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Badeverbot wegen Blaualgen
Lokales 25.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Badeverbot wegen Blaualgen

Ein grüner Schleier liegt über der Wasseroberfläche des Stausees.

Badeverbot wegen Blaualgen

Ein grüner Schleier liegt über der Wasseroberfläche des Stausees.
Foto: Administration de la gestion de l'eau
Lokales 25.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Badeverbot wegen Blaualgen

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Wegen starker Blaualgenentwicklung spricht das Wasserwirschaftsamt vorbeugend ein Badeverbot für den gesamten Stausee aus.


Die Badesaison am Stausee könnte dieses Jahr regelrecht ins Wasser fallen: Bedingt durch starken Blaualgenwuchs im gesamten Bereich des Obersauerstausees hat das Wasserwirtschaftsamt ein Badeverbot für die gesamten Stauseebereiche ausgesprochen. Betroffen sind auch sämtliche nautische Aktivitäten wie Windsurfen oder Kanufahren. Die Vorsichtsmaßnahme kommt nicht von ungefähr: Die Blaualgen, bei denen es sich eigentlich um Bakterien handelt, sondern gefährliche Toxine ab. Beim Menschen verbleiben sie auf der Haut und können zu allergischen Reaktionen und Schleimhautreizungen führen.


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Kontakt vermeiden

Deshalb sollte man nach dem versehentlichen Kontakt duschen und die Badekleider wechseln. Beim Verschlucken kann die Leber angegriffen werden, es kommt schlimmstenfalls zu tagelangen Verdauungsproblemen. Besonders Kleinkinder sollten den Kontakt mit dem belasteten Wasser vermeiden. Auch Haustiere sollten das Wasser auf keinen Fall trinken, die Gifte könnten für sie tödlich sein. Auch für Fische, Wasservögel und Kleinstlebewesen sind die Toxine fatal. Das Phänomen der Blaualgenplage besteht seit Jahren. Je nach Sonneneinstrahlung und Lufttemperatur ist das Wachstum mehr oder weniger stark ausgeprägt. 

Fast jedes Jahr wird die Algenblüte in den europäischen Binnengewässern und sogar in der Ostsee beobachtet. Ursachen sind neben hohen Temperaturen aber ein zu hoher Nährstoffeintrag in den See. Die Bachläufe, die in den See fließen, sind mit Phosphaten und Nitraten belastet. Abwässer, aber auch Dünger und Gülle aus landwirtschaftlicher Aktivität sind regelrechtes Futter für die Algen.

Schutzzone soll Abhilfe bringen

Die Umweltabteilung des Nachhaltigkeitsministeriums arbeitet deshalb zusammen mit den betroffenen Landwirten und Anliegern an der Ausarbeitung einer wirksameren Schutzzone rund um den See. Die Düngung soll dabei weiterhin erlaubt bleiben, allerdings unter speziellen Auflagen. Für die Trinkwasseraufbereitung des Syndicat des eaux du barrage d'Esch-sur-Sûre (Sebes) ist das Algenwachstum zurzeit noch kein Problem.

Während die Bakterien auf der Oberfläche des Stausees schwimmen, schöpft der bewegliche Entnahmearm das Wasser aus rund 25 Metern Tiefe ab. Ohne Licht sind die Kleinstlebewesen dort nicht überlebensfähig. Zudem wird die Wasserqualität permanent überprüft. Auch die Reinigungstechnik mit Aktivkohle und Ozon sorgt für eine erstklassige Trinkwasserqualität. Wie lange das Verbot am Stausee bestand hat, hängt von den Wetterbedingungen ab. Im ungünstigsten Fall löst sich der Schleim erst im Herbst nach der Badesaison auf.


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