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Protest gegen Abriss der Ettelbrücker Gare
Lokales 2 Min. 19.06.2021
Bangen um den Bahnhof

Protest gegen Abriss der Ettelbrücker Gare

Zwischen 20 und 30 Personen hatten sich am Samstagmorgen in Ettelbrück auf der Place de la Gare eingefunden, um gegen den Abriss des Bahnhofsgebäudes zu protestieren.
Bangen um den Bahnhof

Protest gegen Abriss der Ettelbrücker Gare

Zwischen 20 und 30 Personen hatten sich am Samstagmorgen in Ettelbrück auf der Place de la Gare eingefunden, um gegen den Abriss des Bahnhofsgebäudes zu protestieren.
Foto: Marc Hoscheid
Lokales 2 Min. 19.06.2021
Bangen um den Bahnhof

Protest gegen Abriss der Ettelbrücker Gare

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Vor Ort haben etwa 30 Personen für den Erhalt des historischen Bahnhofsgebäudes demonstriert. Zweifel an Argumentation des Ministeriums.

Trotz Demonstration sind die Züge in Ettelbrück am Samstag nicht aus allen Nähten geplatzt, etwa 30 Personen hatten sich bei schönstem Sommerwetter auf dem Bahnhofsplatz eingefunden, um gegen den Abriss der historischen Gare zu demonstrieren. Während der geplante Neubau mit Pappkartons nachgebaut wurde, wurden ebenfalls zwei Varianten von Postkarten verteilt, die man entweder an Mobilitätsminister François Bausch oder an Kulturministerin Sam Tanson (beide Déi Gréng) schicken soll. 

Darauf ist unter anderem zu lesen, dass es sich beim Bahnhofsgebäude um einen Teil der Stadtgeschichte von Ettelbrück und der Industriegeschichte des Landes sowie um ein architektonisches Unikat handele. Der vorgesehene Bau eines Tunnels rechtfertige deswegen nicht dessen Abriss. Es wird zudem auf einen Bericht der Commission des Sites et monuments verwiesen, demzufolge das Gebäude schützenswert sei. 

Verlegung als günstigere Alternative 

Karin Waringo, eine der Initiatorinnen der Protestaktion, moniert, es gebe keine kohärente Denkmalschutzpolitik in Luxemburg und es hänge vom jeweiligen Projekt ab, ob ein Gebäude abgerissen wird oder nicht. Gerade bei den Bahnhöfen habe sich eine Art Automatismus eingestellt. „Uns wurde von einer Beamtin gesagt, dass es sich bei Bahnhöfen um funktionelle Gebäude handelt, die abgerissen werden, sobald sie nicht mehr funktionell sind. Das ist doch Quatsch, dann kann man auch das Palais, die Kathedrale oder die Burgen abreißen!“ 

Als konkrete Alternative schlagen die Denkmalschützer vor, den Tunnel, der direkt unterhalb des Gebäudes verlaufen soll, in einer Kurve an diesem entlang führen zu lassen. Dass dies, wie von den zuständigen Behörden angeführt, aus Sicherheitsgründen nicht möglich sein soll, glauben die Aktivisten nicht. Eine andere Möglichkeit sei eine Versetzung des bestehenden Gebäudes, dann könne der Tunnel wie geplant gebaut werden. „Das würde 3,1 Millionen Euro kosten, aktuell sind im Budget elf Millionen Euro vorgesehen.“ Kein Verständnis zeigt man zudem dafür, dass die Gemeinde das Gebäude nicht mit einem Moratorium vor einem Abriss geschützt hat.

Einzelne Elemente erhalten 

Auf Nachfrage hin erklärt der Ettelbrücker Bürgermeister Jean-Paul Schaaf (CSV), auch er finde es bedauerlich, dass das Gebäude nicht erhalten bleibt. Er erinnert jedoch daran, dass das entsprechende Gesetz seinerzeit mit breiter Mehrheit in der Chamber angenommen wurde und die Gemeinde die Arbeiten nicht stoppen könne. Man habe aber angeregt, nach dem Abriss Elemente in das neue Bahnhofsgebäude zu integrieren, beispielsweise auf Ebene der Fassade.


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Ob es dazu kommen wird, können weder das Ministerium für Mobilität und öffentliche Bauten noch die Société Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) bestätigen. Die Planungen befänden sich noch in einem zu wenig fortgeschrittenen Stadium. Doch auch diese Lösung würde Waringo nicht zufriedenstellen: „Es geht darum, die alten Gebäude im Ganzen als Zeugen der Geschichte für die Nachwelt zu erhalten.“


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