschener Contournement angeschlossen wird. Derzeit wird das Projekt in den sektoriellen Leitplänen mit „Priorität 3“ angeführt, sprich 2030.

Gleichzeitig betont die Bürgermeisterin aber auch, dass eine neue Straße kein Allheilmittel sein wird. Es braucht ein Gesamtkonzept von der Grenze bis zur Hauptstadt, sagt sie. „Denn sonst haben, an dem Tag, an dem die Umgehungsstraße eröffnet wird, die Bartringer ein Problem.“


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