Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Autofasten" vom 1. bis 29. März: 100 Monatsfreikarten für den Nahverkehr
Lokales 2 Min. 18.02.2015

"Autofasten" vom 1. bis 29. März: 100 Monatsfreikarten für den Nahverkehr

Idealbild der Kampagne: leere Parkplätze und leere Straßen.⋌(FOTO: SHUTTERSTOCK)

"Autofasten" vom 1. bis 29. März: 100 Monatsfreikarten für den Nahverkehr

Idealbild der Kampagne: leere Parkplätze und leere Straßen.⋌(FOTO: SHUTTERSTOCK)
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 18.02.2015

"Autofasten" vom 1. bis 29. März: 100 Monatsfreikarten für den Nahverkehr

Es gibt viele Arten zu fasten. Dazu gehört auch, mal auf das Auto zu verzichten. Die Aktion der Kirchen soll nicht nur der Umwelt dienen, sondern den Menschen zeigen, 
dass es auch anders geht. Das Verkehrsministerium verlost dafür Monatskarten.

(jsf) - Ein Jahr lang ist Camille Gira mal mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Der Chauffeur wohnte um die Ecke. Da lag es nahe. Doch der grüne Staatssekretär merkte, dass ihm etwas fehlte. Erst recht, als er wieder auf das Auto verzichtete. Die Fußwege zu Bus und Bahn sind nicht lang, summieren sich aber. „Dreieinhalb Kilometer gehe ich dadurch jeden Tag zu Fuß“, sagt Gira. „Durch die Bewegung geht es mir besser.“ Manche Leute, so erzählt er, würden von der Garage im Haus zur Arbeit fahren, dort in die Tiefgarage und mit dem Lift zum Büro fahren. Die Leute würden dann vielleicht die ganze Woche keinen Schritt nach draußen machen.

Die katholischen und evangelischen Kirchen in Luxemburg und Deutschland rufen zum jährlichen „Autofasten“ auf. Die Kirchen möchten damit die Sensibilität für den Klimaschutz erhöhen und einen Beitrag für nachkommende Generationen leisten. „Autofasten“ bedeutet im Detail:

- Öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen;

- Auf das Fahrrad umzusteigen;

- Kurze Strecken zu Fuß zu gehen;

- Fahrgemeinschaften zu bilden;

- Weniger schnell zu fahren, wenn man das Auto braucht.


Die „Autofasten“-Zeit geht vom 1. bis zum 29. März und liegt damit innerhalb der Fastenzeit vom 18. Februar bis zum 4. April. Die Aktion geht auf eine Initiative des Bistums Trier aus dem Jahre 1998 zurück. In Luxemburg wurde die Idee 2005 aufgegriffen. Koordiniert wird alles von der ErwuesseBildung.

Das Transportministerium verlost auf der Seite www.autofasten.lu dafür 100 Monatstickets für den öffentlichen Nahverkehr in Luxemburg. Anmeldungen sind bis zum 24. Februar möglich. Rund 200 Luxemburger machen jedes Jahr bei der Aktion mit. Die Gewinnchancen liegen damit also bei 50 Prozent.

Mal mit dem Rad zum Bäcker

Gérard Kieffer, Umweltreferent des Bistums, sagte gestern auf einer Pressekonferenz: „Das ,Autofasten‘ bedeutet nicht, prinzipiell auf das Auto zu verzichten, sondern sich bewusst zu werden, dass es auch anders geht, ohne sein Leben auf den Kopf zu stellen. Und sei es nur, ab und zu mit dem Rad zum Bäcker zu fahren.“ Sein evangelischer Kollege Pastor Volker Strauss pflichtet ihm da bei.

Der CFL-Pressechef Romain Meyer und der PR-Mann des „Verkéiersverbond“, Andy Schmidt, verweisen darauf, dass sich der öffentliche Nahverkehr in Luxemburg seit Jahren verbessere. Die Schöffin der Stadt Luxemburg, Colette Mart, ergänzt, dass manchmal das Auto nicht einmal das schnellste Verkehrsmittel sei. Und wer viel zu Fuß gehe, könne vielleicht sogar auf das Fitnessstudio verzichten.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Fastenzeit für das Auto
Von Aschermittwoch bis zum 31. März läuft die 14. Auflage der Aktion Autofasten. Ziel dabei ist es unter anderem das eigene Auto öfter stehen zu lassen und vermehrt auf alternative Fortbewegungsmittel zurückzugreifen. Die Anmeldungen laufen noch.
PK Autofasten 2018 luxembourg le 21.02.2018 ©Christophe Olinger
Statec-Studie: Männer waschen ungern
Statec hat die Zahlen einer Studie über die Tagesabläufe der Einwohner Luxemburgs veröffentlicht. Dabei zeigt sich: Männer ächten die Waschmaschine, Berufstätige das Fahrrad.
Seltenes Bild in Luxemburg: Männer, die eine Waschmaschine bedienen.