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Bahnschranken in Schifflingen verschwinden: Unterführung ab August 2018
Hier sollen ab August 2018  Fahrer, aus Richtung Avenue de la Libération kommend, unter den Schienen durchfahren.

Bahnschranken in Schifflingen verschwinden: Unterführung ab August 2018

(GRAFIK: CFL/ARCHITEKT: JIM CLEMES)
Hier sollen ab August 2018 Fahrer, aus Richtung Avenue de la Libération kommend, unter den Schienen durchfahren.
Lokales 3 Min. 26.10.2016

Bahnschranken in Schifflingen verschwinden: Unterführung ab August 2018

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Am 31. Juli 2018 sollen sich die drei Bahnschranken in Schifflingen ein letztes Mal schließen. Ab dann erfolgt die Durchfahrt durch eine Unterführung. Eine gewisse Skepsis bleibt aber bei manchen Bürgern bestehen.

(na) -  Bei einem Takt von acht Zügen pro Stunde – Güterzüge nicht mit inbegriffen – und drei Bahnschranken ist es nicht schwer zu verstehen, warum manche Menschen der Ortschaft Schifflingen den Beinamen „an-der-Schranke“ angeheftet haben.

Ab August 2018 durch die Unterführung

Hier sollen ab August 2018  Fahrer, aus Richtung Avenue de la Libération kommend, unter den Schienen durchfahren.
Hier sollen ab August 2018 Fahrer, aus Richtung Avenue de la Libération kommend, unter den Schienen durchfahren.
(GRAFIK: CFL/ARCHITEKT: JIM CLEMES)

Ab August 2018 dürfte Schifflingen diesen aber verlieren. Dann sollen die Schranken definitiv geschlossen bleiben. Statt dessen wird eine Unterführung den Verkehr unter der Zughaltestelle hindurch leiten. Eine große Baustelle steht also bevor.

Auch Bahnhaltestelle wird erneuert

Die neue Rue de Drusenheim wird unter der Zughaltestelle durchführen.
Die neue Rue de Drusenheim wird unter der Zughaltestelle durchführen.
(GRAFIK: CFL/ARCHITEKT: JIM CLEMES)

Auf dem Programm der CFL, der Straßenbauverwaltung und der Gemeinde steht aber weitaus mehr als „nur“ die Realisierung einer Unterführung unter den Zuggleisen hindurch. So soll auch die Schifflinger Zughaltestelle komplett erneuert werden.

Lärmschutzwand und Fahrradpiste

Zusätzlich ist eine Lärmschutzwand vorgesehen, die sich durch die ganze Ortschaft auf beiden Seiten der Gleise entlang über 2,5 Kilometer ziehen wird. Außerdem ist noch ein Fahrradweg geplant, der zum Großteil entlang dieser Lärmschutzwand die Cité Op Hudelen mit dem Bahnhof und der Escher Straße verbinden wird.

Schließlich sind mehrere Fußgängerübergänge über den Gleisen und eine Fahrradunterführung in Höhe der Cité Op Hudelen vorgesehen.

„Das Projekt wird Schifflingen  voranbringen“

Das Schifflinger Zentrum wird ein neues Gesicht erhalten.
Das Schifflinger Zentrum wird ein neues Gesicht erhalten.
(GRAFIK: CFL/ARCHITEKT: JIM CLEMES)

„Das Projekt wird Schifflingen verändern und voranbringen“, zeigte sich Bürgermeister Roland Schreiner auf einer Informationsversammlung am Montagabend im „Hall Polyvalent“ überzeugt, auch wenn er gleichzeitig einräumte, dass nicht alles „perfekt“ sei.

Park verschwindet

Der kleine Park entlang der Rue de la Libération wird der neuen Straße weichen.
Der kleine Park entlang der Rue de la Libération wird der neuen Straße weichen.
Foto: Lex Kleren

In Zukunft wird die Durchfahrt unter den Gleisen hindurch in Höhe des kleinen Parks an der Avenue de la Libération erfolgen.

Der Park wird verschwinden (worüber es übrigens während der Infoversammlung keine Aufregung gab), an seiner Stelle wird eine neue Straße, die Rue de Drusenheim, unter den Gleisen hindurchführen.

