Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Auwaldzecke deutschlandweit auf dem Vormarsch
Lokales 05.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Auwaldzecke deutschlandweit auf dem Vormarsch

Emmi Lingnau aus Völklingen streichelt ihre schwarze Collie-Hündin Laika, die eine Infektion mit Babesiose ("Hundemalaria") durch einen Zeckenbiss nur knapp überlebt hat.

Auwaldzecke deutschlandweit auf dem Vormarsch

Emmi Lingnau aus Völklingen streichelt ihre schwarze Collie-Hündin Laika, die eine Infektion mit Babesiose ("Hundemalaria") durch einen Zeckenbiss nur knapp überlebt hat.
Foto: DPA
Lokales 05.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Auwaldzecke deutschlandweit auf dem Vormarsch

Nach Angaben des deutschen Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, breitet sich die Auwaldzecke landesweit aus.

(dpa/lrs) - Nach Angaben des deutschen Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, breitet sich die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) in Deutschland aus. Neben dem Saarland und Rheinland-Pfalz komme sie gehäuft im Großraum München und Leipzig vor. Auch in Berlin-Brandenburg und an einigen Stellen in Mecklenburg-Vorpommern sei sie entdeckt worden. „Allerdings sind nicht in allen Verbreitungsgebieten auch Babesien in den Zecken gefunden worden“, sagt Sprecherin Elke Reinke. Babesien können die Babesiose - die Hundemalaria - übertragen. Nachweise gebe es bisher für Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg und Berlin.

Eine Auwaldzecke hat sich im Fell eines Hundes in dessen Haut festgebissen.
Eine Auwaldzecke hat sich im Fell eines Hundes in dessen Haut festgebissen.
Foto: DPA

Nach Auskunft von Tier-Parasitologe Dieter Barutzki aus Freiburg können auch Wildschweine und Wildwiederkäuer von Auwaldzecken befallen werden und diese dann entsprechend weitertransportieren. „Mit der Tierbewegung kommt es dann zu einer Verbreitung. Und der Erreger wird immer und durch alle Stadien mitgegeben.“


Zecken bohren sich mit Bewegungen ähnlich wie Brustschwimmer in die Haut von Menschen, um sich dort festzusaugen.
Den Blutsaugern auf der Spur
Zeckenbisse sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährlich werden. Wer in der Natur unterwegs ist, sollte sich daher schützen: Denn der Parasit ist ein geschickter „Jäger“.

Eine Zecke, die sich mit Blut vollgesogen habe und dann abfalle, produziere ein Gelege von mehreren tausend Eiern, bevor sie sterbe. Daraus schlüpfen Larven, die wiederum Kleinsäuger wie Mäuse, Kaninchen und Hasen befallen. Dort entwickeln sie sich zu sogenannten Nymphen und gehen auf die gleichen Wirte oder auch Wildkatzen und Luchse über. Erst nach der nächsten Häutung befallen sie auch Hunde oder Wildschweine und Wildwiederkäuer.   

Lesen Sie auch: Zecken-Alarm: Ein Biss genügt

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Exotische Stechfliegen finden vermehrt den Weg nach Luxemburg. Das muss aber kein Grund zur Panik sein.
Die asiatische Tigermücke wird demnächst in Luxemburg heimisch werden. Mangels Erreger wird aber nicht gleich jeder Stich krank machen.
Zecken in Luxemburg
Zeckenbisse sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährlich werden. Wer in der Natur unterwegs ist, sollte sich daher schützen: Denn der Parasit ist ein geschickter „Jäger“.
Zecken bohren sich mit Bewegungen ähnlich wie Brustschwimmer in die Haut von Menschen, um sich dort festzusaugen.