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Autofestival: Weniger Diesel – mehr Hybrid
Lokales 2 Min. 06.02.2017

Autofestival: Weniger Diesel – mehr Hybrid

Dieses Jahr interessierten sich die Besucher des Automobilfestivals besonders für umweltfreundlichere Automodelle.

Autofestival: Weniger Diesel – mehr Hybrid

Dieses Jahr interessierten sich die Besucher des Automobilfestivals besonders für umweltfreundlichere Automodelle.
Foto: Julien Ramos
Lokales 2 Min. 06.02.2017

Autofestival: Weniger Diesel – mehr Hybrid

Große Überraschungen gab es bei der 53. Auflage des Autofestivals nicht, wie die Organisatoren in einer ersten Bilanz durchblicken ließen.

(m.r.) - „Das Konzept des Autofestivals ist auch dieses Jahr wieder aufgegangen“, betont Philippe Mersch, Präsident der „Fédération des Garagistes du Grand-Duché de Luxembourg“ (Fegarlux). Auch die 53. Auflage des Festivals habe wieder viele Besucher in die 91 teilnehmenden Autohäuser gelockt. Das Festival wurde von der Fegarlux und der „Association des Distributeurs Automobiles Luxembourgeois“ (Adal) organisiert.

Offiziell war heute der letzte Tag des Festivals. Verschiedene Angebote gelten allerdings noch bis Ende des Monats.

„Genaue Zahlen sind noch nicht bekannt, allerdings schätzen wir, dass die Verkaufszahlen dieses Jahr stabil geblieben sind.“, so Alain Petry, Berater der Adal und Vorstandsmitglied der „Confédération luxembourgeoise du Commerce“ (CLC). Besonders auffällig sei, dass die Besucher sich hauptsächlich für umweltfreundlichere Fahrzeugmodelle interessiert hätten.

Diesel weniger beliebt

Wie bereits im vergangenen Jahr konnte man einen Rückgang beim Verkauf von Fahrzeugen mit Dieselmotor vermerken. Petry rechnet mit einem Minus von rund fünf Prozent.

Dieselmotoren gelten als Hauptverursacher von Stickstoffdioxid. Der Schadstoff ist an der Entstehung von Feinstaubpartikeln beteiligt und kann zu ernst zu nehmenden Gesundheitsschäden führen. Die Kritik der vergangenen Monate sei teilweise für den Rückgang verantwortlich, so Fegarlux Präsident Mersch.

Vor allem Nachhaltigkeitsminister François Bausch, Umweltministerin Carole Dieschbourg und Staatssekretär Camille Gira hatten sich in den letzten Wochen immer wieder kritisch gegenüber Fahrzeugen mit Dieselantrieb geäußert.

„Der Kauf eines Dieselautos lohnt sich nur, wenn man weite Strecken fährt“, betont Mersch. Für Personen, die viel in Städten mit dem Auto unterwegs sind oder grundsätzlich nur kürzere Strecken fahren, stelle ein Benziner eine bessere Alternative dar.

Auch die Internetseite der „Oekotopten“ empfiehlt Dieselmodelle nur in Ausnahmefällen. Die Webseite ist ein unabhängiges Projekt des Mouvement Ecologique (Méco). Auf „oekotopten.lu“ können Verbraucher sich unter anderem über umweltfreundliche Automodelle informieren. Bei Benzinern müsse man, laut Méco, neben der Effizienz darauf achten, ob das Fahrzeug über einen Direkteinspritzer ohne Partikelfilter verfügt. Diese Automodelle seien wegen ihres hohen Grades an Luftverschmutzung nicht zu empfehlen, heißt es.

Alternative Antriebe

Eine positive Verkaufstendenz sei bei Hybridautos und Plug-in-Hybriden zu vermerken, betont Petry. Fahrzeuge mit Elektroantrieb hätten sich allerdings immer noch nicht auf dem Markt durchgesetzt. Die Verkaufszahlen hätten sich in den letzten Jahren kaum verändert, so der Berater der Adal. Dies liege hauptsächlich daran, dass die Reichweite der Fahrzeuge immer noch sehr eingeschränkt sei. Zudem ließe der hohe Preis der Autos die Verbraucher vor dem Kauf zurückschrecken.

Für die Zulassung eines Hybrid- oder Elektroautos bietet die Regierung steuerliche Vorteile. Seit Januar gilt ein Steuerfreibetrag von 5 000 Euro für den Kauf eines Autos mit Elektroantrieb. Für 2018 will das Nachhaltigkeitsministerium weitere finanzielle Anreize in Aussicht stellen.

Zudem soll die Infrastruktur des Großherzogtums verbessert werden. Nachhaltigkeitsminister Bausch plant bis 2020 ein öffentliches Netz von 800 Schnellladestationen.

Laut Professor Stefan Bratzel sei in den nächsten drei bis vier Jahren kaum eine Entwicklung auf dem Elektroautomarkt zu erwarten. Dies liege daran, dass die Industrie mit der Entwicklung der Modelle erst begonnen habe, so der Automobilexperte. Bratzel erwartet sich, dass bis 2025 ein Viertel der Autos mit Strom betrieben werden. Ab 2030, glaubt er, könnte die Entwicklung sich deutlich beschleunigen.



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