Ballistische Untersuchungen nach Zwischenfall von Fentingen: Jäger im Visier
Von Jacques Ganser
Am 24. September 2016 wurde eine Frau in Fentingen von einer Kugel im Gesicht getroffen. Die Frau bricht schwer verletzt zusammen. Im Verdacht stehen von Beginn an drei Jäger, die in einem angrenzenden Feld insgesamt vier Schüsse auf Wildschweine abgaben.
Drei Monate dauerte es im vergangenen Winter, bis den Ermittlern ein ballistisches Gutachten vorlag, das die Gewehre mit der aus dem Unterkiefer des Opfers entfernten Kugel abglich.
Eine Person im Visier
16 Monate nach dem Vorfall kommt jetzt wieder Bewegung ins Dossier. Wie die Pressestelle der Justiz dem „Luxemburger Wort“ gegenüber bestätigte, sind die beiden technischen Untersuchungen mittlerweile abgeschlossen. Die Ergebnisse liegen dem Untersuchungsrichter vor.
Zudem konnte die Kugel, die die Frau traf, einem spezifischen Gewehr und damit einem der drei in Frage kommenden Jäger zugeordnet werden. „Die weitere Untersuchung konzentriert sich jetzt auf diese Person“, so Henri Eippers, Pressesprecher der Justiz. Da der betroffene Jäger bisher nicht verurteilt wurde, blieb er zumindest während der aktuellen Jagdsaison im Besitz seines Jagdscheines.
Ein sogenannter Retrait administrativ kann von der Umweltabteilung des Nachhaltigkeitsministeriums veranlasst werden. Dieser ist allerdings auf maximal fünf Jahre beschränkt. Das Justizministerium seinerseits ist für die Vergabe beziehungsweise das Einziehen des Waffenscheines zuständig. Auch hier muss aber erst eine richterliche Entscheidung abgewartet werden, bis ein Schein eingezogen werden kann.
