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AVR fordert höhere Strafen für Verkehrsrowdys
Schwarze Zahlen: Seit Beginn des Jahres gab es bereits 17 Tote auf Luxemburger Straßen.

AVR fordert höhere Strafen für Verkehrsrowdys

Foto: Guy Jallay
Schwarze Zahlen: Seit Beginn des Jahres gab es bereits 17 Tote auf Luxemburger Straßen.
Lokales 2 Min. 25.04.2018

AVR fordert höhere Strafen für Verkehrsrowdys

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Die Association Nationale des Victimes de la Route (AVR) setzt sich seit mehr als 25 Jahren für Verkehrsopfer ein. In der diesjährigen Generalversammlung stellte die Vereinigung die Raser an den Pranger.

"Die Regierung muss höhere Strafen einführen für diejenigen, die durch ihr unverantwortliches Fahren, die Verkehrssicherheit gefährden", fordert Raymond Schintgen, Präsident der Association National des Victimes de la Route (AVR) am Dienstagabend während der diesjährigen Generalversammlung der Vereinigung.

Die hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen seien eine Gefahr. "Es kann nicht sein, dass es noch Leute gibt, die es wagen, innerorts mit über 100  km/h zu rasen. Diese Menschen begehen keine kleinen Delikte, sondern bewusst schwere Straftaten. Es ist wichtig, dass sie deshalb angemessen bestraft werden. Momentan gehört Luxemburg nämlich nicht zu den Ländern, die Raser durch hohe Bußgelder einschüchtern", fährt Raymond Schingten weiter.

Zwar hätte die Regierung in den vergangenen Jahren schon so einiges unternommen in Sache Verkehrssicherheit - Radargeräte aufgestellt, mehr Polizeikontrollen eingeplant und das Thema Leitplanken um Bäume an Straßenränder bearbeitet - jedoch müsste aber noch weiter gehandelt werden. Denn auch andere Faktoren, wie Alkohol am Steuer oder das Benutzen von Handys beim Fahren, seien Auslöser für schlimme, oft fatale Verkehrsunfälle.

Die Zahl der Hilfesuchenden steigt

Insgesamt 104 Verkehrsopfer suchten im vergangenen Jahr die AVR in Howald auf. "Das waren weitaus mehr als in den Jahren zuvor. Im Durchschnitt lagen die Kontaktaufnahmen nämlich bei ungefähr 80 Stück pro Jahr", erklärt die Leiterin der Dienststelle Marie-Paule Max. Von den Hilfesuchenden sollen 32 Männer und 72 Frauen gewesen sein.

"Unser Team kommt an seine Grenzen", erklärt Raymond Schintgen, "Wir haben zwar eine neue Mitarbeiterin, die sich nun voll und ganz auf unser Hauptprojekt "Coaching" konzentriert, dennoch wird es immer schwerer so vielen Opfern eine gerechte, soziale, psychologische und juristische Betreuung zu bieten."

Mehr Ausgaben für das Jahr 2018

Michael Federici, Kassierer der Vereinigung, rechtfertigte während der Vorstellung des diesjährigen Budgets die bevorstehenden Ausgaben für das Jahr 2018. "Dieses Jahr werden wir unser größtes Projekt, das Coaching-Projekt, selbst finanzieren. Dafür mussten wir auch in unsere Reserven greifen, denn alleine mit den rund 10.000 Euro Überschuss vom letzten Jahr und der finanziellen Hilfe vonseiten des Familienministeriums, hätten wir die Kosten für das Projekt von über 67.000 Euro nicht tragen können.


"Raoul" wird weiter sensibilisieren
Die Vereinigung für Verkehrssicherheit, La Sécurité Routière, wird auch in den kommenden Jahren weiter auf die Kampagne "Raoul" zurückgreifen, um auf die Gefahren von Alkohol am Steuer aufmerksam zu machen.

In diesem Sinne erhofft sich die Vereinigung für die kommenden Jahren, eine größere Unterstützung seitens des Familienministeriums zu erhalten, um das Coaching-Projekt, das sich hauptsächlich um die Betreuung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft von Koma-Patienten kümmert, zu finanzieren. "Das Projekt liegt uns sehr am Herzen und die Zahlen beweisen, dass die Opfer diese Unterstützung brauchen", erklärt Raymond Schintgen.

Der Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, François Bausch, war am Dienstagabend ebenfalls Gast bei der AVR-Generalversammlung in Howald. Zum Schluss der Veranstaltung ging er auf die Forderungen der Vereinigung ein und betonte: "Ich bin froh, während meines Mandats so einiges in Sachen Straßenverkehrssicherheit gemacht zu haben. Ich bin der Meinung, dass die Debatte über höhere Strafen für Verkehrsrowdys tatsächlich geführt werden muss. Außerdem ist es mir wichtig, weiterhin auf die Unfälle mit Fußgängern einzugehen, da diese Zahlen in Luxemburg noch immer sehr hoch sind."

Nichtsdestotrotz sei die Zusammenarbeit mit der AVR und anderen Vereinigungen, die sich mit der Sicherheit im Straßenverkehr auseinandersetzen, unerlässlich und müsste deshalb auch weiter unterstützt werden.



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