Derzeit endet die Rue de Drusenheim noch in einer Sackgasse.Ab August 2018 soll sie von hier unter die Schienen führen.
Derzeit endet die Rue de Drusenheim noch in einer Sackgasse.Ab August 2018 soll sie von hier unter die Schienen führen.
Foto: Chris Karaba

Sie wird dort münden, wo heute nördlich der Haltestelle mehrere große Mehrfamilienhäuser entstehen. Von dort aus soll die Straße zum Kreisverkehr bei der Aral-Tankstelle führen. Um von der Unterführung zu Fuß zum Platz vor dem Cactus-Supermarkt zu gelangen, wird eine breite, begrünte Treppe mit einem Rampenbereich angelegt. Oberhalb dieser Treppe soll in der heutigen Rue Aloyse Kayser der Platz zu einer Fußgängerzone umgestaltet werden.

Arbeiten gehen bis Mai 2019

Die Arbeiten sollen im November beginnen, erklärte CFL-Vertreter Thierry Di Palma. Ingesamt werden sie bis Mai 2019 andauern. Da auch der Bahnhof renoviert wird, sind mehrere Zugsperren vorgesehen. So zum Beispiel vom 1. bis zum 15. April 2018, wenn vorgesehen ist, die Struktur der Unterführung unter die Gleise zu schieben.

Eine solche Sperrung müsse übrigens zwei Jahre im Voraus angefragt werden, da es sich um eine transeuropäische Strecke handle, erklärte Henri Werdel, Direktor der „Gestion infrastructure“ bei den CFL.

Die Zughaltestelle wird komplett erneuert werden. Sie wird im selben Stil neu gebaut werden, wie derzeit die Haltestelle in Noertzingen.
Die Zughaltestelle wird komplett erneuert werden. Sie wird im selben Stil neu gebaut werden, wie derzeit die Haltestelle in Noertzingen.
(GRAFIK: CFL/ARCHITEKT: JIM CLEMES)

Genügt eine Unterführung?

Während der Infoversammlung wurde keine Stimme laut, die den Eisenbahnschranken nachtrauerte. Doch warfen gleich mehrere Personen die Frage auf, ob eine einzige Unterführung im Stadtzentrum genüge, um den Verkehr aufzunehmen, der sich bisher auf drei Bahnübergänge verteilte.

So wurde immer wieder eine weitere Unterführung (oder eine Brücke) beim Bahnübergang an der Lallinger Straße vorgeschlagen. Dort ist nach der Schließung des Bahnüberganges bisher eine Fußgängerbrücke vorgesehen.

Die Straßenbauverwaltung wollte nicht

2018 sollen die Bahnübergänge in Schifflingen, hier zwischen Kirche und Gemeindehaus, definitiv geschlossen bleiben.
2018 sollen die Bahnübergänge in Schifflingen, hier zwischen Kirche und Gemeindehaus, definitiv geschlossen bleiben.
Foto: Lex Kleren

In Abwesenheit von Vertretern der Straßenbauverwaltung, erklärte Bürgermeister Roland Schreiner, dass eine erste Version der Pläne – das Projekt ist seit 2005 im Gespräch – auch dort einen Übergang für Autos vorsah.

Doch sei das zuständige Ministerium strikt dagegen gewesen. Dies, einerseits im Rahmen eines Konzeptes, das den sogenannten „parasitären Verkehr“ aus der Ortschaft raushalten soll, und andererseits weil Zählungen ergeben haben, dass der Aufwand für eine Unterführung dort nicht gerechtfertigt sei.

Vielleicht im Rahmen von Arbed/Schifflingen

Als Kompensation dafür, habe die Straßenverwaltung vorgeschlagen, Kosten der neuen Rue de Drusenheim zu übernehmen, obwohl dies eine Gemeindestraße werde, so Schreiner noch. Der Preis des Gesamtprojektes macht 43 Millionen aus (davon übernimmt die Gemeinde sieben Millionen).

Weiter stellte Roland Schreiner in Aussicht, dass im Rahmen der Revitalisierung des Schifflinger ArcelorMittal-Werkes, eine weitere Unterführung wieder ins Gespräch gebracht werden könnte. Doch dies dürfte noch Zukunftsmusik sein.


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