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Autofestival 2016 ab 23. Januar: Kein Grund zur Panik
Lokales 3 Min. 11.01.2016

Autofestival 2016 ab 23. Januar: Kein Grund zur Panik

Ernest Pirsch (Fégarlux), Minister François Bausch und Ed. Goedert (Adal) im Gespräch.

Autofestival 2016 ab 23. Januar: Kein Grund zur Panik

Ernest Pirsch (Fégarlux), Minister François Bausch und Ed. Goedert (Adal) im Gespräch.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 11.01.2016

Autofestival 2016 ab 23. Januar: Kein Grund zur Panik

In Luxemburg wurden 2015 deutlich weniger Neuwagen verkauft als noch im Vorjahr. In der Branche sieht man diese Entwicklung aber relativ gelassen. Völlig sorgenfrei sind die Händlerverbände Adal und Fégarlux aber nicht.

(MB) -  In Luxemburg wurden 2015 deutlich weniger Neuwagen verkauft als noch im Vorjahr. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2015 wurden hierzulande 46473 neue Autos zugelassen. Das sind immerhin 3.320 Einheiten oder 6,67 Prozent weniger als noch 2014 (49.793 Neuzulassungen). In der Branche sieht man diese Entwicklung aber relativ gelassen. Völlig sorgenfrei sind die Händlerverbände Adal und Fégarlux aber nicht. Eine Sorge scheinen sie allerdings seit Montagabend los zu sein.

Beim traditionellen Adal- und Fégarlux-Empfang im Vorfeld des Autofestivals sprach Fégarlux-Präsident Ernest Pirsch am Montagabend von einem „durchwachsenen Jahr 2015“. Für die rückläufigen Absatzzahlen seien verschiedene Faktoren verantwortlich. Einer davon sei sicherlich die am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Mehrwertsteuererhöhung. Einen Einbruch habe es 2015 insbesondere bei den Privatverkäufen gegeben. Einzig das Firmenwagengeschäft habe am Ende für ein einigermaßen akzeptables Niveau gesorgt.

Und gerade diese Geschäftssparte bereitete Pirsch und seinen Kollegen in den vergangenen Tagen erhebliches Kopfzerbrechen. Grund hierfür war eine Aussage von Umweltministerin Carole Dieschbourg, laut der die Regierung die Besteuerung der Firmenfahrzeuge überprüfen werde. Die Dienstwagensteuer sei heute bereits so hoch, dass der geldwerte Vorteil für die Arbeitnehmer nur noch sehr gering sei, so Pirsch. Jede Erhöhung der besagten Steuer führe zwangsläufig dazu, dass vor allem Grenzgänger künftig auf einen Dienstwagen verzichteten – mit besonders negativen Folgen für die Autobranche, aber auch für andere Bereiche wie etwa den Versicherungssektor oder den Staat.

Lob und Kritik
 für die Regierungsarbeit

Lob gab es von Pirsch für die am 16. Dezember gestimmte, „überfällige“ Reform der technischen Fahrzeugkontrolle. Nachholbedarf sieht der Fégarlux-Vorsitzende jedoch beim Thema Elektromobilität. Die von der Regierung geplanten 800 Ladestationen für Elektroautos seien zwar eine gute Sache, nicht aber die Abschaffung der finanziellen Unterstützung. Ohne staatliches Förderprogramm seien die für 2020 gesteckten Ziele in Sachen Elektromobilität wohl nicht zu erreichen. Als heißes Eisen sieht Pirsch auch die Berufsausbildung. So gestalte sich die Suche nach geeigneten Lehrlingen und qualifiziertem Personal immer schwieriger, und das obwohl die Branche sehr spannende Berufe und gute Karrieremöglichkeiten zu bieten habe.

Zahlreiche Branchenvertreter wohnten der Vorstellung in der Handwerkerkammer bei.
Zahlreiche Branchenvertreter wohnten der Vorstellung in der Handwerkerkammer bei.
Foto: Anouk Antony

Mit den Nachwuchssorgen in der Branche beschäftigte sich auch Adal-Präsident Ed Goedert. Mitverantwortlich hierfür sei wohl nicht zuletzt die gesellschaftliche Stellung des Automechanikers. Um diese zu verbessern, sollte man laut Goedert eventuell über einen Titel wie „Bester Mechatroniker“ oder „Bester Karosseriemechaniker“ nachdenken.

Mit Blick auf die Zulassungszahlen des vergangenen Jahres meinte Goedert, dass man keineswegs von einem schlechten Jahr sprechen könne. Der Luxemburger Automarkt bewege sich seit Jahren auf einem stabilen Niveau, das in Europa seinesgleichen suche. Länder wie Spanien oder Italien, die 2015 stark zugelegt hätten, hinkten immer noch weit hinter ihren besten Jahren hinterher. Wie hoch das Zulassungsniveau in Luxemburg sei, verdeutliche auch eine Analyse des Verhältnisses zwischen Neuanmeldungen und Einwohnerzahl der jeweiligen Länder. Ein Zulassungsminus von knapp 6,7 Prozent sei da wohl leicht zu verkraften.

Die Branche dürfe sich jedoch nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern müsse sich auf das veränderte Kauf- und Mobilitätsverhalten einstellen. Es wäre falsch, die aktuellen Trends zu unterschätzen. Vielmehr sollte man davon profitieren und neue Wege gehen.

Bausch relativiert Aussage von Kollegin Dieschbourg

Nachhaltigkeitsminister François Bausch ging in seiner Ansprache auf den Wandel im Mobilitätssektor ein und hob hier nicht zuletzt das automatisierte Fahren als völlig neue Chance hervor. Entwarnung gab Bausch dann in puncto Dienstwagensteuer.

Seine Kollegin Carole Dieschbourg habe das Thema wohl angesprochen, allerdings sei ihre Aussage völlig fehlinterpretiert worden. Und zwar denke die Regierung darüber nach, wie man hier im positiven Sinne Unterschiede zwischen umweltfreundlicheren und weniger ökologischen Autos machen könne, indem man erstere steuerlich begünstige, um schneller einen umweltfreundlichen Fuhrpark zu schaffen.

Man werde in Sachen Besteuerung von Dienstwagen auf jeden Fall nichts unternehmen, ohne vorher mit der Branche gesprochen zu haben. Betreffend die Reform der technischen Fahrzeugkontrolle laufe alles nach Plan. Derzeit würde alles dafür getan, damit das Gesetz zum 1. Februar in Kraft treten könne. Dies würde nicht nur der Branche, sondern allen Autofahrern zugutekommen.


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